03.05.2022 | Presseinfo Nr. 15

Frühjahrsbelebung setzt Zeichen gegen die Vielfalt der Krisen

Arbeitslosigkeit im Landkreis Ahrweiler geht auch im April zurück
 

Allen Krisen zum Trotz verzeichnet der Arbeitsmarkt im Landkreis Ahrweiler eine „normale“ Frühjahrsbelegung: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ging im April um 81 auf 2.359 zurück. Vor einem Jahr waren 747 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,4 Prozent und damit um 0,1 Punkte niedriger als im März und um einen Punkt niedriger als im April 2021.

Auch die rege Nachfrage am Stellenmarkt passt zur typischen nachwinterlichen Belebung: 162 zusätzliche Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen gemeldet. Insgesamt registriert die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen damit aus dem Ahrkreis 897 offene Stellen.

„Das alles weist auf einen scheinbar normalen Saisonverlauf hin. Aber natürlich wissen wir alle, dass die Rahmenbedingungen derzeit alles andere als normal sind“, erläutert Agenturleiter Frank Schmidt. Mit dem Krieg in der Ukraine, der Frieden und Wohlstand der ganzen Welt gefährde, müsse der regionale Arbeitsmarkt im Landkreis Ahrweiler bereits die dritte Krise bewältigen.

„Bislang sorgen Fachkräftebedarf und Wiederaufbaubemühungen dafür, dass sich die neuen Herausforderungen noch nicht in konkreten Zahlen niederschlagen. Aber wie überall auf der Welt beobachtet auch die regionale Wirtschaft mit angehaltenem Atem, wie sich die Lage weiterentwickelt. Niemand kann im Moment vorhersagen, wie stark sich Flüchtlingswellen, Versorgungsengpässe und Embargos auf die Weltwirtschaft auswirken werden.“ Dennoch sei es beruhigend und ermutigend, wie stabil die Region sich derzeit präsentiere.

Eines der wichtigsten Hilfsmittel für den Arbeitsmarkt war in den letzten beiden Jahren die Kurzarbeit. Derzeit werden allerdings nur noch wenige neue Anträge gestellt. So waren es in den zurückliegenden Wochen im Ahrkeis nur noch 4 Betriebe, die für 17 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten. Im Jahr zuvor zeigten zur gleichen Zeit 25 Unternehmen für 114 Beschäftigte Kurzarbeit an. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 2.565 Anzeigen für 21.324 Beschäftigte.

Deutlich stärker von den Unsicherheiten der letzten Jahre ist der Ausbildungsmarkt gezeichnet. Neben Corona und Flut tragen auch der demografische und der digitale Wandel zur Verunsicherung bei. So meldeten sich 387 junge Menschen aus dem Ahrkreis seit Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres im Oktober bei der Berufsberatung, um sich bei der Berufswahl unterstützen zu lassen. Ihnen stehen 505 Ausbildungsangebote von regionalen Betrieben gegenüber. Vor zwei Jahren, also zu Beginn der  Corona-Pandemie und den sich daraus entwickelnden Einschränkungen, waren im April 523 Jugendliche und 504 Stellenangebote registriert.

 „Es wird tatsächlich immer schwieriger, junge Menschen und Arbeitgeber zeitnah zusammenzubringen“, räumt Frank Schmidt ein. „Vor allem bei den Jugendlichen scheint es eine Tendenz dazu zu geben, erst einmal abzuwarten. Doch das bringt nichts, die Herausforderungen bleiben. Wer den Anschluss nicht verpassen will, muss deshalb – trotz allem – Entscheidungen treffen. Nicht warten, sondern starten!“

Die Berufsberaterinnen und -berater seien sich ihrer Verantwortung in dieser Situation bewusst, betont Schmidt. „Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern versuchen wir auf vielfältige Weise, jungen Menschen in dieser komplizierten Phase ihres Lebens bei der Orientierung zu helfen. Wir können nur immer wieder appellieren, diese Angebote wahrzunehmen.“

Termine bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur können auch kurzfristig unter der Hotline 02651 – 950 333 vereinbart werden. Die Beratung ist kostenlos.