31.08.2021 | Presseinfo Nr. 44

Arbeitsmarktbericht für den Kreis Plön

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

Petra Eylander, Leiterin der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Vergleich zum Vormonat Juli eher saisonuntypisch gesunken. Normalerweise hat uns oft im August noch die Sommerflaute im Griff. Die Herbstbelebung mit einer gesteigerten Nachfrage nach Arbeitskräften klopft erst noch an die Tür des Arbeitsmarktes. Viele jüngere Menschen beendeten im Hochsommer ihre Ausbildung. Quartalsentlassungen zum 30. Juni wirken noch nach. Fortsetzungen über weiteren Schulbesuch, Aufnahme von Studiengängen, oder Anschlussverträgen setzen sich eigentlich erst verzögert nach Ferien- und Urlaubszeitende verstärkt durch. Die arbeitsmarktlichen Auswirkungen der Pandemie halten sich nicht an gewohnte saisontypische Verläufe. Im so wichtigen Vorjahresvergleich mit dem August 2020 sinkt die Arbeitslosigkeit im Kreis Plön sogar um 652 oder 19,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften, ist deutlich durch die gestiegenen Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit zu erkennen. Auch die Aufnahme der dualen Berufsausbildungen zum Ausbildungsstart im August hat geholfen und insbesondere die Reduzierung der Arbeitslosigkeit jüngere Menschen um 140 oder -34 Prozent im Kreis Plön sehr positiv unterstützt. Die Belebung am Arbeitsmarkt aus den Vormonaten setzt sich im Moment noch fort.“

Beim Blick auf die Stellennachfrageseite des Arbeitsmarktes sagte sie: „Nach den zuletzt gestiegenen Stellenmeldungen bedingt durch die Lockerungen des Frühjahrs und den dazu passenden gestiegenen Abgängen in Erwerbstätigkeit scheint auf den ersten flüchtigen Blick bei den Stellen ein kleiner Erholungseffekt einzutreten. Die übliche Sommerflaute nach einer kleinen Stellenrallye, die dann normalerweise vor der Herbstbelebung eintritt, würde hierzu passen. Immerhin liegen die aktuell für den August gemeldeten 106 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Kreis Plön noch knapp über dem Vorjahresniveau. Und mit dem Blick auf den Stellenzugang seit Jahresbeginn ist mit 952 sozialversicherungspflichtigen Stellen ein Wert zu verzeichnen, der mit 145 Stellen oder 18 Prozent über dem Jahreswert von 2020 liegt. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Vor-Corona-Zeit. Im August 2019 wurden der Agentur für Arbeit, typisch für den Hochsommer, „nur“ 86 freie Arbeitsplätze gemeldet. Damit liegen wir aktuell auch über der Zahl der gemeldeten freien Stellen im August vor der Krise. Und zur Jahressumme 2019 mit damals 980 Zugängen fehlen uns zudem nur noch 28 Stellen zum Ausgleich. Das zeigt deutlich, dass noch nicht alle Nachholeffekte befriedigt wurden und wir von einer stabilen Nachfrage nach Arbeitskräften sprechen können.

Nicht nur der Tourismussektor hatte in den letzten Wochen im Kreis Fahrt aufgenommen, sondern auch der Bedarf an Fachkräften ist in der Plöner Wirtschaft weiterhin vorhanden. Damit steigen dann auch die Chancen für die bei uns arbeitslos gemeldeten Menschen, eine neue Beschäftigung zu finden“,