Gemischte Bilanz zum Ausbildungsmarkt

Nach zwei schwierigen Corona-Jahren hat sich der Ausbildungsmarkt auf der Bewerberseite stabilisiert. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in unserer Region hat weiter zugelegt. Die Arbeitgeber in Oberschwaben und am Bodensee setzen auf Fachkräftesicherung durch Nachwuchsgewinnung.

23.11.2022 | Presseinfo Nr. 73

Gleichzeitig blieb im Zeitraum von Oktober 2021 bis September 2022 die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Bewerber für eine duale Ausbildung nahezu unverändert, die Entwicklung zum Bewerbermarkt hat sich also fortgesetzt. „Die Schere geht immer weiter auseinander. Auf der einen Seite war die Situation für Ausbildungssuchende noch nie so erfolgversprechend wie heute. Dem gegenüber steht, dass sich die Betriebe immer schwerer tun, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Neben dem rechnerischen Ungleichgewicht zwischen Bewerbern und Stellen erschweren regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Ungleichgewichte den Ausgleich am Arbeitsmarkt“, erläutert Mathias Auch.

Ausbildungsstellen

Für das abgeschlossene Ausbildungsjahr 2021/22 wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg insgesamt 5.570 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 286 oder 5,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Top Ten der gemeldeten Ausbildungsstellen führen die Kaufleute im Einzelhandel (449), gefolgt von den Verkäuferinnen und Verkäufern (362), den zahnmedizinischen (244) und medizinischen (207) Fachangestellten und den Kaufleuten für Büromanagement (199) an. 1.370 Ausbildungsstellen waren zum 30. September noch unbesetzt. Die meisten freien Ausbildungsstellen gab und gibt es noch als Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Zahnmedizinische/r und Medizinische/r Fachangestellte/r, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heiz- und Klimatechnik, Elektroniker/in für Energie-/Gebäudetechnik und Verkäufer/in sowie als Zimmerer/-in.

Bewerberseite

Im zurückliegenden Berufsberatungsjahr, also von Oktober 2021 bis September 2022, nahmen 2.458 Bewerberinnen und Bewerber die Unterstützung der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg bei der Ausbildungsplatzsuche in Anspruch. Das waren 3 mehr als im Vorjahr. 1.226 oder 49,9 Prozent davon entschieden sich für eine Berufsausbildung. Für einen weiteren Schulbesuch ein Praktikum oder Studium entschieden sich 16,7 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, für eine geförderte Qualifizierung 1,3 Prozent. Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die im Anschluss an die Schulzeit eine Beschäftigung aufnahmen, lag bei 9,9 Prozent. 2,1 Prozent der Bewerber engagieren sich in gemeinnützigen bzw. sozialen Diensten. 12,7 Prozent der Bewerber haben keine Angaben zu ihrem Verbleib gemacht. 101 Bewerber galten zum Stichtag als unversorgt, also ohne Ausbildungsstelle oder Alternative. Das waren 2 mehr als vor einem Jahr. Rein rechnerisch kamen auf jeden gemeldeten Bewerber 2,27 Ausbildungsstellen.

Ausbildungsmarkt in der Verlängerung

Es gibt Betriebe, die auch jetzt noch für das bereits begonnene Ausbildungsjahr einstellen. „Die Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu finden sind gut. Wer weiterhin auf der Suche ist, kann sich bewerben. Wer dabei Unterstützung sucht, sollte keine Zeit verstreichen lassen und Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Also: Nicht lange fackeln, sondern handeln“, ermuntert Mathias Auch.

Unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 4 5555 00 erhalten Jugendliche ganz kurzfristig Termine bei der Berufsberatung, um auch jetzt noch den Ausbildungsstart zu schaffen.

Unterstützung bei Problemen

„Wenn es während der Ausbildung nicht rund läuft oder wenn sich Betriebe entscheiden, Ausbildungssuchenden eine Chance zu ermöglichen, die auf den ersten Blick weniger geeignet erscheinen, bietet die Arbeitsagentur eine Reihe von Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für Azubis und deren Ausbildungsbetriebe an“, sagt Auch. Als bewährtes Unterstützungsangebot führt Auch beispielhaft die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) an. Sie bietet für Azubis eine intensive Betreuung und persönliche Begleitung während der Ausbildung. Sie ermöglicht unterstütztes Lernen in kleinen Gruppen durch erfahrene Dozenten. So können sich die Noten oder Sprachkenntnisse verbessern und dem Abschluss der Berufsausbildung steht nichts mehr im Wege. Ziel der Assistierten Ausbildung ist, die Hürden zu beseitigen, sodass sich die Jugendlichen voll auf die Ausbildung konzentrieren können. Die Hürden können sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich liegen. Die Kosten für die Assistierte Ausbildung übernimmt komplett die Agentur für Arbeit. Beratung für Arbeitgeber bietet der Arbeitgeberservice unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.

