29.03.2019 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitsmarkt weiterhin stabil

Arbeitslosigkeit zum Vormonat leicht gestiegen: Insgesamt 45.674 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 7,8 Prozent; Weiterhin hoher Stellenzugang im März: 2.636 neue Stellen aufgenommen, 8.220 freie Stellen zur Besetzung; Erneuter Höchststand: 578.246 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Gegenüber dem Vorjahresquartal Zunahme um 13.162.

 

"Die Beschäftigung in Köln wächst weiter. Wir hatten in diesem Monat trotzdem eine geringfügige Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Viele Teilnehmer an Kursen zur beruflichen Eingliederung haben diese nun abgeschlossen und bewerben sich jetzt auf dem Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vorjahr haben wir über 1600 Arbeitslose weniger. Der Bedarf an Fachkräften in unvermindert hoch,“ so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.  

Im letzten Monat wurden der Agentur für Arbeit von den Kölner Unternehmen über 2.800 neue Stellenangebote genannt. Insgesamt sind aktuell über 8.200 offene Stellen gemeldet. In immer mehr Berufen ist die Nachfrage nach Fachkräften aber auch motivierten Hilfskräften kaum zu decken.

„Zur Fachkräftegewinnung haben wir viele Möglichkeiten Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitslose zu unterstützen. Wer nicht ausreichend qualifiziert ist, kann sich gerne bei uns über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten informieren. Arbeitgeber können auch ihre vorhandenen Mitarbeiter mit unserer Hilfe weiterqualifizieren“, so Klapper.

Beschäftigte erhalten in dem für alle offenen Beratungscenter im Berufsinformationscenter auch ohne Termin Tipps und Hilfe, wie sie sich weiterbilden können. „Wir stehen mit individuellen Hilfen bereit,“ so Johannes Klapper.

Der Arbeitsmarkt im März

Im März steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,2 Prozent oder 76 auf 45.674 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 1.641 Personen oder 3,5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im März gegenüber Februar um 0,1 Prozentpunkt auf 7,8 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,2 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im März 13.131 Personen. Das sind 159 oder 1,2 Prozent weniger als im Vormonat und 92 Personen oder 0,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.543 Arbeitslose. Das sind 235 Personen oder 0,7 Prozent mehr als im Februar und 1.549 Personen oder 4,5 Prozent weniger als im März 2018.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vorjahr und zum Februar gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 45.674 Arbeitslosen suchten im März 14.582 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im März insgesamt 60.533[1]. Sie lag damit um 553 oder 0,9 Prozent niedriger als im Februar. Gegenüber März 2018 sank die Unterbeschäftigung um 2.042 Personen oder 3,3 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im März im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 75,5 Prozent nach 74,6 Prozent im Vormonat und 75,6 Prozent im Vorjahr.

Im März mussten sich 3.278 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 199 Personen oder 5,7 Prozent weniger als im Vormonat und 45 oder 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Im aktuellen Monat konnten 2.603 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit[3] beenden. Das sind 101 oder 3,7 Prozent weniger als im Februar und 491 Personen oder 15,9 Prozent weniger als im März 2018.

Ende September 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 578.246. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.162 oder 2,3%, nach +15.193 oder +2,7% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+3.165 oder +4,2%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–381 oder –1,9%).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im März 7.752 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 2.965 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,3 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 6,5 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im März mit 8.220 um 163 oder zwei Prozent über der des Vormonats. Gegenüber März 2018 sind das 1.077 oder 11,6 Prozent weniger Stellen.

2.636 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im März aufgenommen, 185 oder 6,6 Prozent weniger als im Vormonat, 422 Stellen oder 13,8 Prozent weniger als im März 2018.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (833 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (689 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (669 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (583 Stellen im Bestand); Medizinische Gesundheitsberufe (535 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Eine Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt ziehen die Arbeitsmarktpartner gemeinsam am 29. März 2019 auf einer Pressekonferenz bei der DEUTZ AG.


Linktipps:

Zum Thema Ausbildung:

https://set.arbeitsagentur.de/teaser  Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de  (Aus- und Weiterbildungsportal)

Zum Thema Arbeit:

http://integrationpoint.de  (Infos für Flüchtlinge/Asylbewerber)

www.jobboerse.arbeitsagentur.de  Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/meine-eservices  Online Serviceangebote


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)