07.04.2020 | Presseinfo Nr. 19

Kurz & gut: Helfen, wo es nötig ist

Arbeitsagentur kümmert sich während der Coronakrise auch um die Vermittlung ehrenamtlicher Helfer
 

Menschen, die arbeitslos werden, in neue Jobs zu vermitteln, ist eine der Kernaufgaben jeder Arbeitsagentur und jedes Jobcenters. Ehrenamtliche Helfer dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden, ist dagegen nicht das Geschäft der Arbeitsverwaltung. Eigentlich. „Aber in der Not muss man flexibel sein und sinnvolle Dinge tun – auch wenn man streng genommen nicht zuständig ist“, meint Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, und stellt das Projekt „Kurz & gut!“ vor, mit dem seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Jobcenter Stadt Koblenz, Cochem und Ahrweiler einen solchen ungewöhnlichen Weg beschreiten: Sie fragen bei ihren Kunden nach, ob diese auf uneingeschränkt freiwilliger Basis bereit sind, sich dort ehrenamtlich einzubringen, wo diese Hilfe gerade dringend benötigt wird.
Denn die Lage ist paradox: Während die einen nicht zur Arbeit dürfen und ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, schuften andere bis zum Umfallen. Corona hat manche Betriebe lahmgelegt und andere Einrichtungen an ihre Leistungsgrenzen gebracht. „Die Idee, einen Ausgleich zwischen jenen zu schaffen, die könnten, aber nicht dürfen, und den anderen, die dringend Unterstützung brauchen, liegt eigentlich auf der Hand“, meint Frank Schmidt.
Im eigenen Haus habe man in Rekordzeit alle Abläufe auf den Kopf stellen und neue Strukturen erfinden müssen, um sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. „Deshalb konnte die Idee, eine Art Vermittlungsbörse aufzubauen, nicht gleich in die Tat umgesetzt werden. Doch wir haben nun mal viele Kontakte zu Betrieben und Einrichtungen, aber auch zu potenziellen Helfern. Diese Möglichkeiten wollten wir nicht brachliegen lassen und haben das Projekt deshalb neben allen anderen Herausforderungen, die sich uns derzeit stellen, immer weiterverfolgt.
Nun gibt es einen Pool von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die einen Teil ihrer Zeit einsetzen wollen, um andere zu unterstützen – etwa in der Pflege, als Reinigungs- und Desinfektionskräfte oder Nachbarschaftshelfer. „Selbstverständlich hat keiner Nachteile zu befürchten, der nicht mitmachen will“, betont Schmidt und freut sich über die große Bereitschaft, sich für andere einzusetzen. Einrichtungen, die diese Unterstützung brauchen, können sich bei der Arbeitsagentur melden. Ohnehin sei es ja nicht schlecht, einmal in ein völlig neues Arbeitsfeld hinein zu schnuppern. „Wer weiß, vielleicht wird aus dem ehrenamtlichen Einsatz ja sogar ein Traumjob.“
Neben der ehrenamtlichen Hilfe gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren. „Vor allem im Lebensmittel-Einzelhandel, in der Logistik oder als Erntehelfer sind die Aussichten gerade sehr gut, auch kurzfristig und ohne große Erfahrung unterzukommen - egal ob in Vollzeit, Teilzeit oder im Minijob“, erklärt Frank Schmidt. Außerdem weist er darauf hin, dass der Gesetzgeber die Hinzuverdienstmöglichkeiten von Kurzarbeitern gelockert hat, sofern sie „systemrelevante Berufe und Branchen“ unterstützen: Zwischen 1. April und 31. Oktober wird das auf diese Weise verdiente Geld nicht auf das Kurzarbeitergeld (KuG) angerechnet, solange das Gesamteinkommen den üblichen Nettoverdienst nicht übersteigt.
 
Nähere Informationen zum Projekt Kurz & gut
Telefon: 0261 – 405 389, E-Mail: Koblenz-Mayen.261-Reha@arbeitsagentur.de
Informationen zu Kurzarbeit und Hinzuverdienst: www.arbeitsagentur.de