29.08.2019 | Presseinfo Nr. 36

Arbeitsagentur wirbt um Perspektiven für Langzeitarbeitslose

- 48.518 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner
- Arbeitslosenquote 8,1 Prozent
- Noch mehr als 1.700 Ausbildungsplätze zur Wahl
- Info-Messe „Duales Studium“ im BiZ

„Saisontypisch für den Ferienmonat steigt die Arbeitslosigkeit im August leicht an. Gleichzeitig haben die Stellenmeldungen der Betriebe aber wieder leicht zugenommen. Der Arbeitsmarkt bleibt in Köln dank seiner breiten Aufstellung also weiter gefestigt“, so fasst Johannes Klapper den Bericht zum Kölner Arbeitsmarkt zusammen. „Erfreulich ist, dass wir die Zahl der über 55jährigen Arbeitslosen im August wieder unter die 10 Prozent Marke senken konnten“, so der Vorsitzende der Kölner Arbeitsagentur. Kurzzeitig getrübt wird dieses Ergebnis durch auslaufende Aufträge im Reinigungsgewerbe, was vermehrt Kündigungen gerade bei Teilzeit- und Geringfügig beschäftigten Frauen nach sich zog. „Diese eingearbeiteten Kräfte werden aber meist vom Folgeauftraggeber wieder gebraucht, sodass wir hier mit schnellen Wiedereinstellungen rechnen“, so Klapper.

Erfolgreich ist die Kölner Agentur gemeinsam mit dem Jobcenter bei den geförderten Arbeitsstellen für Langzeitarbeitslose. Über fünf Jahre lang können Arbeitgeber gestaffelt bis zu 100 Prozent Lohnkostenzuschuss erhalten, wenn sie einen Langzeitarbeitslosen einstellen. „Wir haben aktuell 463 Langzeitarbeitslosen über das „Teilhabechancengesetz“ neue Perspektiven eröffnen können und suchen noch weitere Arbeitgeber, die mitmachen“, so Klapper. „Geeignete Kandidaten bei den Arbeitslosen und Fördermittel sind vorhanden.“  

Im August sind die ersten Ausbildungen gestartet. „Noch sind aber längst nicht alle Verträge geschlossen. Wir haben mehr als 1000 Jugendliche, die sich noch nicht entschieden haben, was sie werden wollen“, so Johannes Klapper. Über 1700 Ausbildungsplätze stehen für die Auswahl noch zur Verfügung. Endgültig wird die Septemberbilanz das Ergebnis zeigen.

Vorbereitend für das nächste Ausbildungsjahr informiert die Agentur für Arbeit im September mit der Messe „Duales Studium“ interessierte Schülerinnen und Schüler. Unternehmen der Region stellen sich mit Ihren Angeboten vor. Zusätzlich runden Fachvorträge, Bewerbungsmappen-Checks und Beratungsangebote das große Infoangebot ab.

Die Messe „Duales Studium“ findet statt am
Freitag, den 20.09.2019, 11:00 bis 15:00 Uhr
Berufsinformationszentrum, Agentur für Arbeit Köln
Butzweilerhofallee 1, 50829 Köln

Der Arbeitsmarkt im August

Im August steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent oder 568 auf 48.518 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2.117 Personen oder 4,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im August um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,9 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im August 13.592 Personen. Das sind 305 oder 2,3 Prozent mehr als im Vormonat und 563 Personen oder 4,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 34.926 Arbeitslose. Das sind 263 Personen oder 0,8 Prozent mehr als im Juli und 1.554 Personen oder 4,7 Prozent mehr als im August 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum August 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 48.518 Arbeitslosen suchten im August 13.890 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im August insgesamt 62.671 [1]. Sie lag damit um 474 oder 0,8 Prozent höher als im Juli.

Gegenüber August 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 1.919 Personen oder 3,2 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im August im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 10,3 Prozent und liegt damit 0,2 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 77,4 Prozent nach 77,1 Prozent im Vormonat und 76,4 Prozent im Vorjahr.

Im August mussten sich 3.632 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 156 Personen oder 4,5 Prozent mehr als im Vormonat und 241 oder 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im aktuellen Monat konnten 2.620 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 134 oder 5,4 Prozent mehr als im Juli und 108 Personen oder 4,3 Prozent mehr als im August 2018.

Ende Dezember 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 580.138. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 12.861 oder 2,3 Prozent, nach +13.162 oder ebenfalls +2,3 Prozent im Vorquartal.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.705 oder +3,5 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.961 oder –9,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im August 7.924 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.749 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,2 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,7 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Im Laufe des Ausbildungsjahres (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) haben sich bislang 5.219 Bewerberinnen und Bewerber an die Arbeitsagentur gewandt. Das ist ein Minus von 156 Bewerberinnen und Bewerbern oder 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuell sind noch 1.061 davon auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für den kommenden Herbst (plus 76 oder 7,7 Prozent). Dem stehen insgesamt 6.899 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber (plus 389 Stellen oder 6,0 Prozent), wovon aktuell noch 1.743 Stellen unbesetzt sind (plus 41 Stellen oder 2,4 Prozent gegenüber 2018).

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im August mit 8.601 um 61 oder 0,7 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber August 2018 sind das 1.636 oder 16 Prozent weniger Stellen.

2.510 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im August aufgenommen, 138 oder 5,8 Prozent mehr als im Vormonat, 484 Stellen oder 16,2 Prozent weniger als im August 2018. Seit Jahresbeginn wurden 19.238 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (633 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (546 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (452 Stellen im Bestand);  Büro und Sekretariat (374 Stellen im Bestand); Energietechnik (303 Stellen im Bestand); Objekt- und Personenschutz (279 Stellen im Bestand); Gastronomie (226 Stellen im Bestand); Gesundheitsberufe wie Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshelfer (215 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)