Arbeitslosigkeit steigt erneut

Saisonale und konjunkturelle Gründe für Plus im Agenturbezirk Korbach

31.08.2023 | Presseinfo Nr. 58

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Korbach ist im August um 442 auf 8243 gestiegen, das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent gegenüber Juli. Im Vergleich mit dem Vorjahr ergibt sich in den beiden Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder ein Anstieg um 498 Arbeitslose (plus 6,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent, das sind jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr als im Juli und im August vorigen Jahres.

 

Agenturleiter Uwe Kemper sieht den Anstieg der Arbeitslosigkeit in einem Mix aus saisonalen und konjunkturellen Aspekten begründet. „Der Zuwachs ist insbesondere auf die Gruppen der jungen Menschen, der Frauen und der Ausländer zurückzuführen. Zumindest das Plus bei den jugendlichen Arbeitslosen lässt sich noch mit dem Ende des Schuljahres im Juli begründen. Die späten Sommerferien in Hessen haben ebenfalls Einfluss, weil beispielsweise Einstellungen auf die Zeit nach der Sommerpause geschoben werden.“

Insgesamt mache sich jedoch auch die schwächelnde Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt im hiesigen Agenturbezirk bemerkbar: „Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung führt zu Zurückhaltung bei Einstellungen.“ Kemper wies gleichzeitig darauf hin, dass die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk mit 4,4 Prozent nach wie vor deutlich unter der Hessenquote von 5,4 Prozent liege: „Der vielfältige Branchenmix in den beiden Landkreisen macht sich weiterhin positiv bemerkbar.“ 

Bei allen Personengruppen ist im August ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten, am deutlichsten bei den Jüngeren unter 25 Jahren (plus 16 Prozent) und den Frauen (plus 9,3 Prozent), gefolgt von Ausländern (plus 7,4 Prozent), Männern (plus 2,7 Prozent) und Älteren ab 50 Jahren (plus 2,2 Prozent).

Die Zahlen für die beiden Rechtskreise: Bei der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosengeld) waren im Agenturbezirk 3055 Menschen arbeitslos gemeldet, 174 mehr als im Juli (plus 6,0 Prozent) und 256 mehr als im Vorjahr (plus 9,1 Prozent). Bei den Jobcentern (Rechtskreis SGB II, Bürgergeld) waren 5188 Arbeitslose registriert, 268 mehr als im Juli (plus 5,4 Prozent) und 242 mehr als im August 2022 (plus 4,9 Prozent).

Die Langzeitarbeitslosigkeit hat sich in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt. Bei der Arbeitslosenversicherung stagniert die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Monatsvergleich bei 379, das sind 35 weniger als vor einem Jahr. Bei den Beziehern von Bürgergeld zeigt sich seit Juli ein Anstieg um 51 Langzeitarbeitslose auf jetzt 1535 und gegenüber August 2022 ein Zuwachs um 230. Hier macht sich weiter bemerkbar, dass die Geflüchteten aus der Ukraine seit Juni 2022 von den Jobcentern betreut werden und nach einem Jahr als langzeitarbeitslos geführt werden.

Der Stellenbestand im Agenturbezirk ist seit Juli um 80 auf 1877 gesunken, das entspricht im Vergleich mit dem Vorjahr 1146 offenen Stellen weniger.

 

Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen:
Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im August 3688 Menschen arbeitslos gemeldet, 239 mehr als im Juli (plus 6,9 Prozent) und 16 mehr als im Vorjahr (plus 0,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöht sich von 3,9 auf 4,2 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Stellenbestand im Landkreis liegt unverändert gegenüber Juli bei 846 und damit um 690 niedriger als im August 2022. 

 

Korbach mit Bad Wildungen. 1729 Personen ohne Arbeit waren im August in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 120 mehr als im Juli (plus 7,5 Prozent) und 55 mehr als vor einem Jahr (plus 3,3 Prozent). Die Quote steigt binnen Monatsfrist um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent, das entspricht dem August-Wert des Vorjahres.

 

Geschäftsstelle Frankenberg. Im Vergleich mit dem Juli steigt in der Geschäftsstelle Frankenberg die Arbeitslosenzahl um 57 auf 1108 (plus 5,4 Prozent), das sind 91 weniger als im August vor einem Jahr (minus 7,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg erhöht sich um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen.

 

Geschäftsstelle Bad Arolsen: 851 Menschen auf Jobsuche waren in der Geschäftsstelle Bad Arolsen erfasst, 62 mehr als im Juli (plus 7,9 Prozent) und 52 mehr als vor einem Jahr (plus 6,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent (August 2022: 4,6 Prozent).

 

Landkreis Schwalm-Eder. 4555 Arbeitslose waren im August im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 203 mehr als im Juli (plus 4,7 Prozent) und 482 mehr als im Vorjahresmonat (plus 11,8 Prozent). Die Quote liegt bei 4,6 Prozent. Vor einem Monat hatte sie 4,4 Prozent betragen, vor einem Jahr 4,2 Prozent. 1031 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 80 weniger als im Juli und 456 weniger als im Vorjahr.

 

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2239 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, ein Plus von 145 gegenüber Juli (plus 6,9 Prozent) und 308 mehr als im Vorjahr (plus 16 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 4,2 Prozent.  

 

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im August 1153 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 34 mehr als vor vier Wochen (plus 3 Prozent) und 77 mehr im Jahresvergleich (plus 7,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöht sich auf 4,5 Prozent, das ist 0,1 Prozentpunkt mehr als im Juli (August 2022 4,3 Prozent).

 

Geschäftsstelle Schwalmstadt. Die August-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt zeigt 1163 Menschen auf Jobsuche, 24 mehr als im Vormonat (plus 2,1 Prozent) und 97 mehr als im vorigen Jahr (plus 9,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher als im Juli, vor zwölf Monaten hatte sie 4,0 Prozent betragen.

 

 

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