Berufsberatung und Berufsorientierung über viele Kanäle

Neben persönlichen Beratungsgesprächen können alternative Kontaktmöglichkeiten zur Berufsberatung genutzt werden: Online, telefonisch und Video-Beratung. Darüber hinaus können Jugendliche auf digitale Informationsangebote der Bundesagentur für Arbeit zugreifen, beispielsweise die Smartphone App „AzubiWelt“ oder den YouTube-Kanal der Arbeitsagentur. „Eine gute erste Orientierung bietet das Selbsterkundungstool Check-U. Damit können junge Menschen zuhause am PC oder am Smartphone herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen liegen und welche Berufsfelder zu ihnen passen“, betont Mathias Auch.

Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Konstanz in Zahlen

Im zurückliegenden Berufsberatungsjahr, also von Oktober 2021 bis September 2022, nahmen 947 Bewerber die Unterstützung der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg bei der Ausbildungsplatzsuche in Anspruch. Das waren 12 mehr als im Vorjahr. 44,4 Prozent aller gemeldeten Bewerber entschieden sich für eine Berufsausbildung. Für einen weiteren Schulbesuch entschieden sich 12,8 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die im Anschluss an die Schulzeit eine Beschäftigung aufnahmen, lag bei 11,9 Prozent. Zum Stichtag waren 51 Bewerber unversorgt, also ohne Ausbildungsstelle oder Alternative. Das war zwei mehr als vor einem Jahr.

Im selben Zeitraum wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg insgesamt 1.598 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 52 oder 3,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. So kamen rein rechnerisch 60 Bewerber auf 100 Ausbildungsstellen. Zum 30. September waren noch 248 Ausbildungsstellen unbesetzt, 41 oder 19,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Ravensburg in Zahlen

Im zurückliegenden Berufsberatungsjahr, also von Oktober 2021 bis September 2022, nahmen 955 Bewerber die Unterstützung der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg bei der Ausbildungsplatzsuche in Anspruch. Das waren 24 mehr als im Vorjahr. 51,7 Prozent aller gemeldeten Bewerber entschieden sich für eine Berufsausbildung. Für einen weiteren Schulbesuch entschieden sich 17,8 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die im Anschluss an die Schulzeit einen Job aufnahmen, lag bei 8,8 Prozent. Zum Stichtag waren 40 Bewerber unversorgt, also ohne Ausbildungsstelle oder Alternative. Das war 1 weniger als vor einem Jahr.

Im selben Zeitraum wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg insgesamt 2.586 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 241 oder 10,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. So kamen rein rechnerisch 39 Bewerber auf 100 Ausbildungsstellen. Zum 30. September waren noch 834 Ausbildungsstellen unbesetzt, 398 oder 91,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Ausbildungsmarkt im Bodenseekreis in Zahlen

Im zurückliegenden Berufsberatungsjahr, also von Oktober 2021 bis September 2022, nahmen 556 Bewerber die Unterstützung der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg bei der Ausbildungsplatzsuche in Anspruch. Das waren 33 weniger als im Vorjahr. 56,1 Prozent aller gemeldeten Bewerber entschieden sich für eine Berufsausbildung. Für einen weiteren Schulbesuch entschieden sich 12,4 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die im Anschluss an die Schulzeit einen Job aufnahmen, lag bei 8,5 Prozent. Zum Stichtag waren 10 Bewerber unversorgt, also ohne Ausbildungsstelle oder Alternative. Das war 1 mehr als vor einem Jahr.

Im selben Zeitraum wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg insgesamt 1.386 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 97 oder 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. So kamen rein rechnerisch 40 Bewerber auf 100 Ausbildungsstellen. Zum 30. September waren noch 288 Ausbildungsstellen unbesetzt, 11 oder 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.