30.10.2019 | Presseinfo Nr. 42

Jahresbilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2018/2019

Agentur für Arbeit Köln: 7.108 gemeldete Ausbildungsstellen,
Industrie- und Handelskammer zu Köln: Deutliches Plus bei neuen Ausbildungsverträgen in Köln (plus 4,1 Prozent);
Handwerkskammer zu Köln: 5.227 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Kammerbezirk

Agentur für Arbeit Köln:

7.108 gemeldete Ausbildungsstellen
331 Stellen oder 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr
5.483 gemeldete Bewerber
63 oder 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr

Stand zum Berichtsjahresende am 30. September 2019:
503 unversorgte Bewerber; 84 Bewerber oder 20,0 Prozent mehr als im Vorjahr
753 unbesetzte Stellen, 103 Stellen oder 12,0 Prozent weniger unbesetzte Stellen

Angebot zum neuen Ausbildungsjahr: Infoabend zu Ausbildung und Studium am 27. November 2019 für Eltern der Kölner Oberstufenschülerinnen und -schüler

Industrie- und Handelskammer zu Köln:

Deutliches Plus bei neuen Ausbildungsverträgen in Köln (plus 4,1 Prozent) und in der IHK-Region insgesamt – in Köln 4.774 neue Ausbildungsverhältnisse

Handwerkskammer zu Köln:

5.227 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Kammerbezirk
in Köln 1.698 neu abgeschlossen Ausbildungsverträge, plus 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Alle Zahlen: Stichtag 30. September 2019, Berichtsjahr vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019


Die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die Handwerkskammer zu Köln und die   Agentur für Arbeit Köln ziehen gemeinsam eine Jahresbilanz zum Kölner Ausbildungsstellenmarkt 2018/2019.

Agentur für Arbeit Köln

Bei der Agentur für Arbeit meldeten sich im Laufe des Beratungsjahres erneut weniger Bewerber als im Vorjahr. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen nahm dagegen erneut zu.

5.483 gemeldete Bewerber bedeuten ein Minus von 63 Personen oder 1,1 Prozent gegenüber 2018. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm mit 7.108 Stellen um 331 Stellen oder 4,9 Prozent zu. Damit kamen auf jede Ausbildungsstelle rechnerisch 1,3 Bewerber.

Am Ende des Berichtsjahres waren 503 Bewerber noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 84 Bewerber oder 20,0 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kommen noch 541 Bewerber, die auch einen Ausbildungsplatz suchen, aber auch schon eine Alternative (weiterer Schulbesuch, Studium, Freiwilligendienst…)  haben, falls es nicht klappen sollte.

Dem gegenüber standen zum Ende des Berichtsjahres noch 753 unbesetzte Ausbildungsstellen. Das sind 103 oder 12,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Für die unversorgten Bewerber ergab sich somit eine rein rechnerische Verteilung von 1,5 Stellen pro Bewerber.

„Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist dieses Jahr weiter gestiegen, bei gleichgebliebenen Bewerberzahlen. Trotz des großen Angebotes haben 500 Jugendliche bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden und über 700 Stellen sind noch unbesetzt. Hier passen Angebot und Nachfrage nicht zusammen,“ fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Köln, die Ausbildungsbilanz zusammen. „Um Bewerber und Arbeitgeber zusammenzubringen, ist weiter viel Beratungsarbeit zu leisten. Berufswünsche von jungen Menschen sind häufig sehr geschlechtsstereotyp. Junge Frauen wollen in der Arztpraxis arbeiten, jungen Männer in die Autowerkstatt. Praktische Berufsorientierung ist daher wichtig, um Neues und Ungewohntes kennenzulernen und die Berufswahl fundiert zu treffen,“ so Klapper.

Der überwiegende Teil der Bewerber (37,0 Prozent) hat einen mittleren Bildungsabschluss. Ein Drittel der als Bewerber gemeldeten Jugendlichen hat die Fachhochschul- oder die Allgemeine Hochschulreife in der Tasche (34,7 Prozent); ein gutes Fünftel (22,5 Prozent) der Bewerber verfügt über einen Hauptschulabschluss.

Besonders gefragt bei den Bewerbern waren die Ausbildungsplätze für Kaufleute - Büromanagement (458 Bewerber), medizinische Fachangestellte (374), Verkäufer (352), Kaufleute im Einzelhandel (287) und Kfz.-mechatroniker (235 Bewerber).

