03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Landkreis MYK/Stadt KO: Viele Betriebe verabschieden sich in die Winterpause

Zahl der Arbeitslosen in und um Koblenz steigt zum Jahreswechsel saisonbedingt nur leicht an
 

Wie üblich steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen in und um Koblenz zum Jahresende an – allerdings fällt dieser Anstieg bislang sehr moderat aus. So weist die Statistik der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen Ende Dezember in der Stadt 3.251 Frauen und Männer ohne Beschäftigung aus – 35 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 5,2 Prozent stabil. Vor einem Jahr waren sogar 51 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Quote lag bei 5,4 Prozent.

Ähnlich ist die Entwicklung im Landkreis Mayen-Koblenz, wo Ende Dezember 3.337 arbeitslose Menschen gezählt werden. Das sind 51 mehr als im November. Auch hier bleibt die Arbeitslosenquote bei niedrigen 2,8 Prozent stabil. Vor einem Jahr waren 229 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 3 Prozent.

„Grundsätzlich folgt der Arbeitsmarkt zurzeit dem saisonüblichen Verlauf“, erklärt Agenturleiter Frank Schmidt. „Der ist bislang von sehr milden Temperaturen geprägt, weshalb vor allem witterungsabhängige Branchen meist noch gar nicht auf Winterbetrieb umgeschaltet haben. Das Baugewerbe oder der Straßenbau zum Beispiel waren in den letzten Wochen kaum beeinträchtigt.“ Die in anderen Regionen stärker betroffene Gastronomie, die etwa an der Mosel oder der Ahr spätestens nach dem Weihnachtsgeschäft in die Winterpause gehe und viele Beschäftigte vorübergehend entlasse, sei im Landkreis weniger prägend und in Koblenz durch den auch im Winter anhaltenden Tagestourismus kaum saisonbedingten Schwankungen unterworfen.

Da die meisten Menschen, die saisonbedingt entlassen werden, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung nach Sozialgesetzbuch (SGB) III haben, wirkt sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit vorwiegend in diesem Rechtskreis aus. In den vergangenen vier Wochen nahm die Zahl der arbeitslosen Koblenzer dort um 22 auf 1.111 zu. Im Landkreis stieg die Zahl um 131 auf 1.930 an.

Aus der Grundsicherung nach SGB II – das so genannte Hartz IV – werden in der Stadt derzeit 2.140 Frauen und Männer unterstützt. Das sind 13 mehr als im November. Im Landkreis sind 1.407 Menschen – und damit 80 weniger als im November – auf SGB II-Leistungen angewiesen.

Zunehmend zurückhaltend zeigen sich die Arbeitgeber bei der Meldung neuer offener Stellen. Aus Koblenz wurden der Agentur im Dezember 214 Stellenangebote gemeldet, aus dem MYK-Kreis kamen 292 hinzu. Insgesamt werden damit zum Jahresende in der Stadt 1.664 und im Landkreis 2.125 offene Stellen gezählt. Auch dies sei eine für die Jahreszeit übliche Entwicklung, betont Frank Schmidt. „Allerdings lässt sich nicht übersehen, dass viele Arbeitgeber angesichts vielfältiger und langanhaltender weltpolitischer Risiken wie Brexit oder Handelsstreitigkeiten bei Neueinstellungen vorsichtiger geworden sind.“ Dennoch präsentiere sich der Arbeitsmarkt der Region mit einer hohen Beschäftigungs- und verhältnismäßig niedriger Arbeitslosenquote auch zu Beginn des neuen Jahres sehr robust.

Dies sei eine gute Grundlage für die Herausforderungen, die 2020 auf die Unternehmen und ihre Beschäftigten zukommen werden, betont der Agenturchef. „Die Winterarbeitslosigkeit wird spätestens im Frühjahr vergessen sein. Wie es mit der Konjunktur weitergehen wird, hängt weitgehend von Faktoren ab, die nicht in der Region geschaffen werden.“ Auf eins müssten sich Arbeitgeber und Beschäftigte aber in jedem Fall einstellen: „Digitaler Wandel und demografische Entwicklung werden die Arbeitswelt in den nächsten Jahren deutlich verändern. Wer das schadlos überstehen will, muss sich rechtszeitig darauf einstellen. In Zukunft könnte eine der größten Herausforderungen für viele Akteure nicht die Arbeitslosigkeit sein, sondern die stetige Bereitschaft, sich neuen Bedingungen anzupassen.“