Spätsommer lässt Arbeitslosenzahlen sinken

Rückgang im Agenturbezirk Korbach insbesondere bei jungen Menschen

29.09.2023 | Presseinfo Nr. 65

Mit einem positiven Signal startet der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Korbach in den Herbst: Die Zahl der Arbeitslosen in den beiden Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder ist im September um 476 auf 7767 gesunken, das entspricht einem Rückgang von 5,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 4,2 Prozent – nach 4,4 Prozent im August. Im Vergleich zum September 2022 sind 228 Arbeitslose mehr zu verzeichnen (plus 3 Prozent), damals hatte die Quote bei 4,1 gelegen.

 

Eine typische Herbstbelebung sieht der Korbacher Agenturleiter Uwe Kemper im Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Die Sommerpause ist vorbei, die Firmen stellen wieder vermehrt ein. Zudem haben junge Menschen nach der Ausbildung eine Anschlussbeschäftigung gefunden. Dies zeigt sich an einem überproportionalen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen.“ Im September seien zudem mehr Arbeitslose in eine Erwerbstätigkeit gewechselt als im Vormonat und Vorjahr, was für einen weiter aufnahmefähigen Arbeitsmarkt spreche. „Insgesamt“, so Kemper, „zeichnet sich der heimische Arbeitsmarkt nach wie vor durch eine gewisse Widerstandskraft aus.“ Gleichwohl sei die abwartende Haltung von Unternehmen angesichts der abgeschwächten Konjunktur spürbar. Als ein Beispiel nennt der Agenturchef die Zeitarbeit: „Leiharbeitsverträge werden nicht mehr so selbstverständlich fortgeschrieben, wie das noch vor einigen Monaten der Fall war.“

Bei allen Personengruppen ist im September die Arbeitslosigkeit rückläufig, am stärksten bei den Jugendlichen unter 25 Jahren (minus 20,1 Prozent). Bei den Frauen ging die Arbeitslosenzahl um 6,6 Prozent zurück, bei Männern und Ausländern jeweils um 5 Prozent und bei den Älteren ab 50 Jahren um 2,2 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit ist in beiden Rechtskreisen im Monatsvergleich deutlich zurückgegangen, etwas stärker im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosengeld). Hier erhielten im Agenturbezirk 2813 Menschen Arbeitslosengeld, 242 weniger als im August (minus 7,9 Prozent), aber 236 mehr als im Vorjahr (plus 9,2 Prozent). Bei den Jobcentern (Rechtskreis SGB II, Bürgergeld) waren 4954 Arbeitslose registriert, 234 weniger als im August (minus 4,5 Prozent) und 8 weniger als im September 2022 (minus 0,2 Prozent).

Leicht gestiegen ist erneut die Zahl der Langzeitarbeitslosen auf jetzt 1933 im Agenturbezirk (plus 19 gegenüber August). Im Vergleich mit dem Vorjahr bedeutet das ein Mehr von 253 Langzeitarbeitslosen. „Wir sehen, dass es nach längerer Arbeitslosigkeit immer schwieriger wird, wieder in Erwerbstätigkeit zu kommen“, so Kemper. Nach wie vor spiele auch eine Rolle, dass die Geflüchteten aus der Ukraine seit Juni 2022 von den Jobcentern betreut werden und nach einem Jahr zu den Langzeitarbeitslosen zählen. 

Der Stellenbestand im Agenturbezirk ist seit August um 81 auf 1796 gesunken, das entspricht im Vergleich mit dem Vorjahr 952 offenen Stellen weniger. Neu gemeldet wurden im September 356 offene Stellen, das sind 152 weniger als im August und 165 weniger als vor einem Jahr.

 

Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen:
Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im September 3469 Menschen arbeitslos gemeldet, 219 weniger als im August (minus 5,9 Prozent) und 87 weniger als im Vorjahr (minus 2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,2 auf 4,0 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. 828 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 18 weniger als im August und 598 weniger als im September 2022.

 

Korbach mit Bad Wildungen. 1651 Personen ohne Arbeit waren im September in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 78 weniger als im August (minus 4,5 Prozent) und 77 mehr als vor einem Jahr (plus 4,9 Prozent). Die Quote reduziert sich im Vergleich mit August um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent, vor einem Jahr hatte sie 3,8 Prozent betragen.

 

Geschäftsstelle Frankenberg. Im Vergleich mit dem August sinkt in der Geschäftsstelle Frankenberg die Arbeitslosenzahl um 71 auf 1037 (minus 6,4 Prozent), das sind 159 weniger als im September vor einem Jahr (minus 13,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg fällt um 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen.

 

Geschäftsstelle Bad Arolsen: 781 Menschen auf Jobsuche waren in der Geschäftsstelle Bad Arolsen erfasst, 70 weniger als im August (minus 8,2 Prozent) und 5 weniger als vor einem Jahr (minus 0,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,4 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent (September 2022: 4,5 Prozent).

 

Landkreis Schwalm-Eder. 4298 Arbeitslose waren im September im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 257 weniger als im August (minus 5,6 Prozent) und 315 mehr als vor einem Jahr (7,9 Prozent). Die Quote liegt bei 4,4 Prozent. Vor einem Monat hatte sie 4,6 Prozent betragen, vor einem Jahr 4,1 Prozent. 968 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 63 weniger als im August und 354 weniger als im Vorjahr.

 

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2057 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, ein Minus von 182 gegenüber August (minus 8,1 Prozent) und 175 mehr als im Vorjahr (plus 9,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote fällt um 0,4 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 4,0 Prozent.  

 

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im September 1145 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 8 weniger als vor vier Wochen (minus 0,7 Prozent) und 99 mehr im Jahresvergleich (plus 9,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote verharrt bei 4,5 Prozent, das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als im September 2022.

 

Geschäftsstelle Schwalmstadt. Die September-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt zeigt 1096 Menschen auf Jobsuche, 67 weniger als im Vormonat (minus 5,8 Prozent) und 41 mehr als im vorigen Jahr (plus 3,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,1 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im August (Vorjahr 4,0 Prozent).