30.10.2019 | Presseinfo Nr. 41

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit

46.651 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner;  Mehr neue Stellen als im Vormonat; Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent; 579.144 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum Stichtag 1. März 2019; Beratungscenter erweitert Angebote im Herbst

„Der Herbstaufschwung sorgt weiter für Stabilität auf dem Kölner Arbeitsmarkt. Der Beginn der Ausbildungsverhältnisse und die weiter wachsenden Beschäftigtenzahlen sorgen für einen positiven Ausgleich“, fasst Johannes Klapper den Arbeitsmarkt im Oktober 2019 zusammen.

„Durch den Einsatz unserer Fördermöglichkeiten konnten wir für zahlreiche Personen Arbeitslosigkeit beenden oder verhindern. Gerade im Bereich der beruflichen Weiterbildung haben wir seit Beginn des Jahres stark zugelegt“, so Klapper.

Seit Anfang des Jahres bietet das sogenannte „Qualifizierungschancengesetz“ den Arbeitsagenturen mehr Möglichkeiten nicht nur Arbeitslose, sondern auch Beschäftigte durch Weiterbildung fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Gegenüber dem Vorjahr konnten 726 mehr Personen allein in der Beruflichen Weiterbildung gefördert werden, gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Steigerung sogar bei 34,8 Prozent. „Da ist aber auf jeden Fall noch viel mehr möglich“, so Klapper. „Wir haben in unserem Beratungscenter für alle Bürgerinnen und Bürger, ob arbeitslos oder beschäftigt, einen freien Zugang eingerichtet und die Beratung jetzt im Herbst noch mal verstärkt. Jeder kann einfach ohne Termin vorbeikommen und fragen, was in seiner Situation möglich ist. Mit dabei sind die Kammern und Bildungsanbieter aus Köln. Ich kann jeden nur ermuntern, dieses Angebot anzunehmen, denn Weiterbildung sichert die Zukunftschancen am Arbeitsmarkt“, so Johannes
Klapper.   

Das Weiterbildungs – Beratungscenter ist Teil des BiZ in der Arbeitsagentur Köln und zu den allgemeinen Öffnungszeiten allen Kölner Bürgern zugänglich.

Der Arbeitsmarkt im Oktober

Im Oktober sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent oder 320 auf 46.651 Personen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.913 Personen oder 6,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sinkt im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,4 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Oktober 12.971 Personen. Das sind 157 oder 1,2 Prozent weniger als im September und 792 Personen oder 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 33.680 Arbeitslose. Das sind 163 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im September und 2.121 Personen oder 6,7 Prozent mehr als im Oktober 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gesunken und zum Oktober 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 46.651 Arbeitslosen suchten im Oktober 15.533 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Oktober insgesamt 62.451 [1]. Sie lag damit um 127 oder 0,2 Prozent niedriger als im September. Gegenüber Oktober 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 3.107 Personen oder 5,2 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 9,8 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 74,7 Prozent nach 75,1 Prozent im Vormonat und 73,7 Prozent im Vorjahr.

Im Oktober mussten sich 3.672 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 154 Personen oder 4,4 Prozent mehr als im Vormonat und 333 oder 10 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 3.086 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 20 oder 0,6 Prozent weniger als im September, aber 96 Personen oder 3,2 Prozent mehr als im Oktober 2018.

Ende März 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 579.144. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 10.732
oder 1,9 Prozent. Im Vorquartal, Dezember 2018, lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei 580.138.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+3.302 oder +7,6 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-3.999 oder -19,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Oktober 7.982 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.610 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,4 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,7 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Oktober mit 8.165 um 294 oder 3,5 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber Oktober   2018 sind das 1.562 oder 16,1 Prozent weniger Stellen.

2.332 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service in diesem Monat aufgenommen, 294 oder 14,4 Prozent mehr als im Vormonat, 29 Stellen oder 1,3 Prozent mehr als im Oktober 2018. Seit Jahresbeginn wurden 23.608 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (637 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (495 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (507 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (386 Stellen im Bestand); Energietechnik (282 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter
der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)