31.07.2019 | Presseinfo Nr. 33

Schlussspurt am Ausbildungsmarkt, Arbeitsmarkt saisontypisch

- 47.950 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 8,0 Prozent
- 8.662 offene Arbeitsstellen
- Schlussspurt auf dem Ausbildungsmarkt: noch gute Auswahl an Ausbildungsplätzen -Termin:14.08.2019 „Langer Abend der Ausbildung“

„Dass die Arbeitslosenzahlen in den Urlaubsmonaten steigen ist absolut normal. Auslaufende Verträge vor den Ferien und die Jugendlichen, die bei uns gemeldet sind und eine Ausbildung suchen oder gerade eine beendet haben spielen dabei eine große Rolle“, erklärt Sebastian Lohr, operativer Geschäftsführer der Kölner Agentur für Arbeit. „Dazu kommen jetzt auch die ersten gekündigten Arbeitnehmer von Ford, die über uns eine neue Stelle suchen. Hier und auch bei Beschäftigten, die von Kündigungen bedroht sind, bieten wir massiv Weiterbildungen und Qualifizierungen an, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Bei den Neu-Einstellungen sind die Arbeitgeber zurzeit zögerlicher als im vergangenen Boomjahr 2018. Trotzdem halten wir in Köln weiter einen absoluten Beschäftigungsrekord“, so Lohr.  

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr ist zusätzlich durch eine Qualitätsoffensive der Datenerfassung beeinträchtigt, bei der Kundendaten im Jobcenter überprüft werden. Eine Software filtert Datensätze heraus, bei denen der „Arbeitslos“-Status nicht korrekt erfasst wurde. Diese werden auf Richtigkeit überprüft.  Im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln schätzt die Statistik der BA die Auswirkungen der Korrekturen auf den aktuellen Gesamtbestand Arbeitsloser im SGB II auf mehr als 3 Prozent. Daher fällt der Vergleich zum Vorjahr höher aus als üblich.

„Am Ausbildungsmarkt ist Endspurt für Betriebe und Auszubildende. Rund 1550 Jugendliche sind noch nicht untergebracht, knapp 2500 Ausbildungsstellen sind in Köln noch nicht besetzt“, so Sebastian Lohr. „Bisher haben wir weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als letztes Jahr, aber auch mehr Bewerber, die noch keinen Vertrag in der Tasche haben. Nicht alle Ausbildungen starten zum 1. August. Es gibt also noch genügend Möglichkeiten in den kommenden zwei Monaten einen Ausbildungsplatz zu bekommen.“

Endgültig wird die Septemberbilanz das Ergebnis zeigen. Aber im August bietet die Agentur den Jugendlichen am „langen Abend der Ausbildung" in Ossendorf noch mal die Chance mit Kammern und Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen und von den Berufsberatern unterstützt zu werden.

Termin: 14. August 2019, 17:00 – 20:00 Uhr
in der Agentur für Arbeit Köln, Butzweilerhofallee 1, 50829 Köln (Berufsinformationszentrum)

Der Arbeitsmarkt im Juli

Im Juli steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent oder 897 auf 47.950 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2.062 Personen oder 4,5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im Juli um 0,1 Prozentpunkt auf 8,0 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,8 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im Juli 13.287 Personen. Das sind 956 oder 7,8 Prozent mehr als im Vormonat und 475 Personen oder 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 34.663 Arbeitslose. Das sind 59 Personen oder 0,2 Prozent weniger als im Juni und 1.587 Personen oder 4,8 Prozent mehr als im Juli 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Juli 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 47.950 Arbeitslosen suchten im Juli 13.965 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Juli insgesamt 62.191[1]. Sie lag damit um 696 oder 1,1 Prozent höher als im Juni. Gegenüber Juli 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 1.123 Personen oder 1,8 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 10,2 Prozent, und liegt damit 0,1 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 77,1 Prozent nach 76,5 Prozent im Vormonat und 75,1 Prozent im Vorjahr.

Im Juli mussten sich 3.476 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 271 Personen oder 8,5 Prozent mehr als im Vormonat und 120 oder 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im aktuellen Monat konnten 2.486 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit[3] beenden. Das sind 227 oder 8,4 Prozent weniger als im Juni und 247 Personen oder 9,0 Prozent mehr als im Juli 2018.

Ende Dezember 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 580.138. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 12.861 oder 2,3 Prozent, nach +13.162 oder ebenfalls +2,3 Prozent im Vorquartal.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.705 oder +3,5 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.961 oder –9,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Juli 7.856 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.517 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,2 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,3 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Im Laufe des Ausbildungsjahres (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) haben sich bislang 5.005 Bewerberinnen und Bewerber an die Arbeitsagentur gewandt. Das ist ein Minus von 116 Bewerberinnen und Bewerbern oder 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuell sind noch 1.547 davon auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für den kommenden Herbst (plus 65 oder 4,4 Prozent). Dem stehen insgesamt 6.693 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber (plus 420 Stellen oder 6,7 Prozent), wovon aktuell noch 2.499 Stellen unbesetzt sind (minus 63 Stellen oder 2,5 Prozent gegenüber 2018).

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Juli mit 8.662 um 249 oder 3,0 Prozent über der des Vormonats. Gegenüber Juli 2018 sind das 1,088 oder 11,2 Prozent weniger Stellen.

2.372 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im Juli aufgenommen, 239 oder 9,2 Prozent weniger als im Vormonat, 1030 Stellen oder 30,3 Prozent weniger als im Juli 2018. Seit Jahresbeginn wurden 16.728 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (633 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (586 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (432 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (413 Stellen im Bestand); Energietechnik (301 Stellen im Bestand); Objekt- und Personenschutz (277 Stellen im Bestand); Gastronomie (254 Stellen im Bestand); Gesundheitsberufe wie Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshelfer (225 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)