31.01.2019 | Presseinfo Nr. 5

Arbeitslosigkeit steigt saisontypisch an

Arbeitslosigkeit zum Vormonat gestiegen: 2.433 mehr Arbeitslose, Insgesamt 46.028 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner;  Quote 7,8 Prozent;  2.445 weniger Arbeitslose als vor einem Jahr;  1.679 neue Stellen im Januar gemeldet, 589 Stellen weniger als im Dezember

"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist eine Entwicklung, die wir jedes Jahr sehen, also typisch für die Jahreszeit. Kündigungstermine zum Jahresende, das Auslaufen befristeter Verträge und das auslaufende Weihnachtsgeschäft lassen die Arbeitslosigkeit in einem Januar regelmäßig ansteigen. Im Vergleich zum Januar 2018 haben wir immer noch fast 2.500 Arbeitslose weniger, was vor allem an der guten Entwicklung im Jobcenter liegt. Gerade bei den Langzeitarbeitslosen und den Ausländern konnten wir die Arbeitslosenzahlen um gut 1.500 senken,“ so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

„Bei den Stellenmeldungen sind die Betriebe im Moment noch zögerlich“, so Klapper weiter. „Das mag an einer abschwächenden konjunkturellen Entwicklung aber auch an den Unsicherheiten gegenüber dem bevorstehenden Brexit liegen. Doch Fachkräfte werden nach wie vor gebraucht und gesucht.“

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Dezember um 5,6 Prozent oder 2.433 auf 46.028 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 2.445 Personen oder 5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im Januar gegenüber Dezember um 0,4 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,4 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im Januar 13.630 Personen. Das sind 1.683 oder 14,1 Prozent mehr als im Vormonat und 57 Personen oder 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.398 Arbeitslose. Das sind 750 Personen oder 2,4 Prozent mehr als im Dezember und 2.388 Personen oder 6,9 Prozent weniger als im Januar 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 46.028 Arbeitslosen suchten im Januar 13.829 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Januar insgesamt 60.129 1. Sie lag damit um 1.087 oder 1,8 Prozent höher als im Dezember. Gegenüber Januar 2018 sank die Unterbeschäftigung um 3.247 Personen oder 5,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 10 Prozent, vor einem Jahr waren es 10,8 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 76,5 Prozent nach 73,8 Prozent im Vormonat und 76,5 Prozent im Vorjahr.
Im Januar mussten sich 4.495 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen 2). Das waren 1.310 oder 41,1 Prozent mehr als im Vormonat und 94 oder 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im aktuellen Monat konnten 2.249 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit 3 beenden. Das sind 298 oder 11,7 Prozent weniger als im Dezember und 16 oder 0,7 Prozent weniger als im Januar 2018.
Ende Juni 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 568.635. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 15.193 oder 2,7 Prozent, nach plus 15.405 oder plus 2,8 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+4.203 oder +5,7%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie, einem Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes (–427 oder –1,2%).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Januar 7.842 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 2.876 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,4 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 6,2 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Januar mit 7.990 um 875 oder 9,9 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber Januar 2018 sind das 879 oder 9,9 Prozent weniger Stellen.

1.679 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im Januar aufgenommen, 589 weniger als im Vormonat.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (928 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (617 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (583 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (562 Stellen im Bestand);

Mechatronik -, Energie - und Elektroberufe (474 Stellen im Bestand). Die meisten neuen Stellenmeldungen gab es in dem Berufsbereich der Unternehmensführung- und Organisation mit 194 neuen Stellen.

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter  der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Für viele Unternehmen hat die Suche nach Auszubildenden für das nächste Jahr bereits begonnen. Jugendliche sollten sich frühzeitig über die vielfältigen Möglichkeiten informieren, die ihnen nach Abschluss der Schule zur Verfügung stehen. Die Berufsberatung der Kölner Arbeitsagentur hilft Jugendlichen auch ohne Termin mit einer Kurzberatung im Berufsinformationszentrum (BiZ). Ausführliche Beratung erhalten sie mit Termin unter der kostenlosen Telefonnummer: 0800 4 5555 00.
 


Linktipps und wichtige Telefonnummern:
Ausbildung:

http://entdecker.biz-medien.de/  Berufe entdecken
https://set.arbeitsagentur.de/teaser   Welcher Beruf passt zu dir?
http://dasbringtmichweiter.de   (Aus- und Weiterbildungsportal)
Arbeit:
http://integrationpoint.de   (Infos für Flüchtlinge/Asylbewerber)
www.jobboerse.arbeitsagentur.de  : Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen
https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices   Online Serviceangebote
kostenlose Servicenummer für Arbeitgeber 0800 4 5555 20

1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.
2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)