29.10.2020 | Presseinfo Nr. 34

Landkreis Cochem-Zell: Arbeitsmarkt bleibt im Oktober auf Entspannungskurs

Weniger Arbeitslose und mehr Stellen im Landkreis Cochem-Zell – Anstieg der Corona-Infektionen erhöht Risiko für die Wirtschaft
 

Auch im Oktober zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Cochem-Zell eine leichte, aber deutlich erkennbare Entspannung ab. Wie nachhaltig sie sein wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich das aktuelle Corona-Geschehen auf die regionale Wirtschaft auswirken wird.

Zum Monatsende zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im COC-Kreis 1.119 arbeitslose Menschen. Das sind 47 weniger als im September, aber noch immer 256 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,3 Prozent. Vier Wochen zuvor lag sie bei 3,4 und im Oktober 2019 bei 2,5 Prozent.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit macht sich sowohl in der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch/SGB III) als auch beim Jobcenter (SGB II) bemerkbar. So sanken die Zahlen in den zurückliegenden vier Wochen im SGB III um 30 auf nun 485 arbeitslose Frauen und Männer. Im SGB II wurden 634 Arbeitslose registriert, das sind 17 weniger als im Monat zuvor. Dass das Jobcenter derzeit sehr viel deutlicher vom Corona-Anstieg betroffen ist, zeigt der Vorjahresvergleich: Damals waren bei der Agentur 75 und beim Jobcenter 181 Personen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Lage auf dem Stellenmarkt war im Oktober nicht nur von Corona, sondern auch von der auslaufenden Tourismus-Saison geprägt. So wurden der Agentur im Oktober aus dem Kreis zwar 87 zusätzliche offene Stellen gemeldet. Die Gesamtzahl der Stellenangebote liegt damit bei 402 - knapp unter dem Septemberwert von 434 und deutlich unter dem des Vorjahres von 525. „Dass nach den Herbstferien deutlich weniger Personal gesucht wird, ist im stark vom Fremdenverkehr geprägten Landkreis Cochem-Zell üblich“, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Auch ohne Corona steigen rund um Cochem die Arbeitslosenzahlen zum Jahresende hin immer deutlich an.“

Grundsätzlich sei die derzeit trotz nahendem Saisonende erkennbare Entspannung ein gutes Zeichen, betont Agenturleiter Schmidt. Auch wenn sie bislang eher ein zarter Windhauch als ein Sturm sei. „Es ist in jedem Fall beruhigend zu sehen, wie robust und belastbar der Arbeitsmarkt ist. Vor drei oder vier Monaten hat keiner zu hoffen gewagt, dass eine solche Entwicklung so schnell möglich sein würde.“

Allerdings warnt der Agenturchef vor übersteigerten Erwartungen. „Es ist zweifellos so, dass manche Branchen noch sehr lang mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben werden.“ Aber auch dort, wo sich nun eine verhältnismäßig rasche Besserung abzeichne, stehe diese vorläufig auf tönernen Füßen. „Ob wir mit einer nachhaltigen Verbesserung rechnen können, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Corona-Krise ab. Die Infektionszahlen steigen derzeit deutlich an. Entscheidend wird sein, welche Auswirkungen dies auf die Wirtschaft haben wird. Ein weiterer kompletter Lockdown wie im Frühjahr wäre für die meisten Unternehmen wohl nur schwer zu verkraften.“

Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld (KuG) gehören nach wie vor zu den wichtigsten Instrumenten, um die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abzumildern. Um sie nutzen zu können, müssen Betriebe zunächst Kurzarbeit anzeigen, was von der Arbeitsagentur geprüft und gegebenenfalls bewilligt wird. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Einen Automatismus gibt es allerdings nicht: Unternehmen können auch entscheiden, das Mittel während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der gemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt deshalb auch erst im Nachhinein. Da die Unternehmen dafür bis zu drei Monate Zeit haben, werden bislang nur Zahlen zu den seit April erfolgten Anzeigen veröffentlicht.

Nachdem es in den ersten Corona-Wochen einen regelrechten Ansturm auf die Arbeitsagentur gab, ist die Zahl der neugestellten Anzeigen mittlerweile stark rückläufig. So zeigten in den letzten vier Wochen 4 Betriebe aus dem Landkreis für 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Insgesamt gab es seit Anfang April aus dem COC-Kreis 830 Anzeigen für 7.043 Beschäftigte. Zwischen April und Oktober 2019 waren es lediglich 6 Betriebe und 124 Beschäftigte.

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Agentur und Jobcenter können wegen der Corona-Pandemie derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung besucht werden. So sind sie dennoch erreichbar:

Agentur für Arbeit Cochem:

Sondertelefon:            0261 – 405 405
E-Mail:                        koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de

Jobcenter Cochem-Zell:

Sondertelefon:            02671 - 60 33 111
E-Mail:                        Jobcenter-Cochem-Zell@jobcenter-ge.de

Hotline Berufsberatung:

Koblenz:                     0261 – 405 444.

Mayen:                       02651 – 950 333.

Vieles lässt sich auch ohne direkten Kontakt online erledigen:

https://www.arbeitsagentur.de/eservices

https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2