01.03.2019 | Presseinfo Nr. 9

Hoher Fachkräftebedarf in Köln

Arbeitslosigkeit zum Vormonat gesunken: Insgesamt 45.598 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 7,7 Prozent; Hoher Stellenzugang im Februar: 2.821 neue Stellen aufgenommen, über 8.000 freie Stellen zur Besetzung;  #AusbildungKlarmachen: Infos und Aktionen zur Woche der Ausbildung vom 11. bis 15. März 2019

"Der Fachkräftebedarf der Kölner Betriebe ist in diesem Monat besonders deutlich zu spüren. Sicherlich bedingt durch die milde Witterung wurden unserem Arbeitgeber-Service im Februar mehr als 2.800 neue Stellen gemeldet. Die Ausgangslage ist günstig für eine zu erwartende Frühjahrsbelebung. Das lässt mich zuversichtlich auf die nächsten Monate blicken,“ so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. „In diesem Monat führen wir wieder die Woche der Ausbildung 2019 durch, in der sich Jugendliche bei verschiedenen Aktionen in Köln und der Region über Ausbildungen informieren können. In einigen Branchen endet im März schon die Bewerbungsfrist um Ausbildungsstellen, so dass Jugendliche, die noch keinen Kontakt zur Berufsberatung haben, jetzt aktiv werden müssen,“ appelliert Klapper an die jungen Kölnerinnen und Kölner. Infos und Termine zur Woche der Ausbildung 2019 sind unter #AusbildungsKlarmachen zu finden.

Der Arbeitsmarkt im Februar
Im Februar sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent oder 430 auf 45.598 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 2.775 Personen oder 5,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote sinkt im Februar gegenüber Januar um 0,1 Prozentpunkt auf 7,7 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,4 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im Februar 13.290 Personen. Das sind 340 oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat und 531 Personen oder 3,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.308 Arbeitslose. Das sind 90 Personen oder 0,3 Prozent weniger als im Januar und 2.244 Personen oder 6,5 Prozent weniger als im Februar 2018.
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 45.598 Arbeitslosen suchten im Februar 15.029 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Februar insgesamt 60.9051. Sie lag damit um 701 oder 1,2 Prozent höher als im Januar. Gegenüber Februar 2018 sank die Unterbeschäftigung um 2.224 Personen oder 3,5 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 10,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 74,9 Prozent nach 76,5 Prozent im Vormonat und 76,6 Prozent im Vorjahr.

Im Februar mussten sich 3.477 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen 2). Das waren 1.018 Personen oder 22,6 Prozent weniger als im Vormonat und 176 oder 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im aktuellen Monat konnten 2.704 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit 3 beenden. Das sind 455 oder 20,2 Prozent mehr als im Januar und 77 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im Februar 2018. Ende Juni 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 568.635. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 15.193 oder 2,7 Prozent. Die Agentur für Arbeit Köln liegt mit dieser Steigerung im oberen Drittel aller Agenturbezirke in Nordrhein-Westfalen. Die Agenturbezirke haben Steigerungsraten zwischen 0,8 und 3,5 Prozent zu verzeichnen. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+4.203 oder +5,7%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie, einem Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes (–427 oder –1,2%).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Februar 7.792 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 2.867 Menschen arbeitslos.
Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,3 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 6,3 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im Februar mit 8.057 um 67 oder 0,8 Prozent über der des Vormonats. Gegenüber Februar 2018 sind das 1.286 oder 13,8 Prozent weniger Stellen.
2.821 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im Februar aufgenommen, 1.142 oder 68 Prozent mehr als im Vormonat, 19 Stellen oder 0,7 Prozent weniger als im Februar 2018.
Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (867 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (599 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (640 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (617 Stellen im Bestand); Mechatronik -, Energie - und Elektroberufe (418 Stellen im Bestand).
Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de .

Vom 11. bis 15. März findet die Woche der Ausbildung 2019 statt. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Köln nimmt an verschiedenen Aktionen teil, die unter dem #AusbildungKlarmachen zu finden sind. Dies sind beispielsweise die Ausbildungsbörse „Gestalte deine Zukunft“ im Kölner Rathaus am 14.3., die Ausbildungsbörse „Abenteuer Beruf“ in den Abenteuerhallen Kalk am 15.3. oder das Azubi-Speed-Dating der Handwerkskammer zu Köln im Rheinenergiestadion am 19.3.
Eine Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt ziehen die Arbeitsmarktpartner gemeinsam am 29. März 2019.


Linktipps:
Zum Thema Ausbildung:
https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?
http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)
Zum Thema Arbeit:
http://integrationpoint.de  (Infos für Flüchtlinge/Asylbewerber)
www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen
https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote


1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.
Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
3 Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)