03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Neues Beschäftigungshoch in Köln

45.225 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner
132 weniger Arbeitslose als im Vormonat
Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent
Erneut Zunahme der sozialversichungspflichtigen Beschäftigung

„Wir starten das neue Jahr mit einem neuen Beschäftigungshoch in Köln. Noch nie gab es für so viele Menschen Arbeit in der Stadt“, erklärt Sabrina Nüchter, neue operative Geschäftsführerin der Kölner Agentur für Arbeit *. „Im vergangenen Monat konnten  erfreulicher Weise auch die Frauen und die Langzeitarbeitslosen besonders von dem guten Kölner Arbeitsmarkt profitieren“, so Nüchter.

Nicht alle offene Stellen werden von Kölnern besetzt. Die Attraktivität der Stadt und die Arbeitsplätze ziehen Menschen aus der ganzen Bundesrepublik an. „Von den Kölner Arbeitslosen haben über 62 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung, viele von Ihnen sind dazu langzeitarbeitslos. Ohne entsprechende Qualifikation oder Ausbildung wird es aber immer schwieriger eine Arbeit zu finden. Wir haben ausreichende Mittel und Fördermöglichkeiten die Menschen bei ihren Qualifizierungen zu unterstützen. Sie müssen jedoch die entsprechende Motivation mitbringen und dieses Angebot annehmen“, so Sabrina Nüchter. „Der Fachkräftebedarf ist weiterhin hoch. Köln mit seinem starken Dienstleistungssektor bietet dazu viele unterschiedliche Möglichkeiten.“

Der Arbeitsmarkt im Dezember

Im Dezember sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent oder 132 auf 45.225 Personen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.630 Personen oder 3,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember unverändert 7,6 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,4 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Dezember 12.702 Personen. Das sind 95 oder 0,8 Prozent mehr als im November und 755 Personen oder 6,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.523 Arbeitslose. Das sind 227 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im November und 875 Personen oder 2,8 Prozent mehr als im Dezember 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Dezember 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 45.225 Arbeitslosen suchten im Dezember 17.218 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Dezember insgesamt 62.723 [1]. Sie lag damit um 66 oder 0,1 Prozent höher als im November. Gegenüber Dezember 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 3.684 Personen oder 6,2 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Dezember im Vergleich zum Vormonat konstant bei 10,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 9,8 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 72,1 Prozent nach 72,4 Prozent im Vormonat und 73,8 Prozent im Vorjahr.

Im Dezember mussten sich 3.104 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 132 Personen oder 4,1 Prozent weniger als im Vormonat und 81 oder 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.423 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit[3]  beenden. Das sind 83 oder 3,3 Prozent weniger als im November und 124 Personen oder 4,9 Prozent weniger als im Dezember 2018.

Ende Juni 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 582.613. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.978 oder 2,5 Prozent, nach 10.732 oder 1,9 Prozent im Vorquartal.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+4.157 oder +9,4 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-3.448 oder -17,1 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Dezember 8.012 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.520 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,4 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,8 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Dezember mit 7.109 um 533 oder 7 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber Dezember   2018 sind das 1.756 oder 19,8 Prozent weniger Stellen.

1.577 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service in diesem Monat aufgenommen, 391 oder 19,9 Prozent weniger als im Vormonat, 700 Stellen oder 30,7 Prozent weniger als im Dezember 2018. Seit Jahresbeginn wurden 27.153 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen    Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (529 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (475 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (433 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (389 Stellen im Bestand); Gesundheits- und Krankenpflege (282 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)

 


 

*Seit Mitte November ist Sabrina Nüchter im Amt der Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Köln. Sie löst damit Sebastian Lohr ab, der als Geschäftsführer des Internen Services in die Regionaldirektion NRW in Düsseldorf wechselte. Frau Nüchter ist seit 2011 bei der Agentur für Arbeit in verschiedenen Leitungsfunktionen beschäftigt. Die 38jährige leitete zuvor den Bereich der Arbeitgeberservices in der Kölner Arbeitsagentur.

[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)