01.07.2019 | Presseinfo Nr. 27

Neues Beschäftigungshoch in Köln

- 47.053 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 7,9 Prozent
- Weniger Entlassungen, mehr Einstellungen
- 8.413 offene Arbeitsstellen
- Ausbildungsmarkt: noch große Auswahl an Ausbildungsplätzen

„Auch wenn wir saisonuntypisch diesem Monat mehr Arbeitslose in Köln haben, ist der Arbeitsmarkt weiterhin stabil. Wir haben ein weiteres Beschäftigungshoch, weniger Entlassungen als im Vormonat, mehr Menschen, die in Arbeit gekommen sind und mehr Stellenmeldungen als im Vormonat“, so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

„Grund für den Anstieg der Arbeitslosenzahlen sind Datenkorrekturen, die seit April im Jobcenter vorgenommen werden“, so Klapper.

Die Arbeitsmarktdaten im Juni werden durch eine Qualitätsoffensive der Datenerfassung beeinträchtigt, bei der Kundendaten im Jobcenter überprüft werden. Eine Software filtert Datensätze heraus, bei denen der „Arbeitslos“-Status nicht korrekt erfasst wurde. Diese werden auf Richtigkeit überprüft.  Im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln schätzt die Statistik der BA die Auswirkungen der Korrekturen auf den aktuellen Gesamtbestand Arbeitsloser im SGB II auf mehr als 3 Prozent.

„Viele der Daten die jetzt korrigiert werden gehören zu Arbeitslosen, die vorher in einem Orientierungs- oder Qualifizierungskursus waren und im Anschluss noch nicht wieder als Arbeitslose statistisch aufgenommen worden sind. Das wird jetzt korrigiert. Wenn ich mir die Arbeitsmarktentwicklung ohne diesen statistischen Effekt ansehe, ist die positive Entwicklung auf dem Kölner Arbeitsmarkt zwar etwas verlangsamt, aber immer noch in einer guten Phase des Beschäftigungsanstiegs“, erklärt Johannes Klapper.

Fachkräfte werden weiterhin gesucht. Mehr als 2.600 neue offene Stellen wurden dem Arbeitgeber - Service letzten Monat gemeldet. Knapp 2.000 möchten die Arbeitgeber gerne sofort besetzen.

Der Arbeitsmarkt im Juni

Im Juni steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent oder 726 auf 47.053 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1.414 Personen oder 3,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im Juni um 0,1 Prozentpunkt auf 7,9 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,7 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im Juni 12.331 Personen. Das sind 127 oder 1,8 Prozent weniger als im Vormonat und 74 Personen oder 0,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherungnach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 34.722 Arbeitslose. Das sind 835 Personen oder 2,5 Prozent mehr als im Mai und 1.340 Personen oder 4 Prozent mehr als im Juni 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Juni 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 47.053 Arbeitslosen suchten im Juni 14.213 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Juni insgesamt 61.539[1]. Sie lag damit um 654 oder 1,1 Prozent höher als im Mai. Gegenüber Juni 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 572 Personen oder 0,9 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 10,1 Prozent, und liegt damit gleich zum Vorjahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 76,5 Prozent nach 76,1 Prozent im Vormonat und 74,9 Prozent im Vorjahr.

Im Mai mussten sich 3.205 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 20 Personen oder 0,6 Prozent weniger als im Vormonat und 390 oder 13,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn mussten sich 21.110 Personen arbeitslos melden. Das sind 535 oder 2,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2018.

Im aktuellen Monat konnten 2.713 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3]  beenden. Das sind 99 oder 3,8 Prozent mehr als im Mai und 81 Personen oder 3,1 Prozent mehr als im Juni 2018. Seit Jahresbeginn haben 15.884 Personen eine Beschäftigung aufgenommen. Das sind 897 Personen oder 5,3 Prozent weniger als 2018. 

Ende Dezember 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 580.138. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 12.861 oder 2,3 Prozent, nach +13.162 oder ebenfalls +2,3 Prozent im Vorquartal.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.705 oder +3,5 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.961 oder –9,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Juni 7.862 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.450 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,2 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,3 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Im Laufe des Ausbildungsjahres (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) haben sich bislang 4.801 Bewerberinnen und Bewerber an die Arbeitsagentur gewandt. Das ist ein Minus von 52 Bewerberinnen und Bewerbern oder 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuell sind noch 1.904 davon auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für den kommenden Herbst (minus 22 oder 1,1 Prozent). Dem stehen insgesamt 6.487 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber (plus 485 Stellen oder 8,1 Prozent), wovon aktuell noch 2.990 Stellen unbesetzt sind (plus 74 Stellen oder 2,5 Prozent gegenüber 2018).

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Juni mit 8.413 um 95 oder 1,1 Prozent über der des Vormonats. Gegenüber Juni 2018 sind das 879 oder 9,5 Prozent weniger Stellen.

2.611 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im Juni aufgenommen, 480 oder 22,5 Prozent mehr als im Vormonat, 312 Stellen oder 10,7 Prozent weniger als im Juni 2018. Seit Jahresbeginn wurden 14.356 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (789 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (663 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (662 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (658 Stellen im Bestand); Medizinische Gesundheitsberufe (554 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unterder kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder perE-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)

[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)