02.11.2022 | Presseinfo Nr. 42

Kölner Arbeitsmarkt weiterhin stabil

  • 51.975 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner
  • 1.670 weniger Arbeitslose als im Vorjahr
  • Arbeitslosenquote bei 8,6 Prozent
  • 8.133 offene Stellen

„Die Kölner Unternehmen haben weiterhin hohen Bedarf an Fachkräften. Trotz Inflation und drohender Energiekrise wächst die Wirtschaft.  Die Preissteigerungen haben sich nicht so negativ wie erwartet auf das Konsumverhalten ausgewirkt. So hat sich das Geschäft im Gast- und Hotelgewerbe auch durch den Tourismus inzwischen etwas erholen können. Auch im Handel wird weiterhin intensiv nach Verkäuferinnen und Verkäufern gesucht. Der gestiegene Arbeitskräftebedarf zieht sich quer durch alle Branchen,“ fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit, die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt zusammen.

Aktuell sind noch 8.133 offene Stellen im Bestand, 1.809 davon sind erst im letzten Monat dazugekommen. Bei den Einstellungen sind die Unternehmen aber noch zögerlich. Entweder warten sie die weitere wirtschaftliche Entwicklung ab, oder finden nicht die geeignete Fachkraft, die sie für ihre Weiterentwicklung suchen. Auch auf der Seite der Arbeitssuchenden kriegt der Wandel der Arbeitswelt immer mehr Bedeutung. „Mehr als 6.500 Kölnerinnen und Kölner versuchen sich gerade durch Weiterbildungen, Arbeitsgelegenheiten und Umschulungen auf die veränderten Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt einzustellen“, so Klapper. „Die Transformation des Arbeitsmarktes nimmt weiter Fahrt auf, das sehen wir deutlich in der Automobilindustrie und in vielen mittelständigen Unternehmen. Berufliche Weiterbildung wird für viele der Schlüssel sein, um weiterhin erfolgreich am Arbeitsleben teilnehmen zu können.“

Der Arbeitsmarkt im Oktober

Im Oktober sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 420 Personen oder 0,8 Prozent. Sie liegt damit bei 51.975. Gegenüber dem Vorjahr sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.670 Personen oder 3,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt 8,6 Prozent, gleich zum Vormonat. Im Vorjahr betrug sie 8,9 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Oktober 12.604 Personen. Das sind 140 oder 1,1 Prozent weniger als im September und 945 Personen oder 7,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung
nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 39.371 Arbeitslose. Das sind 280 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im September und 725 Personen oder 1,8 Prozent weniger als im Oktober 2021.

Geflüchtete aus der Ukraine

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden seit dem 1. Juni 2022 durch das Jobcenter betreut und können dort Leistungen nach dem SGB II beantragen. Im Oktober sind 5.230 arbeitssuchende Ukrainer im Kölner Jobcenter gemeldet. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit beträgt im Oktober 2.529 Personen.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und zum Oktober 2021 gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 51.975 Arbeitslosen suchten im Oktober 14.159 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Oktober insgesamt 66.344[1]. Sie lag damit um 309 oder 0,5 Prozent höher als im September. Gegenüber Oktober 2021 sank die Unterbeschäftigung um 371 Personen oder 0,6 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Oktober im Vergleich zum Vormonat konstant bei 10,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 10,8 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 78,3 Prozent. Im letzten Monat betrug der Anteil 79,3 Prozent, im Vorjahr 80,4 Prozent.

Im Oktober mussten sich 3.453 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen[2]). Das waren 296 Personen oder 9,4 Prozent mehr als im Vormonat und 344 Personen oder 11,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.817 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit[3] beenden. Das sind 254 Personen oder 8,3 Prozent weniger als im September und 313 Personen oder 10 Prozent weniger als im Oktober 2021.

Ende März 2022, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 605.669. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 19.046 oder 3,2%, nach +16.315 oder +2,8% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+5.056 oder +6,3%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie, einem Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes (–1.296 oder –4,0%).

Im Oktober waren 8.133 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber September ist das ein Plus von 258 Stellen oder 3,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 2.468 Stellen mehr (+43,6 Prozent). Arbeitgeber meldeten dem Kölner Arbeitgeber-Service im Oktober 1.809 neue Arbeitsstellen, 168 mehr als im September (+10,2 Prozent) und 469 mehr als im letzten Jahr (+35 Prozent).

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche. Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (650 Stellen im Bestand);  Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (588); Sicherheitsfachkräfte (419);  Büro und Sekretariat (291);  Gastronomie (280);  Unternehmensorganisation (221); Reinigung (221); Informatik (224); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (153).

Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Die Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt veröffentlichen die Arbeitsmarktpartner IHK, HWK und Arbeitsagentur Köln am 04.11. in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

'In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

[2] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

[3] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)