11.02.2021 | Presseinfo Nr. 7

Gutes Essen und eine tolle Aussicht reichen nicht aus

Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur unterstützt Gastrobetriebe im Kampf gegen Corona und Personalmangel
 

Arbeitgeber*innen in Hotel und Gastronomie haben es nicht leicht. Die benötigten Fachkräfte zu finden, ist seit Jahren ein stetig wachsendes Problem. Und in der Corona-Pandemie gehörten sie zu den ersten, die ihren Betrieb zunächst einschränken und dann einstellen mussten. Doch die Zwangspause lässt sich nutzen, meint Frank Schmidt, der Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen.

Eigentlich waren Beate Kolb und ihre Tochter Stefanie Lenartz mit ihrem Betrieb hochzufrieden. Schließlich liegt ihr „Kloster Restaurant & Café“ in Beilstein, einem der malerischsten Moselorte überhaupt. Die hochwertig restaurierte Gaststätte mit Wintergarten, Terrasse und Garten schmiegt sich an die romantische Karmeliterkirche, der Blick von hier oben schweift von den malerischen mittelalterlichen Gässchen zur Moselschleife, den benachbarten Weinbergen und der geschichtsträchtigen Burgruine.

„Die Menschen kommen gern hierher. Deshalb sah es auch zunächst so aus, als ließen sich die Folgen des ersten Lockdowns in Sommer und Herbst zum großen Teil wieder wettmachen“, sinniert Beate Kolb. Denn kaum war die Gaststätte geöffnet, herrschte lebhafter Andrang. „Obwohl die Plätze den Regeln entsprechend reduziert waren, hatten wir Hochbetrieb.“ Was sofort ein Problem offenbarte, mit dem die Gastronominnen bereits vor Corona zu kämpfen hatten – und das ihnen auf absehbare Zeit erhalten bleiben wird: In der Branche wird es immer schwieriger, Personal zu finden.

Das weiß auch Birgit Bach, die Leiterin des Mayener Arbeitgeberservice (AGS) der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Es gibt kaum eine Branche, die so dienstleistungsorientiert ist, wie Hotel und Gastronomie. Für die Menschen, die hier arbeiten, bedeutet dies, dass sie sich auch am Wochenende und abends – also dann, wenn andere frei haben - um das Wohl ihrer Gäste kümmern und dabei immer gut gelaunt sein müssen. Während der Saison schieben sie unzählige Überstunden, nachher werden sie meist trotzdem entlassen und müssen sich arbeitslos melden. Und oft ist auch die Bezahlung nicht so üppig, wie der anstrengende Job es nahelegen würde.“ Gründe, die manche Servicekraft veranlassen, sich nach einem anderen Job umzuschauen.

In der Zusammenarbeit zwischen AGS und Arbeitgebern werden diese Punkte regelmäßig thematisiert, so auch zwischen den Beilsteinerinnen und Beatrix Preuß, die das Kloster-Restaurant vonseiten der Arbeitsagentur betreut. Meist geschieht das in den letzten Monaten per Telefon oder Skype. Kurz vor dem verschärften Lockdown im Dezember kamen die AGS-Frauen jedoch persönlich vorbei und brachten ihren Chef, Agenturleiter Frank Schmidt, mit, der sich ein persönliches Bild von der Lage an der stark am Tourismus ausgerichteten und deshalb besonders von den Pandemie-Regeln getroffenen Mosel machen wollte.

Mit Maske, Abstand und viel frischer Luft hörte er sich die Sorgen der Gastwirtinnen an und unterstützte sie gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen bei der Suche nach Lösungen. „Denn auch wenn wir die Dauer der Corona-Pandemie nicht beeinflussen können, für die Zeit danach kann jeder Betrieb mit unserer Unterstützung vorsorgen“, betonte Schmidt. Das Klosterrestaurant sieht er durchaus auf einem guten Weg. Der Zweischichtbetrieb garantiert Beschäftigten verlässliche Arbeitszeiten und eine Fünf-Tage-Woche. Dienstpläne werden mit dem Personal abgestimmt, deren Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigt. Auch der Lohn kann sich im Branchenvergleich sehen lassen.

„Das sind Pluspunkte, mit denen Sie bei künftigem Personal werben sollten. Denn wenn Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich bei Ihnen wohl fühlen, kommen sie nach der Saisonpause auch wieder zurück“, riet Schmidt. Allerdings betonten die Agenturvertreter(inn)en auch, dass viele Jobsuchende auf eine dauerhafte Beschäftigung angewiesen seien, die gastronomische Betriebe ihnen oft nicht bieten könnten. Allerdings gebe es auch hier Hilfen, wie etwa das Saisonkurzarbeitergeld. 

Zurzeit bereiten Beate Kolb und Stefanie Lenartz sich auf das Ende des Lockdown und den Start der neuen Saison vor – und sie suchen Personal für die kommenden Monate. Regelmäßige Gespräche mit den Arbeitgeberservice gehören dazu. Die Ratschläge, die sie schon bekommen haben, wollen sie in ihren Planungen berücksichtigen. Schließlich wissen sie: „Wer mit ganzem Herzen in der Gastronomie arbeitet, der gibt diesen Job nicht so einfach auf. Wir werden uns bemühen, der Betrieb zu sein, in den man nicht nur als Kund*in, sondern auch als Mitarbeiter*in gern zurückkehrt.“