03.05.2022 | Presseinfo Nr. 19

Arbeitslosenzahl auf Tiefststand seit Pandemiebeginn

51.549 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner, 6.601 weniger Arbeitslose als im Vorjahr, Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent, 5.752 freie Arbeitsstellen, noch 3.007 freie Ausbildungsstellen, Elternabend zur Dualen Ausbildung am 12. Mai

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich auch im April fort. Wir haben die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit Pandemiebeginn. Noch sind wir nicht auf dem Niveau von März 2020, näheren uns diesem aber Monat für Monat an. Die Arbeitslosigkeit ging in beiden Rechtskreisen sowohl im Vormonatsvergleich als auch im Vorjahresvergleich zurück. Dabei profitierten alle Personengruppe vom Rückgang, die jüngeren Menschen unter 25 Jahren erwartungsgemäß am stärksten“, fasst Stephanie Lewejohann, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Köln die Situation zusammen. „Die neuen Stellenmeldungen sind in den letzten zwei Monaten merklich rückläufig. Einige Unternehmen sind verunsichert durch den Angriffskrieg auf die Ukraine oder spüren bereits Lieferengpässe beim Material und warten die weitere Entwicklung ab, bevor sie neue Mitarbeitende einstellen.“

Auf dem Ausbildungsmarkt sind aktuell noch 1.780 junge Kölnerinnen und Kölner auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle für den Spätsommer. Dem stehen noch 3.007 gemeldete Stellen gegenüber. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2021 haben sich 3.489 Bewerberinnen und Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet. Insgesamt wurden 4.716 Ausbildungsstellen angeboten.

„Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel in Bewegung. Die Stellenmeldungen der Unternehmen sind auf einem guten Niveau und bieten viel Auswahl. Die Bewerberinnen und Bewerber sind aktuell noch zögerlich. Durch die Einschränkungen der Coronapandemie, die kaum Praktika zugelassen haben, konnten sich viele Jugendliche nicht ausprobieren und fühlen sich unzureichend orientiert, um eine Berufswahlentscheidung treffen zu können. Doch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen aktuell gut“, macht Lewejohann den jungen Kölnerinnen und Kölnern Mut, den Kontakt zur Berufsberatung der Arbeitsagentur aufzunehmen.

Für Eltern, die ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen möchten, wird am 12. Mai ein digitaler Elternabend der Partner des Ausbildungskonsens Köln angeboten. Programm und Einwahllink für Kölnerinnen und Kölner unter: https://www.rbk-direkt.de/erfolgsfaktor-ausbildung.aspx

Für geflüchtete Menschen aus der Ukraine ist eine bundesweite Beratungshotline eingerichtet, bei der sich Interessierte auf Russisch und Ukrainisch über die Möglichkeiten am deutschen Arbeitsmarkt informieren können. Hotline: 0911 178-7915 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr).

Fortlaufend aktualisierte Internetseiten in ukrainischer, russischer und deutscher Sprache helfen bei der ersten Orientierung:

https://www.arbeitsagentur.de/ua/ua/ukraine

https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln/hilfe-ukraine-gefluechtete

Der Arbeitsmarkt im April

Im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent oder 735 auf 51.549 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 6.601 Personen oder 11,4 Prozent

Die Arbeitslosenquote sinkt im April weiter um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 8,5 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 9,6 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im April 13.012 Personen. Das sind 352 oder 2,6 Prozent weniger als im März und 4.555 Personen oder 25,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 38.537 Arbeitslose. Das sind 383 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im März und 2.046 Personen oder 5,0 Prozent weniger als im April 2021.

Kurzarbeit

61 Betriebe zeigten für 739 Beschäftigte im April neu oder wiederholt Kurzarbeit an. Aktuell findet Kurzarbeit vor allem aufgrund von Lieferkettenengpässen statt.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum April 2021 gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 51.549 Arbeitslosen suchten im April 12.673 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im April insgesamt 64.447 [1]. Sie lag damit um 673 oder 1,0 Prozent niedriger als im März.
Gegenüber April 2021 sank die Unterbeschäftigung um 7.990 Personen oder 11,0 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im April im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 11,7 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 80,0 Prozent nach 80,3 Prozent im Vorjahr.

Im April mussten sich 2.944 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen [2]). Das waren 281 Personen oder 10,6 Prozent mehr als im Vormonat und 558 oder 15,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.776 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit [3] beenden. Das sind 269 oder 10,7 Prozent mehr als im März und 361 Personen oder 11,5 Prozent weniger als im April 2021.

Ende September 2021, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 599.621. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 13.451 oder 2,3 Prozent, nach +11.770 oder +2,0 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherungen sowie exterritorialen Organisationen und Körperschaften (+3.591 oder +12,3 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (–2.074 oder –3,8 Prozent).

Im April waren 5.752 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber März ist das ein Rückgang von 209 Stellen oder 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.727 Stellen mehr (+44,9 Prozent). Arbeitgeber meldeten dem Kölner Arbeitgeber-Service im April 1.399 neue Arbeitsstellen, 27 mehr als im April (+ 2,0 Prozent) und 40 mehr als im letzten Jahr (+2,9 Prozent).

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche. Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (524 Stellen im Bestand);  Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (449);   Sicherheitsfachkräfte (229); Büro und Sekretariat (220);  Informatik (196); Unternehmensorganisation (183); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (176);  Energietechnik (149); Werbung und Marketing (128) und Altenpflege (126).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.


[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)