01.09.2020 | Presseinfo Nr. 33

Der Kölner Arbeitsmarkt im August 2020

Anstieg der Arbeitslosigkeit flacht ab
- 60.723 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 10,0 Prozent
- Weniger Entlassungen, mehr Einstellungen machen Hoffnung
- Online-Seminare für Arbeitgeber

„Pandemiebedingt hatten wir in den letzten Monaten einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit.  Im August mussten sich weniger Menschen als im Juli arbeitslos melden und auch gegenüber dem Vorjahr sind die Arbeitslosmeldungen rückläufig. Die Arbeitgeber versuchen weiterhin, ihre Mitarbeiter zu halten. Dies sind erste positive Entwicklungen. Im Vergleich zum Vormonat und zum August des letzten Jahres sind die Arbeitsaufnahmen gestiegen, d.h. mehr Menschen finden eine neue Anstellung“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit. „Noch sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich auf dem Kölner Arbeitsmarkt zu spüren. Neben der hohen Zahl an Arbeitslosen ist die Zahl der Firmen in Kurzarbeit nach wie vor hoch“, so Klapper. Er empfiehlt Kölner Unternehmen, die noch Kapazitätsreserven haben, die Zeit zu nutzen und die Belegschaft für kommende Aufgaben zu qualifizieren. „Unternehmen, die die Zeit jetzt sinnvoll nutzen, um Fachkräfte für die Zukunft fit zu machen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Die Arbeitsagentur hat vielfältige Unterstützungsangebote, damit Unternehmen die Pandemie meistern und gestärkt zurückkehren können.“

Für Arbeitgeber bietet die Arbeitsagentur mit Partnern zwei Online-Seminare an, um sich über die Themen Personal finden, binden, weiterbilden zu informieren.

  • 15. September von 11 bis 12 Uhr, in Kooperation mit dem Jobcenter Köln und dem Kompetenzzentrum des Mittelstands
    Anmeldung unter https://www.digital-in-nrw.de/
  • 23. September von 10 bis 11 Uhr, in Kooperation mit dem Jobcenter und dem Digital Hub Cologne
    Anmeldung unter https://www.digitalhubcologne.de/personal-finden/

Der Arbeitsmarkt im August

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Juli um 1,5 Prozent oder 895 auf 60.723 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 12.205 Personen oder 25,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt im August 10,0 Prozent. Im Juli lag sie bei 9,9 Prozent, im Vorjahr betrug sie 8,1 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im August 22.032 Personen. Das sind 513 oder 2,4 Prozent mehr als im Juli und 8.440 Personen oder 62,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im Statistikzeitraum 38.691 Arbeitslose. Das sind 382 Personen oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat und 3.765 Personen mehr als im August 2019 (+10,8 Prozent).

Insgesamt sind seit April 193.039 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen von Kurzarbeit betroffen gewesen oder befinden noch in Kurzarbeit. Seit April haben 14.027 Betriebe der Arbeitsagentur angezeigt Kurzarbeit nutzen zu wollen. Die Entwicklung der neuen Anzeigen ist im August rückläufig. Haben sich im Juli noch 171 neue Betriebe für 3.218 Angestellte zur Kurzarbeit gemeldet, sind es im August noch 91 neue Unternehmen für 1.076 Angestellte gewesen.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter auch die Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist mit der Zahl der Arbeitslosmeldungen im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gestiegen.

Neben den statistisch ausgewiesenen 60.723 Arbeitslosen suchten in diesem Zeitraum 13.516 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im August insgesamt 74.4331. Sie lag damit um 450 Personen höher als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr August 2019 stieg die Unterbeschäftigung um 11.701 Personen oder 18,7 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Monat bei 12,1 Prozent, im Juli lag sie bei 12,0 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 10,3 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 81,6 Prozent nach 80,9 Prozent im Vormonat und 77,3 Prozent im Vorjahr.

Im Juli mussten sich 3.393 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 335 Personen oder 9,0 Prozent weniger als im Juli und 239 oder 6,6 Prozent weniger als im August 2019. Seit Jahresbeginn mussten sich 31.339 Kölnerinnen und Kölner arbeitslos melden. Das sind 3.121 Personen oder 11,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019.

Im August konnten 2.801 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3  beenden. Das sind 473 oder 20,3 Prozent mehr als im Juli und 181 Personen oder 6,9 Prozent mehr als im August 2019. Seit Jahresbeginnen beendeten 15.542 Kölnerinnen und Kölner ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit. Das sind 2.828 Personen oder 15,4 Prozent weniger als in 2019.

Ende Dezember 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 591.536. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 11.398 oder 2,0 Prozent, gegenüber dem Vorquartal plus 13.399 oder   2,3 Prozent. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Information und Kommunikation (plus 3.422 oder 7,5 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (minus 2.107 oder 11,3 Prozent).

Arbeitgeber meldeten im August 1.227 neue Arbeitsstellen, das waren 41 Stellen oder 3,2 Prozent weniger als im Vormonat. Im August sind damit 4.995 Arbeitsstellen im Bestand, gegenüber Juli ist das ein Rückgang von 137 Stellen oder 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 3.606 Stellen weniger (minus 41,9 Prozent). Seit Jahresbeginn sind 10.849 Stellen eingegangen, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 8.389 Stellen oder 43,6 Prozent.

Im August meldeten die Arbeitgeber vor allem in folgenden Wirtschaftsgruppen Bedarf an neuen Mitarbeiter/Innen:

Öffentliche Verwaltung: 92 neue Stellen
Einzelhandel: 124 neue Stellen
Zeitarbeit:  346 neue Stellen
Gesundheitswesen: 122 neue Stellen

Kostenfreie Service-Rufnummer für Arbeitgeber: 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

 

1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)