30.04.2019 | Presseinfo Nr. 18

Der Kölner Arbeitsmarkt im April 2019

Weiterhin hohe Dynamik am Arbeitsmarkt
- Arbeitslosigkeit zum Vormonat gesunken: Insgesamt 45.417 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 7,7 Prozent
 - Stellenzugang im April: 2.478 neue Stellen aufgenommen, 8.339 freie
Stellen zur Besetzung
 - Mehr Entlassungen, aber auch wesentlich mehr Einstellungen
als im Vormonat

Wesentlich mehr Menschen haben im April eine Arbeit aufgenommen als noch im März. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in Köln weiterhin hoch.  "Die Dynamik bei den Entlassungen und Einstellungen zeigt den großen Bedarf an Fachkräften. Wer arbeitslos wird oder wem die Kündigung droht, sollte so schnell wie möglich zu uns kommen, um noch während der Kündigungszeit einen neuen Job zu finden. Die Betriebe suchen gutes Personal und stellen ein“, fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. 

„Unser Focus liegt auch darauf die Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen und ihre Entstehung überhaupt erst zu verhindern. Bei den gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt klappt das am besten mit Qualifizierungen und Weiterbildungen, die wir dieses Jahr sehr verstärkt anbieten“, so Klapper.

Seit Anfang des Jahres verfügt die Bundesagentur für Arbeit dazu über zwei neue Instrumente. Erstens können mit dem Teilhabechancengesetz Menschen, die schon lange auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind, mit einer 100-prozentigen Förderung wieder in Arbeit gebracht werden. Zweitens bietet das Qualifizierungschancengesetz nicht nur neue Fördermöglichkeiten für dringend notwendige Qualifikationen, sondern auch Weiterbildungen zur Anpassungen an die moderne Arbeitswelt sowohl für Arbeitslose als auch für Beschäftigte. „In unserem neuen Beratungscenter im BiZ stehen dazu nicht nur unsere Experten, sondern auch Vertreter der Kammern und der Bildungsträger bereit, um alle Kölner kostenlos zu beraten und so vor Arbeitslosigkeit zu schützen“, so Klapper.

Der Arbeitsmarkt im April

Im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent oder 257 auf 45.417 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 1.757 Personen oder 3,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sinkt im April gegenüber März um 0,1 Prozentpunkt auf 7,7 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,2 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im April 12.750 Personen. Das sind 381 oder 2,9 Prozent weniger als im Vormonat und 305 Personen oder 2,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung
nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 32.667 Arbeitslose. Das sind 124 Personen oder 0,4 Prozent mehr als im März und 1.452 Personen oder 4,3 Prozent weniger als im April 2018.

Die Unterbeschäftigung - sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen - ist im Vergleich zum Vorjahr und zum März gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 45.417 Arbeitslosen suchten im April 14.517 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im April insgesamt 60.2091. Sie lag damit um 287 oder 0,5 Prozent niedriger als im März. Gegenüber April 2018 sank die Unterbeschäftigung um 1.914 Personen oder 3,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im April im Vergleich zum Vormonat konstant bei 10 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 75,4 Prozent nach 75,5 Prozent im Vormonat und 75,9 Prozent im Vorjahr.

Im April mussten sich 4.124 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen2). Das waren 228 Personen oder 5,9 Prozent mehr als im Vormonat und 161 oder 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im aktuellen Monat konnten 3.757 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 469 oder 14,3 Prozent mehr als im März und 99 Personen oder 2,7 Prozent mehr als im April 2018.

Ende September 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 578.246. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.162 oder 2,3 Prozent, nach +15.193 oder +2,7 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+3.165 oder +4,2%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-381 oder -1,9%).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im April 7.743 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 2.958 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,2 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 6,5 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im April mit 8.339 um 119 oder 1,4 Prozent über der des Vormonats. Gegenüber April 2018 sind das 1.054 oder 11,2 Prozent weniger Stellen.

2.478 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im April aufgenommen, 158 oder 6 Prozent weniger als im Vormonat, 825 Stellen oder 25 Prozent weniger als im April 2018.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (789 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (707 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (675 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (568 Stellen im Bestand); Medizinische Gesundheitsberufe (532 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


Linktipps:

Zum Thema Arbeit:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de Suche nach freien Arbeits-/Ausbildungsstellen

https://www.arbeitsagentur.de/deine-eservices Online Servercieangebote

Zum Thema Ausbildung:

https//set.arbeitsagentur.de/teaser Welcher Beruf passt zu dir?

http://dasbringtmichweiter.de (Aus- und Weiterbildung)


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)