30.09.2019 | Presseinfo Nr. 39

Leichte Herbstbelebung auf dem Kölner Arbeitsmarkt

- 46.971 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner
- Arbeitslosenquote bei 7,9 Prozent
- 579.144 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum Stichtag 1. März 2019
- Bilanz auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird am 30. Oktober gezogen

„Der September bringt eine leichte Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen in Köln ist wie erwartet gesunken. Wir verzeichnen mehr Arbeitsaufnahmen und weniger Entlassungen als im August“, resümiert Johannes Klapper den Arbeitsmarkt im September 2019.

„Die neuen Beschäftigtenzahlen zeigen, dass in Köln innerhalb eines Jahres fast 11.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind.“  Mit Stand März 2019 sind in Köln 579.144 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresquartal März 2018 ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 1,9 Prozent oder 10.732 Personen gestiegen. Die Agentur Köln liegt damit im mittleren Drittel der NRW-Arbeitsagenturen. Die Agenturen in NRW streuen zwischen 0,2 und 2,9 Prozent.

Am 1. Oktober ist der internationale Tag der älteren Menschen. Auf dem Arbeitsmarkt sieht die Situation in Köln für Ältere über 55-jährige wie folgt aus:

Aktuell sind insgesamt sind 98.940 ältere Personen (55 Jahre bis Regelaltersgrenze) sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Tendenz steigend (Stand März 2018). Während die allgemeine Beschäftigung innerhalb eines Jahres um 1,9 Prozent stieg, ist die Beschäftigung der Älteren um 6,6 Prozent angestiegen. Insgesamt sind 17,1 Prozent aller Beschäftigten 55 Jahre und älter. Dem gegenüber steht die Arbeitslosenquote der Älteren, die mit 9,1 Prozent deutlich höher als die allgemeine Quote liegt (7,9 Prozent). „Viele Betriebe setzen auf die Erfahrung und das Knowhow ihrer älteren Beschäftigten. Doch mit der Neueinstellung von Älteren tun sich viele nach wie vor schwer. Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs wünsche ich mir da ein Umdenken und mehr Chancen für Ältere,“ so Klapper.

Der Arbeitsmarkt im September

Im September sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 3,2 Prozent oder 1.547 auf 46.971 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2.213 Personen oder 4,9 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sinkt im September um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,6 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im September 13.128 Personen. Das sind 464 oder 3,4 Prozent weniger als im August und 598 Personen oder 4,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 33.843 Arbeitslose. Das sind 1.083 Personen oder 3,1 Prozent weniger als im August und 1.615 Personen oder 5,0 Prozent mehr als im September 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gesunken und zum September 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 46.971 Arbeitslosen suchten im September 15.288 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im August insgesamt 62.527 [1]. Sie lag damit um 234 oder 0,4 Prozent niedriger als im August. Gegenüber September 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 2.579 Personen oder 4,3 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im September im Vergleich zum Vormonat gleich bei 10,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 9,9 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 75,1 Prozent nach 77,3 Prozent im Vormonat und 74,7 Prozent im Vorjahr.

Im August mussten sich 3.518 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 114 Personen oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat und 294 oder 9,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 3.106 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 486 oder 18,5 Prozent mehr als im August und 73 Personen oder 2,3 Prozent weniger als im September 2018.

Ende März 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 579.144. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 10.732 oder 1,9 Prozent. Im Vorquartal, Dezember 2018, lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei 580.138.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+3.302 oder +7,6 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-3.999 oder -19,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im September 7.923 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.686 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,3 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,8 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im September mit 8.459 um 142 oder 1,7 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber September   2018 sind das 1.683 oder 16,6 Prozent weniger Stellen.

2.083 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service in diesem Monat aufgenommen, 472 oder 18,8 Prozent weniger als im Vormonat, 1.044 Stellen oder 33,9 Prozent weniger als im September 2018. Seit Jahresbeginn wurden 21.276 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (636 Stellen im Bestand);  Fahrzeugführung im Straßenverkehr (495 Stellen im Bestand);  Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (472 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (361 Stellen im Bestand); Energietechnik (273 Stellen im Bestand); Gesundheitsberufe wie Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshelfer (244 Stellen im Bestand); Objekt- und Personenschutz (243 Stellen im Bestand); Gastronomie (238 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter
der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)