29.03.2019 | Presseinfo Nr. 15

Zwischenbilanz zur Halbzeit auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2018/2019

Gemeinsame Pressemitteilung von Agentur für Arbeit Köln, Industrie- und Handelskammer zu Köln und Handwerkskammer zu Köln

  • Agentur für Arbeit Köln:

5.775 gemeldete Ausbildungsstellen
509 Stellen oder 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr
3.999 gemeldete Bewerber
33 oder 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr

Aktuell:
2.485 unversorgte Bewerber und 3.553 unbesetzte Stellen
Digitale Angebote zur Ausbildungssuche

  • Industrie- und Handelskammer zu Köln:

Optimistisch: Ausbildungsmarkt mit guter Perspektive für Bewerberinnen und Bewerber
Azubi-Speed-Dating am 06.Juni 2019 im Rheinenergiestadion

  • Handwerkskammer zu Köln:

Durch den starken Zuwachs im letzten Jahr, bisher leichter Rückgang der Ausbildungsverhältnisse.
Handwerk ist offen für Geflüchtete

(Alle Zahlen: Stichtag 29. März 2019, Berichtsjahr vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019)


Die Handwerkskammer zu Köln und die Industrie- und Handelskammer zu Köln sowie die Agentur für Arbeit Köln ziehen gemeinsam bei der DEUTZ AG eine Halbjahresbilanz zum Kölner Ausbildungsstellenmarkt 2018/2019.

Bei der Agentur für Arbeit Köln meldeten sich im Laufe des ersten Halbjahres geringfügig weniger Bewerber als im Vorjahr. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen ist dagegen angestiegen.

3.999 gemeldete Bewerber und Bewerberinnen bedeuten ein Minus von 33 Jugendlichen oder 0,8 Prozent gegenüber März 2018. Die Anzahl der Ausbildungsstellen ist hingegen mit 5.775 Stellen um 509 oder 9,7 Prozent angestiegen. Damit kamen auf 100 Ausbildungsbewerber 140 Stellen.

Das Ausbildungsjahr läuft bis Ende September. Bis dahin müssen noch viele Bewerber und Arbeitgeber zueinander finden. Aktuell suchen noch 2.485 Kölnerinnen und Kölner einen Ausbildungsplatz. Das sind 20 oder 0,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Hinzu kommen noch 165 Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, aber auch schon eine Alternative (weiterer Schulbesuch, Studium, Freiwilligendienst…) haben, falls es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappen sollte.

Den Bewerbern stehen noch 3.553 freie Ausbildungsstellen gegenüber. Das sind 89 oder 2,4 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt in 2018.

Auch für die aktuell unversorgten Bewerber ergab sich somit noch eine rein rechnerische Verteilung von 140 Stellen pro 100 Bewerber.

Über die Hälfte der Jugendlichen hat noch keine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz im Herbst und es sind noch viele Ausbildungsstellen offen. Gerade in der Verwaltung, bei den Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, im Büro, im Handel und in Informatikberufen werden noch viele Auszubildende gesucht. „Spätestens in den kommenden Osterferien sollten die Unentschlossen die Zeit nutzen, um sich zu orientieren. Für eine Kurzberatung können die Jugendlichen immer in unserem BiZ auch ohne Termin vorbeikommen.“ so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.  Wer mehr Hilfestellung braucht, macht besser einen Termin mit der Berufsberatung. „Als erste Information geben auch unsere Apps und Webseiten Denkanstöße und Hilfe bei der richtigen Ausbildungsplatzsuche. Je breiter und weiter man alle Informationsmöglichkeiten nutzt, desto besser kann man sich entscheiden,“ rät der Chef der Arbeitsagentur.

