31.08.2021 | Presseinfo Nr. 43

Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

 

Petra Eylander, Leiterin der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt:

„Die Pandemie und ihre Auswirkungen sorgen schon wie erstmalig im August 2020 in Kiel erneut für ungewohnte Verläufe in der Arbeitslosenstatistik. Normalerweise ist der August der Hochsommermonat, mit dem höchsten Stand an Arbeitslosigkeit.Die Herbstbelebung steht erst noch bevor und die Urlaubs- und Ferienzeit mit ihrer Sommerflaute wirkt eigentlich noch nach. Diese saisontypischen Mechanismen wurden aber ausgehebelt. Die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt Kiel sinkt im Vergleich zum Vormonat Juli und auch zum so wichtigen Vorjahresvergleich zum August 2020. Hier sogar sehr deutlich mit fast -14%. Sehr optimistisch stimmen mich die gestiegenen Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit. Die Belebung am Arbeitsmarkt aus den Vormonaten setzt sich fort. Stark geholfen hat auch der Ausbildungsstart zum 01.August. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen unter 25 Jahren reduzierte sich um 324 oder 28,3 Prozent zum August 2020.

Zur Stellennachfrage sagte sie:
„Der Rückgang des Stellenzugangs zum Vormonat Juli von 168 oder 20,6 Prozent ist im Hochsommer ein saisontypischer Prozess. Erfreulich ist der Vorjahresvergleich. Wir liegen mit einem Plus von 157 oder 32 Prozent deutlich über dem August 2020. Auch der Zugang seit Jahresbeginn liegt mit einem Plus von 1.152 Stellen oder 27,1 Prozent permanent über den Vergleichswert in 2020 und spricht für eine stabile Nachfrage der Wirtschaft. Aussagekräftig ist auch der Blick auf die Zeit vor der Pandemie. Im Vergleich zum August 2019 ist aktuell ein Plus an sozialversicherungspflichtigen Stellen von 113 oder 17,4 Prozent zu verzeichnen! Seit Jahresbeginn wurden uns insgesamt 5.400 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Vom Januar bis August 2019 - ohne Corona - lag die uns gemeldete Zahl an sozialversicherungspflichtigen Stellen bei 5.590 und mit einem Minus von 190 oder 3,3 Prozent liegen wir nicht mehr soweit entfernt von dem aktuellen Ergebnis. Die Schere zu 2019 schließt sich langsam. Der Bedarf ist da, die Wirtschaft braucht unverändert Fachkräfte. Das erhöht dann auch die Chancen für die bei uns arbeitslos gemeldeten Menschen, wieder auf dem Arbeitsmarkt einzumünden.“