26.09.2022 | Presseinfo Nr. 58

Von der Berufsvorbereitung in die Ausbildung

Kieler Autohaus setzt auf Talente neben den Noten

Wenn es nach dem Schulabschluss nicht gleich mit dem Übergang in eine Ausbildung klappt, kann eine Berufsvorbereitung helfen, im darauffolgenden Jahr den Sprung zu schaffen. So hat es beispielsweise Selina-Marie Heilmann gemacht. Die 22-Jährige gebürtige Offenburgerin (Baden-Württemberg) zog vor einigen Jahren in den hohen Norden und brauchte ein wenig Zeit, um den für sie richtigen Ausbildungsplatz zu finden. Die Berufsvorbereitung, die sie bei der Deutschen Angestellten Akademie im Auftrag der Agentur für Arbeit Kiel absolvierte, führte sie, nachdem sie verschiedene Berufe erkunden konnte, schließlich zu ihrem Ausbildungsplatz als Automobilkauffrau im Autohaus Ernst in der Landeshauptstadt.

„Eine Berufsvorbereitung bringt viele Vorteile mit sich“, sagte Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, heute anlässlich eines Pressetermins im Autohaus Ernst. „Die Jugendlichen werden bei der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungsplatz professionell unterstützt. Durch Praktika lernen sie verschiedene Berufsfelder kennen und erhalten zudem Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern. Das erleichtert dann auch den Einstieg in die Berufsschule. Der Träger steht zudem während der 10monatigen Berufsvorbereitung in einem engen Austausch mit unserer Berufsberatung.

Und wenn es mal Probleme im Rahmen der Praktika oder auch im familiären Umfeld gibt, ist eine sozialpädagogische Betreuung sichergestellt. Insgesamt ist das ein tolles Paket, das hilft, die Zeit zwischen Schule und Ausbildungsbeginn zu überbrücken“.

Wer sich für eine Berufsvorbereitung interessiert, kann sich gern an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Kiel wenden und einen Termin vereinbaren. Die Berufsberatung hat auch in diesem Jahr noch freie Plätze in Kiel, aber auch in Plön und in Lütjenburg zu vergeben.

Andreas Voß, Geschäftsführer der Autohaus Ernst GmbH & Co. KG, freut sich, dass er über die Berufsvorbereitung eine neue Auszubildende gewinnen konnte:

„Es ist für die zukünftigen Auszubildenden gut und wichtig die Möglichkeit zu haben in verschiedene Berufe in Form von Praktika reinzuschnuppern. Da dauert es bei dem Einen oder Anderen manchmal eben etwas länger. Das sehe ich allerdings keinesfalls als Nachteil an. So hat jede/r die Chance, die für sie / ihn passende Ausbildung zu finden. Mit Selina haben wir eine super Ergänzung für unser Team in der Eckernförder Straße gefunden. Die Chemie zwischen allen Mitarbeitern im Betrieb hat bereits beim Vorstellungsgespräch und späteren Probearbeiten gepasst. Noten sind zwar auch wichtig, aber nicht alles. Was nützen beste Noten, wenn das Miteinander nicht funktioniert.“

Wichtig ist es Hans-Martin Rump zu betonen, dass es bis in den Herbst hinein immer noch Chancen gibt, auch direkt in die Ausbildung zu starten: „Durch die Erfahrungen aus der Pandemie sind viele Prozesse am Ausbildungsmarkt flexibler geworden. Die klassischen Starttermine für Ausbildungen am 1. August oder 1. September sind nicht mehr in Stein gemeißelt. Wenn es zwischen Betrieb und Ausbildungssuchenden passt, kann auch noch zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr die Ausbildung beginnen. Allerdings müssen dann eventuell versäumte Unterrichtsinhalte in der Berufsschule nachgeholt werden.“

Und wenn es mal Schwierigkeiten nach Beginn der Ausbildung in der Berufsschule gibt, weiß Hans-Martin Rump auch in diesem Fall Rat: „Mit dem Programm ‚Asa flex‘ helfen wir jungen Menschen, Probleme in der dualen Ausbildung auszugleichen. Wir unterstützen sie mit Nachhilfeunterricht aber auch sozialpädagogischer Betreuung, damit sie den Abschluss ihrer Ausbildung erreichen. Diese ausbildungsunterstützenden Angebote gibt es für Auszubildende genauso wie für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Einstiegsqualifizierung, einem von der Bundesagentur für Arbeit finanzierten Langzeitpraktikum. Deshalb gilt auch hier: Wenn es Probleme in der Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gibt, unbedingt den Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen“.

Hintergrund/Daten Ausbildungsmarkt:

In der Landeshauptstadt Kiel haben sich seitdem 1. Oktober 2021 1.392 junge Menschen als Bewerber/in bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Kiel registriert. Das sind 44 oder 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 493 Jugendliche gelten als unversorgt. Das 17 oder 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Demgegenüber stehen 1.714 gemeldete Ausbildungsstellen (-28 oder -1,6 Prozent zum Vorjahr), von denen derzeit 466 (+12 oder 2,6 Prozent) noch unbesetzt sind (Datenstand: 31. August 2022).

Schneller Kontakt zur Berufsberatung:

Terminvereinbarungen sind unter der Sammelrufnummer 0431 709 1000 oder über die Internet-Seite www.arbeitsagentur.de/eservices möglich.