Über 40 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber haben einen mittleren Bildungsabschluss. „Natürlich gibt es auch schwächere Schülerinnen und Schüler. Aber in jedem steckt ein Potential für die Arbeitgeber, dass es zu entdecken gilt. Da, wo Schwächen auszubügeln sind, stehen wir für die Arbeitgeber und die Jugendlichen mit Unterstützungsangeboten bereit. Von Einstiegsqualifizierung über Assistierte Ausbildung oder Teilzeitberufsausbildung bis hin zu ausbildungsbegleitenden Hilfen bieten wir Lösungen für verschiedene Herausforderungen“, so Klapper.

Unter den Ausbildungsbewerbern befinden sich 431 geflüchtete Menschen. Das entspricht einem Anteil von 10,8 Prozent an allen Bewerbern, im letzten Jahr waren es noch 7,8 Prozent. Die meisten von Ihnen (312) sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Besonders gefragt bei den Bewerbern sind aktuell Ausbildungsplätze für medizinische Fachangestellte (189 noch suchende Bewerber), Kaufleute – Büromanagement (185 noch suchende Bewerber), Verkäufer/Innen (181), Kaufleute im Einzelhandel (131), Kfz.-mechatroniker (129).

Aktuell offene Stellen gibt es für Kaufleute im Einzelhandel (201 offene Ausbildungsstellen), Verkäufer (170), Kaufleute – Büromanagement (169 Stellen), Bankkaufleute (161).

Der überwiegende Teil der Bewerber (41,6 Prozent) hat einen mittleren Bildungsabschluss. Ein Viertel der als Bewerber gemeldeten Jugendlichen hat die Fachhochschul- oder die Allgemeine Hochschulreife in der Tasche (28,5 Prozent); ein weiteres Viertel der Bewerber (25,7 Prozent) verfügt über einen Hauptschulabschluss.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet für Ausbildungssuchende auch digitale Informationen in passenden Apps und Webseiten an: 

„AzubiWelt" vereint erstmals alle Angebote der BA für Ausbildungssuchende in einer App und bietet Full-Service, von den ersten Schritten in der Berufsorientierung bis zur passenden Ausbildungsstelle in der Region. Die App „AzubiWelt“ kann im Google Playstore sowie im Apple Store kostenlos heruntergeladen werden.

Weitere interessante Online Angebote finden Jugendliche unter: http://dasbringtmichweiter.de/#jugendliche

Mit dem Selbsterkundungstool zum passenden Studium und Ausbildung

Mit Hilfe der Selbsterkundungstools der Agentur für Arbeit kann jeder seine Stärken und Interessen besser einschätzen. Fachlich fundiert und individuell berechnet können Schüler herausfinden welche Studienfelder oder Ausbildungsberufe zu Ihnen passen.
http://dasbringtmichweiter.de/typischich/

Wer Interesse an einem Dualen Studiengang hat findet umfangreiche, wichtige Informationen in der aktuellen Informationsbroschüre mit konkreten Angeboten von Unternehmen im Raum Köln, Bonn, Aachen und Mönchengladbach:
https://www3.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mtgz/~edisp/egov-content460684.pdf

Weitere interessante Online Angebote finden Jugendliche unter:
http://dasbringtmichweiter.de/#jugendliche

Junge Menschen, die für 2019 einen Ausbildungsplatz suchen, können unter der kostenlosen Hotline 0800 4 55 55 00 Termine in der Berufsberatung vereinbaren. Für eine erste Beratung steht zusätzlich eine Berufsberaterin oder ein Berufsberater ohne Voranmeldung täglich im Berufsinformationszentrum (BiZ, Butzweilerhofallee 1, 50829 Köln) zur Verfügung.

Freie Ausbildungsstellen nimmt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de  entgegen.


