31.03.2020 | Presseinfo Nr. 14

Der Kölner Arbeitsmarkt im März 2020

Der Zähltag für die hier verarbeiteten Daten lag vor dem Beginn der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Dementsprechend bilden die hier abgebildeten Zahlen und Verläufe in keiner Weise die aktuelle Lage ab, sondern vielmehr die Lage vor den Maßnahmen.

Der Zähltag für die hier verarbeiteten Daten lag vor dem Beginn der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Dementsprechend bilden die hier abgebildeten Zahlen und Verläufe in keiner Weise die aktuelle Lage ab, sondern vielmehr die Lage vor den Maßnahmen. Verstärkte Auswirkungen der Coronakrise werden daher erst in der Berichterstattung zum Arbeitsmarkt für den Monat April deutlich werden.

„Ein Bild über die jetzige Situation auf dem Kölner Arbeitsmarkt können wir mit den uns vorliegenden Zahlen aus der Statistik diesen Monat nicht zeichnen“, so Johannes Klapper, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Köln.

Grund ist der Stichtag, an dem die Daten für die für den Berichtsmonat März erhoben wurden, der 12.3. Das war vier Tage, bevor die Ausbreitung des Virus und in der Folge die Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben.

„In Köln gab es ab dem 16. März vermehrt Arbeitslosmeldungen, die in die Statistik noch nicht einfließen konnten. Manche der Arbeitslosmeldungen wurden sofort wirksam, andere werden es erst in den kommenden beiden Monaten. Mit den Zahlen Ende April werden wir einen genaueren Überblick darüber haben, welche Auswirkungen die Coronakrise auf die Beschäftigung in der Region insgesamt hat“, so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

Derzeit liegt neben der Bearbeitung der Arbeitslos-Meldungen die Konzentration insbesondere darauf, Beratungen zu Kurzarbeit und die Zahlbarmachung von Leistungen zu gewährleisten. Die Beratungs-Hotlines sind maximal ausgelastet.

„Wir bündeln alle Kräfte, bauen seit Beginn der Pandemieauswirkungen massiv Personal auf, um Arbeitnehmer- und Arbeitgeberkunden in der Region in dieser schwierigen Phase bestmöglich zu unterstützen und bitten um Verständnis, dass es hier oder da aufgrund des hohen Aufkommens von Anträgen auch zu Verzögerungen kommen kann. Allein in Köln haben wir in den letzten zwei Wochen tausende Beratungsgespräche mit Arbeitgebern zum Kurzarbeitergeld durchgeführt. Dazu kommen schriftliche Anfragen, die online und per E-Mail bei uns eingegangen sind. Nicht alle diese Anfragen führen dabei auch zu tatsächlichen Anträgen“, erklärt Johannes Klapper. „Es ist gut, dass so viele Unternehmen davon jetzt Gebrauch machen. Kurzarbeit hat sich bereits in der Finanzkrise 2008/2009 als gutes Instrument bewährt, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und die Wirtschaft nach der Krise schnell wieder in Gang zu bringen.“ so Klapper.

Der Arbeitsmarkt im März (Stand 12. März)

Vor den massiven Maßnahmen gegen Corona und den entsprechenden Einschränkungen zeigte sich eine positive Entwicklung auf dem Kölner Arbeitsmarkt. Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent oder 374 auf 46.663 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 989 Personen oder 2,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt Mitte März 7,8 Prozent. Im Februar lag sie bei 7,9 Prozent, im Vorjahr betrug sie 7,8 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im März 14.105 Personen. Das sind 215 oder 1,5 Prozent weniger als im Februar und 974 Personen oder 7,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im Statistikzeitraum bis 12. März 32.558 Arbeitslose. Das sind 159 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat und 15 Personen mehr als im März 2019.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gesunken und zum März 2019 gestiegen.

Neben den zum 12. März statistisch ausgewiesenen 46.663 Arbeitslosen suchten in diesem Zeitraum 17.290 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im März insgesamt 64.211 [1]. Sie lag damit um 185 Personen niedriger als im Februar. Gegenüber März 2019 stieg die Unterbeschäftigung um 3.710 Personen oder 6,1 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im März bei 10,5 Prozent, im Februar bei 10,6 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 10 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 72,7 Prozent nach 73 Prozent im Vormonat und 75,5 Prozent im Vorjahr.

Bis zum 12. März mussten sich 3.211 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen [2] ). Das waren 136 Personen oder 4,1 Prozent weniger als im Vormonat und 67 oder 2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Bis zu diesem Zeitraum konnten 2.657 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 48 oder 1,8 Prozent mehr als im Februar und 54 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im März 2019.

Ende September 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 591.645. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.399 oder 2,3%, nach +13.978 oder +2,5% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+4.352 oder +9,5%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–3.172 oder –15,8%).

Einen gesonderten Bericht zur Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt erhalten Sie in einer gesonderten Presseinformation.

Eine lokale Hochrechnung zu der Anzahl der Anträge zur Kurzarbeit erhalten Sie auf Anfrage ab 14:00 (nach der Pressekonferenz mit Herrn Heil) unter koeln.pressemarketing@arbeitsagentur.de


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)