30.09.2020 | Presseinfo Nr. 37

Positiver Trend am Arbeitsmarkt

59.434 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 9,8 Prozent; Weniger Entlassungen, mehr Einstellungen, mehr Stellenangebote; Seit April für 193.697 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Kurzarbeitergeld angezeigt. Neumeldungen sind weiter rückläufig

„Die magische Zahl von 60.000 Arbeitslosen haben wir im September zum Glück wieder unterschritten und der Kölner Arbeitsmarkt setzt weiter positive Signale“, so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit. „Ein halbes Jahr nach dem Shutdown nehmen die Stellenmeldungen der Arbeitgeber wieder zu, es wird weniger entlassen, vermehrt eingestellt und die Neumeldungen zur Kurzarbeit nehmen ab. Trotzdem wird in vielen Betrieben natürlich noch kurzgearbeitet. Viele Arbeitnehmer fragen uns jetzt, wie sie sich in dieser Zeit weiterbilden können. Unternehmen sind gut beraten diese Zeit für die Qualifizierung Ihrer Mitarbeitenden zu nutzen“, appelliert Klapper.

 

Die Betriebe brauchen weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte. Pandemiebedingt finden viele Schulabgänger bis in den Dezember hinein noch einen Ausbildungsplatz. Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin in Bewegung. „Keiner sollte schon aufgeben, auch wenn er im ersten Anlauf nicht die richtige Ausbildungsstelle gefunden hat. Die Betriebe sind offen auch noch verspätet eine Ausbildung starten zu lassen. Wer Hilfe bei der Berufswahl oder Stellensuche braucht, sollte unbedingt mit uns Kontakt aufnehmen“, so Klapper.

 

Erstmals findet wieder eine Messe mit persönlicher Begegnung und Beratung statt. Am 08.10. geht es um Ausbildungsplätze und Studiengänge im MINT Bereich. Bei der Schülermesse „Traumberuf IT und Technik“ in der XPost ist auch die Kölner Agentur für Arbeit mit einem Stand vertreten.

Telefonisch ist die Kölner Berufsberatung montags bis freitags in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der Rufnummer: 0221-9429-1555, oder unter der E-Mail an Koeln.Berufsberatung.171@arbeitsagentur.de  erreichbar.

Der Arbeitsmarkt im September

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum August um 2,1 Prozent oder 1.289 auf 59.434 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 12.463 Personen oder 26,5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt im September 9,8 Prozent. Im August lag sie bei 10 Prozent, im Vorjahr betrug sie 7,9 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im September 21.324 Personen. Das sind 708 oder 3,2 Prozent weniger als im August und 8.196 Personen oder 62,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im Statistikzeitraum 38.110 Arbeitslose. Das sind 581 Personen oder 1,5 Prozent weniger als im Vormonat und 4.267 Personen mehr als im September 2019 (+10,8 Prozent).

Insgesamt sind seit März 193.697 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen von Kurzarbeit betroffen gewesen oder befinden noch in Kurzarbeit. Seit März haben 14.088 Betriebe der Arbeitsagentur angezeigt Kurzarbeit nutzen zu wollen.

Die Entwicklung der neuen Anzeigen ist im September rückläufig. Haben sich im August noch 99 neue Betriebe für 1.115 Angestellte zur Kurzarbeit gemeldet, sind es im September noch 53 neue Unternehmen für 619 Angestellte gewesen.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter auch die Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist mit der Zahl der Arbeitslosmeldungen im Vergleich zum Vormonat gesunken und zum Vorjahr gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 59.434 Arbeitslosen suchten in diesem Zeitraum 14.017 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im September insgesamt 73.656[1]. Sie lag damit um 1.042 Personen niedriger als im August. Gegenüber dem Vorjahr September 2019 stieg die Unterbeschäftigung um 11.049 Personen oder 17,6 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Monat bei 11,9 Prozent, im August lag sie bei 12,1 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 10,3 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 80,7 Prozent nach 81,3 Prozent im Vormonat und 75 Prozent im Vorjahr.

Im September mussten sich 3.315 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 78 Personen oder 2,3 Prozent weniger als im August und 203 oder 5,8 Prozent weniger als im September 2019. Seit Jahresbeginn mussten sich 34.654 Kölnerinnen und Kölner arbeitslos melden. Das sind 2.918 Personen oder 9,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019.

Im September konnten 3.385 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit[3] beenden. Das sind 584 oder 20,8 Prozent mehr als im August und 279 Personen oder 9 Prozent mehr als im September 2019. Seit Jahresbeginnen beendeten 21.728 Kölnerinnen und Kölner ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit. Das sind 2.368 Personen oder 9,8 Prozent weniger als in 2019.

Ende März 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 588.877. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 9.733 oder 1,7%, nach +11.398 oder +2,0% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherungen (+3.506 oder +14,2%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen ohne Arbeitnehmerüberlassung (–1.919 oder –5,1%).

Arbeitgeber meldeten im September 1.503 neue Arbeitsstellen, das waren 276 Stellen oder 22,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im September sind damit 5.370 Arbeitsstellen im Bestand, gegenüber August ist das ein Anstieg von 375 Stellen oder 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 3.089 Stellen weniger (minus 36,5 Prozent). Seit Jahresbeginn sind 12.352 Stellen eingegangen, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 8.924 Stellen oder 41,9 Prozent.

Im September sind vor allem in folgenden Wirtschaftsgruppen freie Arbeitsstellen gemeldet.

 

 

[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)