29.05.2019 | Presseinfo Nr. 21

Der Kölner Arbeitsmarkt im Mai 2019

- 46.327 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, Quote 7,8 Prozent
- Weniger Entlassungen, aber auch weniger Einstellungen
- Stellenbestand weiter auf hohem Niveau
- Ausbildungsmarkt: weniger Bewerber, mehr Ausbildungsstellen

„Trotz eines weiterhin hohen Potentials an Stellenmeldungen und Rekord-Beschäftigung haben es die Kölner Arbeitslosen zunehmend schwerer wieder in Arbeit zu kommen“, so Johannes Klapper Chef der Kölner Arbeitsagentur. Die Betriebe halten Ihre Mitarbeiter, stellen zurzeit aber auch weniger Arbeitslose aus Köln ein. Vor allem Ältere, Langzeitarbeitslose und Ausländer haben es aktuell schwer eine neue Beschäftigung zu finden. Grund ist vielfach eine nicht ausreichende Qualifizierung der Bewerber. „Der wirklich großartige Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre wird sehr stark von Menschen getragen die wegen eines Jobs nach Köln gezogen sind“, so Klapper. „Köln ist für Unternehmen ein attraktiver Standort, der auch ein großes Einzugsgebiet hat. Wir arbeiten weiter intensiv daran die Kölner Arbeitslosen fit für den Arbeitsmarkt zu machen, aber auch Beschäftigte zu qualifizieren,“ so Johannes Klapper, Vor-sitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.

Damit mehr Menschen von den guten Beschäftigungsmöglichkeiten profitieren, bietet die Arbeitsagentur Arbeitgebern seit Anfang des Jahres ein breiteres Spektrum von Fördermöglichkeiten an. Zum einen mit erweiterten Unterstützungen für Beschäftigte, die in Berufen arbeiten, die sich im Wandel befinden. Für Kleinstbetriebe können hier bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten und des Arbeitsentgelts übernommen werden. Zum anderen wird die Integration von Langzeitarbeitslosen durch das Teilhabechancengesetz gefördert. Bis zu fünf Jahren wird hier der Arbeitslohn für Langzeitarbeitslose stark subventioniert, für zwei Jahre sogar komplett übernommen.

Hinweis: Die Arbeitsmarktdaten im Mai werden zusätzlich durch eine Qualitätsoffensive der Datenerfassung beeinträchtigt, bei der Einträge von Kundendatensätzen im Jobcenter überprüft werden. Eine Software filtert Datensätze heraus, bei denen der „Arbeitslos“-Status nicht korrekt erfasst wurde. Diese Datensätze werden auf Richtigkeit überprüft.

Der Arbeitsmarkt im Mai

Im Mai steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 2,0 Prozent oder 910 auf 46.327 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 76 Personen oder 0,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote steigt im Mai um 0,1 Prozentpunkt auf 7,8 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,9 Prozent. Mit Berichtsmonat Mai findet die jährliche Aktualisierung der Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosen- und Unterbeschäftigungsquoten statt. Diese aktualisierten Bezugsgrößen werden von Mai 2019 bis April 2020 zur Quotenberechnung genutzt. Eine Rückrechnung findet nicht statt, d.h. schon veröffentlichte Quoten verändern sich nicht.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreute im Mai 12.458 Personen. Das sind 292 oder 2,2 Prozent weniger als im Vormonat und 207 Personen oder 1,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 33.869 Arbeitslose. Das sind 1.202 Personen oder 3,7 Prozent mehr als im April und 131 Personen oder 0,4 Prozent mehr als im Mai 2018.

Die Unterbeschäftigung - sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen - ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und zum März 2018 gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 46.327 Arbeitslosen suchten im Mai 14.410 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Mai insgesamt 61.013. Sie lag damit um 799 oder 1,3 Prozent höher als im April. Gegenüber April 2018 sank die Unterbeschäftigung um 648 Personen oder 1,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Mai im Vergleich zum Vormonat konstant bei 10 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 10,2 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 75,9 Prozent nach 75,4 Prozent im Vormonat und 75,3 Prozent im Vorjahr.

Im April mussten sich 3.225 Menschen arbeitslos melden. (Zahl der Entlassungen) Das waren 205 Personen oder 6,0 Prozent weniger als im Vormonat und 240 oder 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn mussten sich 17.905 Personen arbeitslos melden. Das sind 145 oder 0,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2018.

Im aktuellen Monat konnten 2.614 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 387 oder 12,9 Prozent weniger als im April und 457 Personen oder 14,9 Prozent weniger als im Mai 2018. Seit Jahresbeginn haben 13.171 Personen eine Beschäftigung aufgenommen. Das sind 978 Personen oder 6,9 Prozent weniger als 2018.

Ende September 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 578.246. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.162 oder 2,3 Prozent, nach +15.193 oder +2,7 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+3.165 oder +4,2 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-381 oder -1,9 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Mai 7.826 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 3.124 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 9,3 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 6,7 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Im Laufe des Ausbildungsjahres (1. Oktober 2018 bis 30. September 2098) haben sich bislang 4.539 Bewerberinnen und Bewerber an die Arbeitsagentur gewandt. Das ist ein Minus von 83 Bewerberinnen und Bewerbern oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuell sind noch 2.127 davon auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für den kommenden Herbst (minus 33 oder 1,5 Prozent). Dem stehen insgesamt 6.309 eingeworbene Ausbildungsstellen gegenüber (plus 556 Stellen oder 9,7 Prozent), wovon aktuell noch 3.309 Stellen unbesetzt sind (plus 120 Stellen oder 3,8 Prozent gegenüber 2018).

Die Zahl der offenen Stellen im Bestand lag im April mit 8.318 um 21 oder 0,3 Prozent unter der des Vormonats. Gegenüber Mai 2018 sind das 764 oder 8,4 Prozent weniger Stellen.

2.131 neue offene Stellen hat der Kölner Arbeitgeber-Service im April aufgenommen, 347 oder 14,0 Prozent weniger als im Vormonat, 475 Stellen oder 18,2 Prozent weniger als im Mai 2018. Seit Jahresbeginn wurden 11.745 neue Stellen in Köln aufgenommen.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe (829 Stellen im Bestand); Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten (741 Stellen im Bestand); Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) (599 Stellen im Bestand); Unternehmensführung und Organisation (566 Stellen im Bestand); Medizinische Gesundheitsberufe (544 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter

der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per

E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de