29.11.2019 | Presseinfo Nr. 48

Arbeitslosenzahlen sinken weiter

45.357 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner;
1.294 weniger Arbeitslose als im Vormonat;
Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent;
Weiterbildungsangebote auf dem Vormarsch

„Der November ist klassischerweise ein Monat mit geringerer Arbeitslosigkeit. Es freut mich, dass wir in diesem Monat nicht nur knapp 1.300 weniger Arbeitslose, sondern auch die niedrigsten Arbeitslosenzahlen des Jahres verzeichnen können“, fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit, den Arbeitsmarkt im November 2019 zusammen.

„Vor allem Ältere und Langzeitarbeitslose konnten von dem robusten Arbeitsmarkt und natürlich auch von dem beginnenden Weihnachtgeschäft profitieren. Dass das kein rein saisonaler Effekt ist, zeigt der Vergleich zum Vorjahr.  Dort sind die Älteren die einzige Gruppe die einen starken Rückgang verzeichnen kann, also auch vermehrt eingestellt wurden“, ergänzt Klapper.

Die meisten Arbeitslosen haben einen Neuanfang in den Bereichen Verkehr, Logistik und Handel, Tourismus starten können. Daneben werden Arbeitskräfte im Bereich Produktion und Fertigung weiterhin stark gesucht.

„Den Bereich der beruflichen Weiterbildung konnten wir im letzten Monat noch weiter ausbauen. Mehr als 3200 Teilnehmer qualifizieren sich gerade beruflich weiter und erhöhen damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so Johannes Klapper.

Seit Anfang des Jahres bietet das sogenannte „Qualifizierungschancengesetz“ den Arbeitsagenturen mehr Möglichkeiten nicht nur Arbeitslose, sondern auch Beschäftigte durch Weiterbildung fit für den Arbeitsmarkt zu machen.

In Köln ist das Beratungscenter für Weiterbildung in der Arbeitsagentur zu den allgemeinen Öffnungszeiten allen Kölner Bürgern ohne vorherige Terminvereinbarung zugänglich.

Der Arbeitsmarkt im November

Im November sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 2,8 Prozent oder 1.294 auf 45.357 Personen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.503 Personen oder 3,4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sinkt im November um 0,2 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,4 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im November 12.607 Personen. Das sind 364 oder 2,8 Prozent weniger als im Oktober und 738 Personen oder 6,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.750 Arbeitslose. Das sind 930 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im Oktober und 765 Personen oder 2,4 Prozent mehr als im November 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum November 2018 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 45.357 Arbeitslosen suchten im November 17.002 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im November insgesamt 62.626[1] . Sie lag damit um 44 oder 0,1 Prozent höher als im Oktober. Gegenüber November 2018 stieg die Unterbeschäftigung um 3.256 Personen oder 5,5 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im November im Vergleich zum Vormonat konstant bei 10,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 9,8 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 72,4 Prozent nach 74,5 Prozent im Vormonat und 73,9 Prozent im Vorjahr.

Im November mussten sich 3.236 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen [2] ). Das waren 436 Personen oder 11,9 Prozent weniger als im Vormonat und 114 oder 3,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.506 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 580 oder 18,8 Prozent weniger als im Oktober und 376 Personen oder 13 Prozent weniger als im November 2018.

Ende März 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 579.144. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 10.732 oder 1,9 Prozent. Im Vorquartal, Dezember 2018, lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei 580.138.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (+3.302 oder +7,6 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-3.999 oder -19,5 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im November 7.987 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.443 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,4 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 7,6 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im November mit 7.642 um 523 oder 6,4 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber November   2018 sind das 1.907 oder 20 Prozent weniger Stellen.

1.968 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service in diesem Monat aufgenommen, 364 oder 15,6 Prozent weniger als im Vormonat, 599 Stellen oder 23,3 Prozent weniger als im November 2018. Seit Jahresbeginn wurden 25.576 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen   Fahrzeugführung im Straßenverkehr (541 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (533 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (501 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (364 Stellen im Bestand); Energietechnik (248 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)