07.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Kölner Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil

57.051 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 411 weniger Arbeitslose als im Vormonat; Arbeitslosenquote bei 9,4 Prozent; seit April haben 16.176 Betriebe Kurzarbeit angemeldet, im Dezember 6.819 Betriebe

„Der Kölner Arbeitsmarkt hält sich trotz der Pandemie weiter stabil, auch wenn die Effekte durch die Kurzarbeit natürlich deutlich spürbar sind“, fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln die Lage auf dem Kölner Arbeitsmarkt zusammen. Inwieweit der neue Lockdown am 16. Dezember weitere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat, lässt sich statistisch noch nicht erfassen. „Wir hoffen, dass die Unternehmen weiter auf das Instrument der Kurzarbeit setzen und ihre Belegschaft halten, um die Krise zu überbrücken“, so Klapper.

Im Dezember gab es erneut einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Vor allem die Frauen konnten von der Arbeitskräftenachfrage profitieren. Chancen einen neuen Job zu bekommen gab es hauptsächlich im Bereich der Logistik, des Gesundheitswesens und der Verwaltung.

Gesucht werden weiterhin Fachkräfte. Von den knapp 3.700 Stellen, die zurzeit bei der Kölner Agentur für Arbeit gemeldet sind, sind nur 800 Arbeitsangebote für Ungelernte.

„Das Angebot an Stellen ist pandemiebedingt äußerst gering. Trotzdem meldeten uns die Arbeitgeber im Dezember mehr als 1.100 neue Stellen, die sie besetzen wollen,“ so Johannes Klapper. „Das große Weihnachtsgeschäft ist vielfach ausgeblieben, Restaurants und Gaststätten mussten wieder schließen, aber viele Betrieb arbeiten auch unter den erschwerten Bedingungen weiter und brauchen gut ausgebildetes Personal.“

Mehr als 3.000 Kölner und Kölnerinnen nehmen zurzeit die Chance auf eine berufliche Weiterbildung wahr. Mehr als 800 Langzeitarbeitslose haben über die Fördermöglichkeiten des Teilhabechancengesetzes eine neue Arbeitsstelle gefunden.

Der Arbeitsmarkt im Dezember

Im Dezember sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent oder 411 auf 57.051 Personen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 11.826 Personen oder 26,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sinkt im Dezember um 0,1 Prozent auf jetzt 9,4 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 7,6 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Dezember 19.829 Personen. Das sind 149 oder 0,7 Prozent weniger als im November und 7.127 Personen oder 56,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.222 Arbeitslose. Das sind 262 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im November und 4.699 Personen oder 14,4 Prozent mehr als im Dezember 2019.

Kurzarbeit

901 Betriebe zeigten für 6.819 Beschäftigte im Dezember Kurzarbeit an, 80 weniger als im Vormonat. Stichtag der Statistikmeldung war allerding der 10. Dezember, also vor dem aktuellen Lockdown am 16. Dezember.

Seit Jahresanfang haben 16.202 Betriebe für 210.014 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gesunken und zum Dezember 2019 gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 57.051 Arbeitslosen suchten im Dezember 14.965 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Dezember insgesamt 72.226 [1]. Sie lag damit um 516 oder 0,7 Prozent niedriger als im November. Gegenüber Dezember 2019 stieg die Unterbeschäftigung um 9.628 Personen oder 15,4 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 11,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 10,3 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 79 Prozent nach 72,2 Prozent im Vorjahr.

Im Dezember mussten sich 3.228 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 222 Personen oder 6,4 Prozent weniger als im Vormonat und 124 oder 4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.819 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 228 oder 7,5 Prozent weniger als im November und 396 Personen oder 16,3 Prozent mehr als im Dezember 2019.

Ende Juni 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 579.638. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 2.975 oder 0,5%, nach +9.733 oder +1,7% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherungen sowie exterritorialen Organisationen und Körperschaften (+1.946 oder +7,2%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–3.197 oder –19,2%).

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Dezember 8.450 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet. Davon sind 4.740 Menschen arbeitslos.

Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln derzeit 8,7 Prozent aller Arbeitsuchenden sowie 8,3 Prozent der arbeitslosen Menschen.

Im Dezember waren 3.699 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber November ist das ein Rückgang von 579 oder 14 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 3.410 Stellen weniger (–48 Prozent). Arbeitgeber meldeten dem Kölner Arbeitgeber-Service im Dezember 1.121 neue Arbeitsstellen, das waren 456 oder 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 16.469 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 10.684 oder 39%.

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen    Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (438 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (377 Stellen im Bestand); Büro und Sekretariat (166 Stellen im Bestand); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (162 Stellen im Bestand); Energietechnik (161 Stellen im Bestand).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter
der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)