31.08.2021 | Presseinfo Nr. 36

Die Folgen der Flut beeinflussen auch den regionalen Arbeitsmarkt

Arbeitsagentur veröffentlicht Statistik für Landkreis Ahrweiler

Zum ersten Mal veröffentlicht die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen einen Arbeitsmarktbericht, in dem sich die Folgen der Flutkatastrophe für den Arbeitsmarkt im Landkreis Ahrweiler zumindest andeuten. Denn während in den Nachbarregionen im Ferienmonat August wenig Bewegung herrschte, ist die Arbeitslosigkeit an der Ahr merklich angestiegen. Und auch die Zahl der Kurzarbeiter hat wieder zugenommen, nachdem zuletzt kaum noch neue Anträge für diese Unterstützungsleistung eingegangen waren.

Laut Statistik stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 247 auf 3.019 an. Die Arbeitslosenquote klettert um 0,3 Punkte auf 4,3 Prozent. Das sind zwar noch immer 128 arbeitslose Frauen und Männer weniger als zur Corona-Hochzeit im Jahr 2020. „Wir können aber nicht unbedingt davon ausgehen, dass es bei dieser Steigerung bleibt“, gibt Agenturleiter Frank Schmidt zu bedenken. Schließlich seien viele betroffene Menschen und Unternehmen noch immer damit beschäftigt, sich einen Überblick über Schäden und mögliche Perspektiven zu verschaffen.

„Vielen wird womöglich gerade erst bewusst, dass sie neben den schmerzlichen persönlichen Verlusten nun auch um ihre berufliche Zukunft bangen müssen.“ Agentur und Jobcenter seien bemüht, den Zugang zu Unterstützungsangeboten so leicht wie möglich zu gestalten. Zusätzlich zu der Beratung in den Geschäftsstellen gebe es deshalb derzeit zum Beispiel Informationsstellen an verschiedenen Orten im Landkreis – etwa am Donnerstag, 2. September, 12 bis 14.30 Uhr auf dem Parkplatz Martinusstraße in Heppingen.

Verhalten ist zurzeit auch die Entwicklung auf dem Stellenmarkt. Zwar zählt die Agentur im Landkreis zum Monatsende 774 Stellenangebote, das sind 270 mehr als vor einem Jahr. Aber das dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch viele Betriebe im Ahrtal unmittelbar von der Flut und ihren Folgen betroffen seien und noch nicht wüssten, wie es weitergeht, betont Schmidt. „Es gibt zwar wissenschaftliche Prognosen, dass gerade das Handwerk in der Region vom bevorstehenden Wiederaufbau profitieren könnte. Aber dafür müssen die Unternehmen natürlich zunächst wieder handlungsfähig sein.“

Ausgeblieben ist bislang aus Sicht der Arbeitsagentur der befürchtete Wegfall von Ausbildungsstellen. „Wir gehen davon aus, dass es da durchaus Probleme gibt. Aber vermutlich helfen sich die Unternehmen in dieser Hinsicht gegenseitig aus und brauchen zumindest vorläufig nicht unsere Unterstützung“, glaubt der Agenturleiter. Anders sehe es bei der Betreuung von Schülerinnen und Schülern aus, die im nächsten Sommer ihren Abschluss machen. „Nach monatelangen Schließungen wegen Corona sind viele Schulen nun so stark von der Flut in Mitleidenschaft gezogen worden, dass völlig unklar ist, wie oder wann es weitergehen wird. Das trifft die Abschlussklassen natürlich besonders hart. Umso wichiger ist es, dass unsere Berufsberaterinnen und -berater für die jungen Leute da sind – auch wenn wir noch nicht sagen können, wo und wie wir unsere Hilfe anbieten können.“

Die Arbeitsagentur hilft auch diesmal mit Kurzarbeitergeld (KuG) – hier ist die Zahl der Anzeigen im Landkreis Ahrweiler in den letzten beiden Monaten wieder deutlich angestiegen. So zeigten im August 178 Betriebe für 1.707 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Juli registrierte die Agentur 191 anzeigende Betriebe und 1.289 betroffene Personen aus dem Ahrkreis. Im Juni, also wenige Wochen vor der Flutkatastrophe, war die Zahl der Anzeigen auf 7 Betriebe und 22 Personen gesunken. Im Corona-August 2020 wurde für 172 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. 

Von der Flut direkt oder indirekt betroffene Bürgerinnen und Bürger, die die Unterstützung der Agentur für Arbeit benötigen, können unter Telefon 0261 – 405 405 Kontakt aufnehmen oder sich an die gebührenfreie Rufnummer 0800 - 4 55 55 00 wenden. Unternehmen steht die ebenfalls gebührenfreie Hotline 0800 - 4 55 55 20 zur Verfügung. Das Jobcenter ist unter Telefon 02641 – 91 160 erreichbar. Die Berufsberatung ist unter Telefon 02651 – 950 333 erreichbar. Aktuelle Informationen gibt es auf der Homepage der Arbeitsagentur: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koblenz-mayen/koblenz-mayen/hochwasser/kontakte-zur-agentur-fuer-arbeit