03.06.2020 | Presseinfo Nr. 25

Landkreis Cochem-Zell: Arbeitsmarkt bleibt im Corona-Modus

Krise lässt Arbeitslosigkeit im Landkreis Cochem-Zell ansteigen

Auch im Mai war der regionale Arbeitsmarkt von Corona-Pandemie und Lockdown geprägt: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Cochem-Zell ist in den letzten vier Wochen um 37 auf 1.480 angestiegen. Damit waren 558 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet als im Jahr zuvor. Dies entspricht immerhin einer Steigerung von knapp 61 Prozent. Die Arbeitslosenquote steigt von 4,3 auf 4,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 2,7 Prozent. Die Neuzugänge an Arbeitslosen kommen aus nahezu allen Branchen, besonders häufig aber aus Handel und Gastronomie.
Die Zunahme der Arbeitslosigkeit spiegelt sich zumindest im Jahresvergleich in beiden betroffenen Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB) wider. Im SGB III (Arbeitsagentur) sank die Arbeitslosigkeit seit April zwar um 20 auf 777 Personen an. Im SBG II (Jobcenter) nahm sie jedoch um 57 zu und liegt nun bei 703. Vor einem Jahr waren im SGB III noch 339 und im SGB II 219 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.
Es ist allerdings nicht nur der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der die Krise spiegelt. Auch die Kurzarbeit bleibt ein wichtiger Gradmesser für die Corona-Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Seit Anfang März zeigten 804 Unternehmen aus dem COC-Kreis für insgesamt 6.904 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an (Stand: 27. Mai 2020). Mit der Anzeige wird allerdings nur die Möglichkeit geschaffen, Kurzarbeit zu nutzen. Wie viele Betriebe und Beschäftigte diese Unterstützung am Ende tatsächlich in Anspruch nehmen, lässt sich erst später absehen, da das Kurzarbeitergeld im Nachhinein zwischen Arbeitsgebern und Agentur abgerechnet wird.     
Während die Arbeitslosigkeit anstieg, ging die Zahl der offenen Stellen weiter zurück. Zwar wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen 77 neue Stellen aus der Region gemeldet, so dass die Agentur derzeit im Landkreis 344 Stellenangebote zählt. Das sind aber trotzdem 239 weniger als vor einem Jahr.
„Wir hatten uns daran gewöhnt, dass es im Frühjahr regelmäßig zu einer deutlichen Belebung des Arbeitsmarktes kommt. Das Corona-Virus hat diesen Ablauf gewaltig durcheinandergebracht“, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Die deutlichen Zuwächse gegenüber dem Vorjahr seien allerdings nicht nur darauf zurückzuführen, dass viele Menschen durch den Lockdown ihre Arbeit verloren haben. „Zum Teil liegt der Anstieg auch daran, dass Menschen ihre Arbeitslosigkeit nicht wie sonst üblich im Frühjahr beenden konnten.“ Wie lange der Arbeitsmarkt von der Pandemie geprägt sein wird, sei schwer zu sagen, erklärt Schmidt. „Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell sich die Weltwirtschaft erholen wird.“
Von Corona geprägt ist auch das diesjährige Ausbildungsmarktgeschehen. Da viele Betriebe in den letzten Wochen geschlossen waren und Bewerbungsgespräche auch jetzt nur eingeschränkt möglich sind, wird die sonst übliche Dynamik gebremst, was erheblich zur Verunsicherung beiträgt. „Allerdings gehen wir bislang davon aus, dass den meisten Arbeitgebern klar ist, dass der Fachkräftemangel trotz Corona ein großes Problem der Zukunft bleiben wird, und sie deshalb auch in diesem Jahr ausbilden werden“, so Schmidt. Das spiegelt sich auch in den von der Statistik bereitgestellten Zahlen, wonach Ende Mai im Landkreis Cochem-Zell 155 unversorgte Bewerber auf 210 unbesetzte Ausbildungsstellen kommen. Das entspricht 1,35 Stellen pro Bewerber. 
Dennoch müssten viele junge Menschen damit leben, dass sie kurz vor dem Schulabschluss noch keine sichere Perspektive haben. Viele Pläne, wie zum Beispiel längere Auslandsaufenthalte seien völlig gescheitert. Erschwerend komme hinzu, dass wegen Schul- und Agenturschließung seit Wochen kein persönlicher Kontakt zwischen Berufsberatern und Jugendlichen möglich ist. Auch hier habe die Agentur sich schnellstmöglich auf andere Unterstützungsmöglichkeiten umgestellt. So gebe es mittlerweile eigene Berufsberatungshotlines und ein umfangreiches Onlineangebot, mit dem die telefonische Beratung flankiert werden könne. „Das ist natürlich nicht das Gleiche, wie ein Gespräch, bei dem man einander gegenübersitzt. Aber genau wie in allen anderen Lebensfeldern müssen wir auch hier Kompromisse machen, um unter den gegebenen Umständen das Beste zu erreichen.“
 
 
Agentur und Jobcenter können wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht besucht werden. So sind sie dennoch erreichbar:
 
Agentur für Arbeit Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau:
Sondertelefon:            0261 – 405 405
E-Mail:                        koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de
 
Jobcenter Ahrweiler:
Sondertelefon:            02641 – 91 16 888
E-Mail:                        Jobcenter-Ahrweiler@jobcenter-ge.de
 
Hotline Berufsberatung:
Koblenz:                     0261 – 405 444.
Mayen:                       02651 – 950 333.
 
Vieles lässt sich auch ohne direkten Kontakt online erledigen:
https://www.arbeitsagentur.de/eservices
https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2
 
 
Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen wollen, können ihre Unterlagen an folgende Postanschrift schicken: Agentur für Arbeit, 54187 Trier