Gemeldete Stellen gab es für Kaufleute im Einzelhandel (391 Stellen) Kaufleute – Büromanagement (389 Stellen), Verkäufer (331), medizinische Fachangestellte (296), und zahnmedizinische Fachangestellte (287 Stellen).

Um für das nächste Jahr frühzeitig Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt herzustellen, können freie Ausbildungsstellen für 2020 jetzt gemeldet werden. Freie Ausbildungsstellen nimmt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de  entgegen. Junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, können unter der kostenlosen Hotline 0800 4 55 55 00 Termine in der Berufsberatung vereinbaren.

Eltern von Oberstufenschülerinnen und –schülern lädt die Arbeitsagentur am Mittwoch, 27. November von 19 bis 21.30 Uhr zum Elternabend in die Arbeitsagentur, Butzweilerhofallee 1 ein. Vorträge und Gespräche informieren rund um das Thema Ausbildung und Studium, u.a. über betriebliche und schulische Ausbildungen, Studienfinanzierung und -zulassung oder Überbrückungsmöglichkeiten mit FSJ oder Auslandsaufenthalte.

Industrie- und Handelskammer zu Köln

Deutliches Plus bei neuen Ausbildungsverträgen in Köln und in der IHK-Region insgesamt – In Köln 4.774 neue Ausbildungsverhältnisse vereinbart

Für den Standort und die duale Ausbildung – vor allem für die beteiligten Unternehmen und Jugendlichen – ist es ein gelungener Start ins neue Ausbildungsjahr 2019/2020: Bis Ende September wurden insgesamt 8.576 neue Ausbildungsverträge in rund 150 Berufen bei der IHK Köln eingetragen, 180 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Das entspricht einem Plus von 2,14 Prozent. „Angesichts der demografischen Veränderung und der anhaltenden Präferenz der Schulabgänger fürs Studium sind die Zahlen sehr zufriedenstellend“, so Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Köln. „Die gemeinsame Anstrengung und das Engagement der regionalen Partner in der Berufsorientierung“ hätten wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen, sagte Meier weiter. Auch das verstärkte Ausbildungsmarketing mit Fokus auf die guten beruflichen Start- und Karrierechancen der dualen Ausbildung und das Informationsangebot „auf Augenhöhe“, beispielsweise durch jugendliche Ausbildungsbotschafter in den weiterführenden Schulen, habe die positive Entwicklung befördert. Von den insgesamt 8.576 neuen Ausbildungsverträgen wurde ein Drittel in gewerblich-technischen Berufen geschlossen, zwei Drittel in kaufmännischen.

In Köln gab es mit einem Plus um 188 Verträge (plus 4,10 Prozent) auf 4.774 neue Abschlüsse den stärksten absoluten Zuwachs. „Dennoch gilt: Die regionale Wirtschaft ist froh um jeden, der sich für einen Ausbildungsplatz im Dualen System entscheidet“, betonte der IHK-Geschäftsführer. „Denn eine Berufsausbildung im eigenen Haus ist für die Betriebe immer noch der sicherste Weg, den zukünftigen Fachkräfte-Bedarf zu decken.“

Ein deutliches Plus bei den neu abgeschlossenen Verträgen (1.129) verzeichnete auch der Oberbergische Kreis (plus 46 Verträge oder plus 4,25 Prozent). Dagegen wurden in Leverkusen mit insgesamt 733 Verträgen 34 neue Ausbildungsverhältnisse weniger (minus 4,43 Prozent) registriert als im Vorjahr. Auch im Rhein-Erft-Kreis sank die Zahl um 14 auf 1.322 Verträge (minus 1,05 Prozent). Minimal war der Rückgang im Rheinisch-Bergischen Kreis: Hier wurden mit 618 neuen Ausbildungsverhältnissen fast genauso viele vereinbart (minus 0,96 Prozent) wie im Vorjahr (624).  

Nachdem die IHK Köln mit dem Beginn dieses Ausbildungsjahres das bundesweit einzigartige „YoungProfessional“-Programm gestartet hat, wurden bereits erste Ausbildungsverträge bei der IHK Köln registriert. Dabei absolvieren junge Fachkräfte mit Bachelor-Abschluss eine zeitlich um die Hälfte reduzierte Ausbildung im Betrieb, bei gleichzeitig doppelter Ausbildungsvergütung für die Dauer des Vertrages (www.ihk-koeln.de/204660). „Mit diesem Programm eröffnen wir Unternehmen und Absolventen einen idealen Weg, um einen nahtlosen Übergang von der Hochschule ins Unternehmen zu schaffen“, so IHK-Geschäftsführer Christopher Meier. Ziel sei es, die Nachwuchskräfte schneller und betriebsspezifischer als Fachkräfte in die Unternehmen zu integrieren.