Halbzeit-Ausbildungsmarkt im Bezirk der IHK Köln mit deutlichem Plus

Vom Diensthandy bis zum Abo fürs Fitness-Studio: Betriebe werben mit Benefits um Azubis

Köln, 29. März 2019. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer zu Köln hat der Ausbildungsmarkt sechs Monate vor dem Start des neuen Ausbildungsjahrs schon „erfolgreich Fahrt aufgenommen“. Wie Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln berichtet, wurden im ersten Halbjahr des Ausbildungsjahres im Bezirk der IHK Köln bereits über 1.500 Ausbildungsverträge in über 160 Ausbildungsberufen registriert. Das sind rund 130 Plätze oder knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Angesichts dieser Zahlen kommt schon Freude auf“, so der IHK-Geschäftsführer, der auch deshalb „optimistisch auf das laufende Jahr“ blickt, „weil sich die Bewerbungsphase bei den Unternehmen seit einigen Jahren zunehmend ausdehnt: Sie beginnt früher und dauert gleichzeitig länger, sogar bis in den Spätsommer hinein. Es ist also noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt.“

Regional betrachtet wurden bislang in der Stadt Köln 756 neue Verträge abgeschlossen (plus 91 gegenüber dem Vorjahresstichtag), auch der Rhein-Erft-Kreis verbuchte mit 213 Verträgen (plus 24) Zuwächse, ebenso wie der Oberbergische Kreis mit 314 Verträgen (plus 17). In der Stadt Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden mit 121 und mit 110 neuen Ausbildungsverträgen die Halbjahres-Ergebnisse des Vorjahres bestätigt. „Die Entwicklung freut uns natürlich, aber wir werden uns auf diesem guten Zwischenergebnis nicht ausruhen, sondern weiter bei Jugendlichen und Eltern für die duale Berufsausbildung werben“, betonte der IHK-Geschäftsführer.

Dazu gehören zum Beispiel Azubis, die als Ausbildungsbotschafter in den Schulen auf Augenhöhe von ihren Erfahrungen mit Berufswahl und Ausbildung berichten, oder Info-Abende, an denen Eltern erste Antworten auf typische Fragen rund um das Thema Ausbildung erhalten. Auch die IHK-Ausbildungskampagne „#ichwerdewas“ wird in den nächsten Monaten verstärkt bei jungen Leuten für eine Berufsausbildung als Start ins Berufsleben werben. Denn: „Noch immer bevorzugen Schülerinnen und Schüler zunächst den Besuch der weiterführenden Schule, ohne sich wirklich im Klaren zu sein, wohin der berufliche Weg eigentlich gehen soll“, beschreibt der IHK-Experte das Problem. „Wer Praxisnähe sucht und früh Verantwortung übernehmen will, ist in der Ausbildung perfekt aufgehoben, besser als auf der Schulbank oder an der Hochschule.“ Parallel dazu intensiviert die IHK ihr Beratungs- und Ausbildungsstellenvermittlungsangebot für Studienabbrecher, die in eine Berufsausbildung umsteigen möchten.

Nach wie vor seien die Unternehmen in der Region Köln darauf angewiesen, ihren Fachkräftebedarf aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren, so der IHK-Geschäftsführer. „Unternehmen bieten deshalb immer häufiger attraktive Konditionen und Benefits für Auszubildende an, wie Diensthandy, Jobticket oder den Beitrag fürs Fitness-Studio.“ Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen hätten jedoch Schwierigkeiten, ihre freien Ausbildungsstellen zu besetzen. „Die Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln unterstützt Betriebe und Jugendliche das ganze Jahr über und bringt die zusammen, die zusammenpassen. Eine klassische Win-Win-Situation“, so der IHK-Geschäftsführer.

Infos zur Ausbildungsstellenvermittlung und zum Beratungsangebot der IHK Köln sind zu finden auf www.ihk-koeln.de/150  . Eine gute Gelegenheit, mit Unternehmen über eine Ausbildung ins Gespräch zu kommen, haben Jugendliche am 6. Juni beim Azubi-Speeddating der IHK Köln im RheinEnergie-Stadion. Das Azubi-Speeddating wird in diesem Jahr zum zehnten Mal veranstaltet. Der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung erforderlich. Infos unter www.ihk-koeln.de/200564  .


