31.05.2022 | Presseinfo Nr. 21

Gastronomie nach zwei langen Corona-Jahren im Aufwind

Arbeitslosigkeit im Landkreis Cochem-Zell geht im Mai saisonbedingt deutlich zurück
 

Trotz Corona und Ukraine-Krieg behält der Arbeitsmarkt im Landkreis Cochem-Zell seinen üblichen Rhythmus bei: Im Mai sinkt die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer um 86 auf nun 951. Noch deutlicher fällt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr aus, als 390 Menschen aus dem COC-Kreis mehr arbeitslos gemeldet waren. Die Arbeitslosenquote liegt Ende Mai bei 2,8 Prozent und damit um 0,3 Punkte unter dem Wert des Vormonats. Im Mai 2021 lag die Quote noch bei 4 Prozent.

An der deutlich erkennbaren Frühjahrsbelebung zeige sich vor allem, dass die Hotel- und Gastronomiebranche nach zwei bitteren Corona-Jahren wieder Fahrt aufnehme, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Schließlich sei gerade der Landkreis Cochem-Zell stark vom Tourismus geprägt.

Ein Effekt, der die Belebung in den Nachbarregionen ausbremst, wirke an der Mosel hingegen bislang kaum. „An der Ahr oder am Deutschen Eck haben sich in den letzten Wochen verstärkt Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in der Ukraine bei den Jobcentern gemeldet, was den üblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit bremst.“ Dies könne in den nächsten Wochen auch im COC-Kreis geschehen, allerdings halte er dies für einen vorübergehenden Effekt, betont der Agenturleiter. „Die meisten der Menschen, die sich bei uns melden, sind gut qualifiziert und werden sich deshalb auch ohne größere Probleme integrieren lassen.“

Auf dem regionalen Stellenmarkt zeichne sich die Belebung im Mai nicht mehr allzu deutlich ab. „In Lokalen und Hotels oder Pensionen sind die meisten der benötigten Mitarbeiter*innen schon im März oder April eingestellt worden.“ 72 neue Stellen wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur in den letzten vier Wochen gemeldet. Insgesamt sind damit zum Monatsende bei der Arbeitsagentur 540 offene Stellen aus dem Landkreis gemeldet, 88 mehr als vor einem Jahr. 

Zunehmend schwierig gestaltet sich nach den Krisen der letzten beiden Jahre, aber auch angesichts des demografischen Wandels die Lage am Ausbildungsmarkt. Während der Fachkräftebedarf in den Unternehmen steigt, nimmt die Zahl der potenziellen Bewerber*innen kontinuierlich ab. Dies spiegelt sich auch in der Statistik.

So meldeten sich im laufenden Ausbildungsjahr – es begann im Oktober 2021 und endet im September 2022 – 235 junge Menschen aus dem COC-Kreis bei der Berufsberatung, um sich bei der Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz helfen zu lassen. Das sind 82 weniger als im letzten und sogar 116 weniger als im vorletzten Jahr. Gleichzeitig meldeten regionale Betriebe 473 Ausbildungsstellen – 26 weniger als vor einem und 90 mehr als im vorletzten Jahr.

Zurzeit gibt es laut Statistik noch 84 unversorgte Jugendliche und 271 offene Ausbildungsstellen. „Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage geht jedes Jahr weiter auseinander – zu Lasten der Unternehmen. Dem gegenzusteuern, indem wir vor allem den jungen Menschen, die unentschlossen sind, eine Perspektive bieten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben“ betont Frank Schmidt.

Termine bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur können auch kurzfristig unter der Hotline 02651 – 950 333 vereinbart werden. Die Beratung ist kostenlos.