Schüler und Schülerinnen, aber auch Studierende, die in eine Berufsausbildung wechseln möchten, erhalten das ganze Jahr über Beratung und Unterstützung bei der Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln. Infos und Kontaktmöglichkeiten auf www.ihk-koeln.de/150 .

Handwerkskammer zu Köln

Der Aufwärtstrend am Lehrstellenmarkt des Handwerks hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fortgesetzt. Nachdem bereits in den letzten drei Vorjahren Zuwächse erreicht worden waren, ist im Berufsberatungsjahr 2018/2019 im Bezirk der Handwerkskammer zu Köln die Zahl der neuen Ausbildungsverträge erneut gestiegen, um 215 auf insgesamt 5.227. Das ergibt einen Zuwachs von 4,3 Prozent. Noch besser als in der Region Köln-Bonn entwickelte sich der Lehrstellenmarkt im Kölner Stadtgebiet: Vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September dieses Jahres haben die Handwerksunternehmen in Köln 1.698 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, das ist ein Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2017/2018: 1.603 neue Ausbildungsverträge).

„Besonders erfreulich ist, dass in Branchen, die bereits heute den Fachkräftemangel spüren und dem Berufsnachwuchs sehr gute Perspektiven bieten, mehr Jugendliche für eine Ausbildung gewonnen werden konnten“, erläutert Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln. Beispielsweise hat sich im Bezirk der Handwerkskammer innerhalb von zwei Jahren die Zahl der für die Ausbildung zum Elektroniker neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 493 auf 589 (Plus von 19,5 Prozent) erhöht, beim Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von 547 auf 643 (Plus von 17,6 Prozent). Beim Zwei-Jahres-Vergleich zeigt sich bei der Ausbildung zum Friseur, dem beliebtesten Handwerksberuf junger Frauen, eine stabile Entwicklung (2018/2019: 465 neue Ausbildungsverträge, 2016/2017: 456 neue Verträge). Nicht zufriedenstellend ist der Trend bei der Ausbildung zum Bäcker und zum Fachverkäufer im Lebensmittel-Handwerk: Obwohl die Unternehmen ausreichend Lehrstellen anbieten, ging in den letzten beiden Jahren die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse deutlich zurück.

Um junge Menschen über die Chancen einer Berufsausbildung im Handwerk zu informieren, nehmen die Ausbildungsberater und die Ausbildungsvermittler der Handwerkskammer jährlich an rund 200 Ausbildungsmessen, Ausbildungsbörsen und Schulveranstaltungen teil. Die von den Schulen geleistete Berufsorientierung hat sich nach Einschätzung der Handwerkskammer in den letzten Jahren verbessert. Doch „in den Gymnasien sehen wir noch weitere Verbesserungspotentiale“, erläutert Eickhoff.

Berufsorientierung für Mädchen mit der Damenmannschaft des 1. FC Köln

Im Rahmen einer Berufsorientierung werden Schülerinnen der neunten Klasse auf handwerkliche Berufe aufmerksam gemacht. Unter den Top Ten der Berufswünsche von jungen Frauen befindet sich nur ein Handwerksberuf, die Friseurin. Um Schülerinnen einen Zugang zu Handwerksberufen zu ermöglichen, schnuppern jungen Mädchen in verschiedene Gewerke hinein und gestalten dabei etwas Schönes für ihr Zimmer: einen 3-dimensionalen Schmuckhalter mit Handyhalterung (Holz), Schmuckhalter aus Metall oder Smarthome-Technik am praktischen Beispiel (Elektro).

Unterstützt werden Sie von der Damenmannschaft des 1. FC Köln. Die Spielerinnen setzen sich in der Männerdomäne Fußball durch, ähnlich wie Frauen in Handwerksberufen. Die Spielerinnen des 1. FC Köln sind Teilzeitprofis, die durch viel Motivation und Disziplin einen gekonnten Ausgleich zwischen Job und dem Profisport in der Bundesliga schaffen.