10.02.2020 | Presseinfo Nr. 12

Fachkräfte sichern durch Weiterbildung

Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg informierte in Bad Waldsee rund 40 regionale Unternehmensvertreter über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten zur Rekrutierung und Qualifizierung von Mitarbeitern
 

Der digitale Wandel und die demografische Entwicklung stellen die Betriebe zunehmend vor große Herausforderungen. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden und gleichzeitig die eigenen Beschäftigten auf einen aktuellen Wissensstand zu bringen. Aus diesem Grund veranstaltete die Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg in Kooperation mit der Stadt Bad Waldsee und dem Versandhaus Walz einen Informationsabend rund um das Thema „Fachkräftebedarf – Mitarbeiter suchen, finden, qualifizieren“. Rund 40 regionale Unternehmer und Personalverantwortliche informierten sich aus erster Hand über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten in Sachen Mitarbeiterqualifizierung.

Die Digitalisierung bringe eine tiefgreifende Veränderung für bestehende Berufe und einen Wandel der Berufsbiografien mit sich, prognostizierte Franz Schairer. Im Zuge einer zunehmenden Komplexität von Qualifikationsprofilen seien neue, agile Arbeits- und Führungsstrukturen erforderlich. Hierarchische Strukturen würden abgebaut und durch ein Miteinander-Planen und -Umsetzen ersetzt. „Dies stellt ganz andere Ansprüche an Mitarbeiter und Chefs“, so Schairer. Seriöse Prognosen rechnen durch den Technologiewandel mit einem Wegfall von 1,3 Millionen Arbeitsplätzen, so Schairer weiter. 89 Prozent der Tätigkeiten eines Metallhelfers beispielsweise würden künftig durch Automatisierung abgedeckt. Im Gegenzug werden rund 2,1 Millionen neue Arbeitsplätze mit neuen Profilen entstehen. Aktuell gebe es im Arbeitsagenturbezirk über 319.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr – Tendenz steigend. Schairer: „Die Arbeit wird uns künftig nicht ausgehen, aber sie wird sich verändern.“

Henry Schwedt appellierte an die Unternehmensvertreter, rechtzeitig mit der Suche nach Fachkräften anzufangen. Hierbei spielen Angebote wie ÖPNV-Fahrscheine oder E-Bike Leasing eine zunehmend größere Rolle, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Als Alternativen zur Fachkräftegewinnung empfahl Schwedt, Ausbildungsstellen zu schaffen und das Potenzial der eigenen Belegschaft zu erkennen. „Sie können durch eine strategische Personalentwicklung viel bewirken“, sagte Schwedt und verwies auf Umschulungen oder berufliche Weiterbildung der Mitarbeiter. Die Arbeitsagentur biete mit Professionalität und hoher Arbeitsmarktkompetenz vielfältige Beratung und Unterstützung bei der Mitarbeiter-Rekrutierung und Personalentwicklung.

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für Qualifizierung, ergänzte Andy Stephan. Durch das Qualifizierungschancengesetz stünden deutlich mehr Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung als bisher. So können Beschäftigte unabhängig von Alter, Qualifikation und Betriebsgröße Zugang zu einer Weiterbildungsförderung erhalten, wenn ihre Tätigkeit durch neue Technologien ersetzt werden kann oder sie in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen sind. Auch für Beschäftigte ohne verwertbaren Berufsabschluss sei eine geförderte Weiterbildung beziehungsweise Umschulung möglich, so Stephan. Die Zuschüsse für Lehrgangskosten und für das Arbeitsentgelt während der Weiterbildung variieren je nach Betriebsgröße und sind nur an wenige Bedingungen gebunden. „Ziel der Weiterbildungsmaßnahmen ist es, das Qualifizierungsniveau der Beschäftigten auf den aktuellen Wissensstand zu bringen“, so Stephan.

Von ihren positiven Erfahrungen in Sachen Mitarbeiterqualifizierung und einer hilfreich-kompetenten Unterstützung durch die Arbeitsagentur berichteten abschließend Lothar Kimpfler, Geschäftsführer der Bohrtechnik Kimpfler GmbH, Bad Wurzach, und Roland Haug, Einrichtungsleiter des Spitals zum Heiligen Geist, Bad Waldsee. Franz Schairer appellierte abschließend an die Unternehmensvertreter, sich als „Fachkräfte-Macher“ zu engagieren. „Wir von der Agentur für Arbeit wollen als Partner gemeinsam mit Ihnen individuelle Strategien zur Fachkräftesicherung entwickeln.“     

 

Henry Schwedt, Franz Schairer und Andy Stephan von der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg (von links) informierten in Bad Waldsee regionale Unternehmensvertreter über Fördermöglichkeiten in Sachen Fachkräftesicherung. Bild: Agentur für Arbeit
Henry Schwedt, Franz Schairer und Andy Stephan von der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg (von links) informierten in Bad Waldsee regionale Unternehmensvertreter über Fördermöglichkeiten in Sachen Fachkräftesicherung. Bild: Agentur für Arbeit