Handwerkskammer zu Köln

Die Handwerksunternehmen in der Region Köln-Bonn konnten 2018 mehr Nachwuchskräfte als im Jahr zuvor gewinnen: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg um 2,9 Prozent auf 4.885, im Kölner Stadtgebiet sogar um 5,7 Prozent auf 1.554 neue Ausbildungsverhältnisse. Dieser erfreuliche Trend am Lehrstellenmarkt hat sich in den ersten Monaten von 2019 fortgesetzt, denn die Handwerksunternehmen im Bezirk der Handwerkskammer zu Köln haben von Oktober 2018 bis Ende März dieses Jahres 1.078 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, das sind acht Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Handwerksunternehmen im Kölner Stadtgebiet vereinbarten 333 neue Ausbildungsverhältnisse, das ist ein Rückgang von sieben Prozent. Hierzu erläutert Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, dass in Köln im Vergleichszeitraum 2017/18 der Zuwachs an neuen Ausbildungsverhältnissen besonders kräftig ausgefallen war, so dass im Vergleich dazu ein leichter Rückgang nicht überraschend sei. Darüber hinaus müsse berücksichtigt werden, dass die „derzeitigen Zahlen nur eine Momentaufnahme sind“. Nach Eickhoffs Einschätzung lässt die Entwicklung für die Zeit vom 1. Oktober 2018 bis Ende März 2019 eine zuverlässige Prognose, wie sich der Lehrstellenmarkt in diesem Jahr entwickeln wird, noch nicht zu. „Denn der Großteil der Ausbildungsverträge im Handwerk wird üblicherweise erst im Laufe der Frühjahrs- und Sommermonate vereinbart“, so Eickhoff.

Die Handwerksorganisationen und die Handwerksunternehmen werben weiterhin intensiv um Berufsnachwuchs. So fanden in den vergangenen Wochen Azubi-Speeddatings in Köln und in Bonn statt. Eine wichtige Zielgruppe der Nachwuchswerbung sind weiterhin Jugendliche aus Zuwandererfamilien: Der Anteil der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit steigt seit einigen Jahren, in Köln von 14,7 Prozent im Jahr 2015 auf bereits 19,2 Prozent am Ende des vergangenen Jahres. Unter den jungen Ausländern, die derzeit im Handwerk der Region Köln-Bonn ausgebildet werden, sind auch mehr als 600 Auszubildende aus den acht afrikanischen und asiatischen Ländern, die zu den Herkunftsregionen vieler Flüchtlinge gehören (zum Beispiel Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak, Iran, Syrien). Die genaue Zahl der Geflüchteten, die derzeit eine Ausbildung im Handwerk der Region Köln-Bonn absolvieren, kann nicht beziffert werden, da das Kriterium „geflüchtet“ nicht in den Ausbildungsstatistiken der Handwerkskammer erfasst wird.

Eickhoff appelliert an alle Jugendliche, die in diesem Sommer ihre Schulzeit beenden, sich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Dabei leistet die Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer gerne Unterstützung, sie ist unter Telefon 0221/ 20 22 -144, E-Mail: ausbildungsvermittllung@hwk-koeln.de ) erreichbar. In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer sind derzeit fast 700 freie Ausbildungsplätze aufgeführt, davon 213 in Kölner Handwerksunternehmen.


Über die DEUTZ AG

Die DEUTZ AG mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden Hersteller innovativer Antriebssysteme. Die Kernkompetenzen des börsennotierten Unternehmens liegen in der Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service von Diesel-, Gas- und elektrifizierten Antrieben für professionelle Einsätze. Der Motorenspezialist verfügt über eine breite Produktpalette im Leistungsbereich bis 620 kW, die unter anderem in Bau- und Landmaschinen, Material-Handling-Anwendungen, stationären Anlagen sowie Nutz- und Schienenfahrzeugen zum Einsatz kommt. Mit weltweit rund 4.000 Mitarbeitern und über 800 Vertriebs- und Servicepartnern in mehr als 130 Ländern erzielt DEUTZ einen jährlichen Umsatz von 1.778,8 Millionen Euro (2018).

Weitere Informationen finden Sie auf www.deutz.com .