02.03.2021 | Presseinfo Nr. 13

Arbeitsmarktbericht für den Kreis Plön

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

Petra Eylander, Leiterin der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:

„Der Arbeitsmarkt im Kreis Plön zeigt sich im Februar unverändert von seiner robusten Seite. Die Zahl der arbeitslosen Menschen bleibt im Vergleich zum Vormonat Januar nahezu stabil, bewegt sich aber weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Üblicherweise sinkt die Arbeitslosigkeit im Kreis als nahender Vorbote für die in den Ostseebädern beginnende Saison im Februar gegenüber dem Januar. Dieser Rückgang bleibt in diesem Jahr aus. In der langfristigen Betrachtung liegt die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Kreis deshalb auch weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Die stabile Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis ist sicherlich nicht zuletzt auch auf die Entlastungswirkung von Kurzarbeit zurückzuführen. Das Instrument der Kurzarbeit hilft Betrieben, ihre eingearbeiteten Kräfte zu erhalten und verhindert zusätzliche Arbeitslosigkeit“.
Um die Dimensionen von Kurzarbeit als Entlastungswirkung einschätzen zu können, lohnt sich ein Vergleich der Daten mit der bislang höchsten Inanspruchnahme während der Corona-Pandemie und während der Finanz- und Wirtschaftskrise vor elf Jahren.

„Im April letzten Jahres und damit zum Höhepunkt des ersten Lockdown wurde in der Landeshauptstadt Kiel und im Kreis Plön für 19.589 Beschäftigte in 2.449 Betrieben Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Im Vergleich dazu wurden zum Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im Januar 2010 2.587 Beschäftigte in 147 Betrieben mit Kurzarbeitergeld unterstützt. Diese Zahlen belegen zwei Dinge eindrucksvoll. Zu Beginn der Pandemie waren rund siebeneinhalbmal so viele Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen wie zum Höchststand in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Während im Jahr 2010 nur wenige Branchen von der Krise betroffen waren, lag die Betroffenheit der Betriebe im ersten Lockdown rund 17mal über dem Ergebnis von vor 11 Jahren. Waren es 2010 eher Finanzdienstleister und die Immobilienwirtschaft, die das Instrument des Kurzarbeitergeldes genutzt haben, so waren während der Pandemie viele verschiedene Wirtschaftszweige von Kurzarbeit betroffen, wie zum Beispiel die Hotellerie und Gastronomie, aber auch gesundheitsnahe Dienstleistungen oder der stationäre Einzelhandel“, stellt Eylander die besondere Entwicklung der Daten im Rahmen der Corona-Pandemie heraus.