30.01.2020 | Presseinfo Nr. 5

Arbeitslosigkeit steigt saisonüblich an

47.679 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner
Arbeitslosenquote bei 8,0 Prozent
Ausbildungsmarkt: Jetzt mit dem Halbjahreszeugnis bewerben

Saisonüblich steigt die Arbeitslosigkeit auch in Köln im Januar gegenüber Dezember an. Kündigungstermine zum Jahresende, das Auslaufen befristeter Verträge und das auslaufende Weihnachtsgeschäft lassen die Arbeitslosigkeit im Januar regelmäßig ansteigen.

„Trotz des Anstiegs blicken wir optimistisch ins neue Jahr, denn die Stellenmeldungen der Kölner Betriebe liegen weiter auf hohem Niveau. Menschen, die aktuell arbeitslos geworden sind, bringen oft Qualifikationen mit, die auf dem Markt gebraucht werden. Sie finden nach kurzer Suche einen neuen Arbeitsplatz. Für Menschen ohne Ausbildung, ist es schwerer. Wichtig ist, dass die Menschen Bereitschaft zeigen, ihre Kenntnisse dem Arbeitsmarkt anzupassen und sich weiterzubilden. Da bieten wir auch 2020 viele Hilfestellungen an“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit. Finanzielle Mittel für die Förderungen sind genügend vorhanden. Über 130 Millionen Euro haben die Kölner Agentur für Arbeit und das Jobcenter für 2020 dafür zur Verfügung.

Dass die Förderungen wirken, zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Denn bei gestiegenen Arbeitslosenzahlen konnte Gruppe der sonst etwas schwerer zu vermittelnden Älteren und Langzeitarbeitslosen profitieren. Bei den älteren Arbeitslosen ab 55 Jahren ist der Rückgang sogar landesweit mit einem Rückgang von 6,2 Prozent (-582 Personen) am deutlichsten.  

Auf dem Ausbildungsmarkt sind die ersten Verträge unterschrieben. Das Halbjahreszeugnis ist ein guter Anlass aktiv zu werden. Wer sich jetzt um eine Ausbildungsstelle bewirbt, hat noch zahlreiche Möglichkeiten. Diejenigen, die noch nicht genau wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen, sind bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur genau richtig. Termine können unter www.dasbringtmichweiter.de  oder unter der kostenlosen Hotline 0800 4 55 55 00 vereinbart werden. Unternehmen, die an Bewerberinnen und Bewerbern interessiert sind, melden ihre Stellen dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service unter der Hotline 0800 4 55 55 20.

Am kommenden Wochenende (Fr 31.1. bis Sa 1.2.) sind Berufsberaterinnen und Berufsberater auf der Ausbildungsmesse „Einstieg“ in Halle 7 der Kölnmesse zu finden.

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen saisontypisch im Vergleich zum Vormonat um 5,4 Prozent oder 2.454 auf 47.679 Personen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.651 Personen oder 3,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 8,0 Prozent. Im Dezember lag sie bei 7,6 Prozent, im Vorjahr betrug sie 7,8 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Januar 14.533 Personen. Das sind 1.831 oder 14,4 Prozent mehr als im Dezember und 903 Personen oder 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 33.146 Arbeitslose. Das sind 623 Personen oder 1,9 Prozent mehr als im Vormonat und 748 Personen oder 2,3 Prozent mehr als im Januar 2019.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Januar 2019 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 47.679 Arbeitslosen suchten im Januar 16.487 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Dezember insgesamt 64.441 [1]. Sie lag damit um 1.817 oder 2,9 Prozent höher als im Dezember. Gegenüber Januar 2019 stieg die Unterbeschäftigung um 4.237 Personen oder 7,0 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Januar bei 10,6 Prozent, nach 10,3 Prozent im Vormonat und 10,0 Prozent im Vorjahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 74,0 Prozent nach 72,2 Prozent im Vormonat und 76,5 Prozent im Vorjahr.

Im Dezember mussten sich 4.647 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 1.543 Personen oder 49,7 Prozent mehr als im Vormonat und 152 oder 3,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.217 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 206 oder 8,5 Prozent weniger als im Dezember und 32 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Januar 2019.

Ende Juni 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 582.613. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.978 oder 2,5 Prozent, nach 10.732 oder 1,9 Prozent im Vorquartal.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+4.157 oder +9,4 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-3.448 oder -17,1 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Januar 8.070 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.778 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,5 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,9 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Januar mit 6.810 um 299 oder 4,2 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber Januar 2019 sind das 1.180 oder 14,8 Prozent weniger Stellen.

1.600 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service in diesem Monat aufgenommen, 23 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat, 79 Stellen oder 4,7 Prozent weniger als im Januar 2019.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (407 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (485 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (391 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (378 Stellen im Bestand); Gesundheits- und Krankenpflege (260 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)