01.12.2020 | Presseinfo Nr. 37

Landkreis Cochem-Zell: Erneuter Lockdown hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt

Entspannung der letzten Monate setzt sich im November nicht fort
 

Die Entspannung der beiden Vormonate setzt sich im November auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Cochem-Zell nicht fort. Anders als in den Nachbarregionen gab es in den letzten vier Wochen einen merklichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Landkreis Ahrweiler haben sich die Zahlen gegenüber dem Vormonat kaum verändert, in Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz gingen sie zurück.

Zum Monatsende zählten die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im Landkreis Cochem-Zell 1.239 arbeitslose Frauen und Männer. Das sind 120 mehr als vier Wochen zuvor und 290 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,7 Prozent – 0,4 Punkte über dem Oktoberwert und 0,9 Punkte über dem des Vorjahres.

Das deutliche Plus an Arbeitslosen schlug fast nur bei der Arbeitsagentur – also im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III – zu Buche. Dort gab es zum Monatsende 601 Arbeitslose, das sind 116 mehr als im Oktober und 120 mehr als vor einem Jahr. Im Jobcenter (SGB II) stieg die Arbeitslosenzahl um 4 auf 638 an. Vor einem Jahr wurden hier 170 arbeitslose Menschen weniger gezählt.  

Dem Arbeitgeberservice wurden in den letzten vier Wochen 82 neue Stellen gemeldet. Damit liegt die Zahl der offenen Stellen im Landkreis laut Statistik bei 397. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 126.

Dass der positive Trend der letzten Monate nicht fortgesetzt werden konnte, sei wohl vor allem dem Anfang November in Kraft gesetzten „kleinen Lockdown“ geschuldet, erklärt Agenturleiter Frank Schmidt. „Im stark von Tourismus und Gastronomie geprägten Landkreis Cochem-Zell wirkt sich das stärker aus als in den anderen Regionen unseres Agenturbezirks. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosigkeit in den Fremdenverkehrsorten entlang der Mosel zum Jahresende ohnehin immer deutlich ansteigt. Dieser Effekt wurde durch das abrupte Saisonende früher ausgelöst als üblich.“

Ob und wie schnell die regionale Wirtschaft sich von der Pandemie erholen werde, hänge maßgeblich von deren weiterem Verlauf ab, betont Schmidt. „Ein längerer, noch weiter ausgedehnter Lockdown wäre sicher nicht kurzfristig zu heilen.“

Deutlich häufiger als zuletzt wurde im November von den Betrieben offenbar auf Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld (KuG) zurückgegriffen. Um diese Hilfsmittel nutzen zu können, müssen Unternehmen zunächst Kurzarbeit anzeigen, was von der Arbeitsagentur geprüft und gegebenenfalls bewilligt wird. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Einen Automatismus gibt es allerdings nicht: Unternehmen können auch entscheiden, das Mittel während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der gemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt deshalb auch erst im Nachhinein. Da die Unternehmen dafür bis zu drei Monate Zeit haben, liegen entsprechende Werte erst mit deutlicher Verzögerung vor.

Nachdem die Zahl der neugestellten Anzeigen in den letzten Monaten stark rückläufig war, stieg sie im November wieder deutlich an. So zeigten in den letzten vier Wochen 133 Betriebe aus dem COC-Landkreis für 809 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Im Oktober waren es 18 Betriebe und 266 Beschäftigte. Insgesamt gab es seit Anfang April 977 KuG-Anzeigen für 8.078 Beschäftigte. Zwischen April und November 2019 zeigten 8 Betriebe Kurzarbeit für 137 Menschen an.

Mittlerweile liegen auch erste Zahlen dazu vor, wie viele Betriebe zwischen März und Mai tatsächlich Kurzarbeit nutzten. Allerdings werden diese Werte derzeit nur agenturweit ausgewiesen, umfassen also auch Koblenz und die Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz. Demnach gab es die höchste Nutzung im April, als 4.181 Unternehmen im Agenturbezirk 30.168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schickten.

*

Agentur und Jobcenter können wegen der Corona-Pandemie derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung besucht werden. So sind sie dennoch erreichbar:

Agentur für Arbeit Cochem:

Sondertelefon:            0261 – 405 405
E-Mail:                        koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de

Jobcenter Cochem-Zell:

Sondertelefon:            02671 - 60 33 111
E-Mail:                        Jobcenter-Cochem-Zell@jobcenter-ge.de

Hotline Berufsberatung:

Koblenz:                     0261 – 405 444.

Mayen:                       02651 – 950 333.

Vieles lässt sich auch ohne direkten Kontakt online erledigen:

https://www.arbeitsagentur.de/eservices

https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2