31.03.2021 | Presseinfo Nr. 27

Frühjahr lässt Arbeitslosenquote sinken

Quote bei 4,2 Prozent, Langzeitarbeitslosigkeit steigt weiter
 

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach ist im März merklich gesunken, was allerdings saisontypisch ist. In den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 7758 Menschen auf Jobsuche gemeldet, das sind 377 weniger als im Februar (minus 4,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Die Corona-Auswirkungen zeigen sich im Jahresvergleich: es sind 1358 mehr Personen arbeitslos gemeldet als im März 2020, das entspricht einem Plus von 21,2 Prozent. Damals hatte die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent gelegen.

Der Korbacher Agenturleiter Uwe Kemper wertet es als positives Zeichen, dass trotz Corona die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt festzustellen ist. „Das zeugt von einem vorsichtigen Optimismus bei Unternehmen.“ Gleichzeitig sei der Arbeitsmarkt durch die Pandemie weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet, insbesondere in den besonders vom Lockdown betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus, Handel, Kultur. 

Bei allen Personengruppen ist die Arbeitslosigkeit im März rückläufig, am stärksten bei den unter 25-Jährgen (minus 9,9 Prozent).  Bei den Männern sinkt die Arbeitslosigkeit um 5,9 Prozent, bei den ab 50-Jährigen um 3,6 Prozent, bei den Frauen um 3,0 Prozent und bei den Ausländern um 0,9 Prozent.

„Auch bei den Langzeitarbeitslosen gibt es im Rechtskreis SGB III – das sind die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld - einen Rückgang um 36 Personen (minus 6,6 Prozent)“, so Kemper. „Anders sieht es dagegen im Bereich der Grundsicherung nach SGB II aus, wo sich der Anstieg der vergangenen Monate weiter fortgesetzt hat. In beiden Landkreisen sind hier im März 38 Personen hinzugekommenes, das sind 556 mehr als vor einem Jahr allein im Bereich der Grundsicherung.“ Im Rechtskreis SGB III sind es 175 Arbeitslose mehr als im März 2020.

Der Bestand an offenen Stellen ist im März erneut gestiegen auf jetzt 2597. Das sind 88 mehr als im Februar. Im März 2020 waren noch 270 mehr offene Stellen zu besetzen.

Die Zahl der neuen Kurzarbeits-Anzeigen ist weiter rückläufig: 92 Betriebe haben bis zum Stichtag 25. März neu Kurzarbeit für bis zu 1110 Beschäftigte angezeigt. Im Februar hatte es 170 neue Anzeigen für maximal 1386 Personen gegeben.

Ob und in welchem Umfang die Betriebe tatsächlich kurzarbeiten, wird erst mit der Abrechnung deutlich, für die sie drei Monate Zeit haben. Für diese realisierte Kurzarbeit gibt es auf Agenturebene Hochrechnungen bis November, als in 1073 Unternehmen insgesamt 8460 Beschäftigte kurzgearbeitet haben (Oktober: 786 Betriebe, 6418 Beschäftigte).

Ausbildungsmarkt

Für den Agenturbezirk Korbach bestätigt sich nach Kempers Worten der bundesweite Trend zu einem deutlich geringeren Angebot an Ausbildungsplätzen nicht. „Seit Anfang Oktober sind uns 1946 Ausbildungsstellen gemeldet worden, das sind nur 16 weniger als ein Jahr zuvor. Aber: Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die eine Ausbildungsstelle suchen, ist dramatisch zurückgegangen. Seit Oktober haben sich 1144 Bewerber bei uns gemeldet, das ist rund ein Viertel weniger als im vorherigen Berichtsjahr.“ Mit sinkenden Schulabgangs-Zahlen allein lasse sich dieser Rückgang nicht erklären. Kemper geht davon aus, dass auch fehlende Möglichkeiten zum Informieren und praktischen Ausprobieren von Berufen einen Anteil daran haben – „es hängt oft an der Berufsorientierung.“ Er appelliert an alle, die noch nicht wissen, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht, sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur zu melden (Tel. 05631/957-158). „Es gibt noch ausreichend freie Ausbildungsplätze und lohnt sich auf alle Fälle noch, jetzt in den Bewerbungsprozess einzusteigen.  

Die Arbeitsmarktzahlen im Einzelnen:

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im März 3642 Menschen arbeitslos gemeldet, 178 weniger als im Februar (minus 4,7 Prozent) und 593 mehr als im März 2020 (plus 19,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte gegenüber Februar) und liegt damit weiter 0,6 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

62 neue Kurzarbeits-Anzeigen gingen in Waldeck-Frankenberg ein, von denen maximal 263 Personen betroffen sein können (Februar 102 neue Anzeigen für bis zu 1004 Beschäftigte). Auf Landkreisebene liegen Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis Oktober vor: Danach waren in Waldeck-Frankenberg 3934 Beschäftigte in 438 Betrieben in Kurzarbeit (September: 4675 Personen in 468 Unternehmen).

Korbach mit Bad Wildungen. 1708 Menschen ohne Arbeit waren im März in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 107 weniger als im Februar (minus 5,9 Prozent) und 280 mehr als vor einem Jahr (plus 19,6 Prozent). Die Quote liegt mit 4,1 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und um 0,6 Prozentpunkte höher als im März 2020.   

Geschäftsstelle Frankenberg. 1136 Arbeitslose verzeichnet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 39 weniger als im Februar (minus 3,3 Prozent). Das entspricht einem Anstieg von 205 Personen gegenüber März 2020 (plus 22 Prozent). In Frankenberg sinkt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent, im Vorjahr hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen.

Geschäftsstelle Bad Arolsen. 798 Menschen auf Jobsuche waren in der Geschäftsstelle Bad Arolsen erfasst. Im Vergleich zu Februar sind das 32 Personen weniger (minus 3,9 Prozent) und zu März des Vorjahres 108 Personen mehr (plus 15,7 Prozent).  Die Arbeitslosenquote beträgt 4,5 Prozent, das ist ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Februar und ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat. 

Landkreis Schwalm-Eder. 4116 Arbeitslose waren im März im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 199 weniger als im Februar (minus 4,6 Prozent) und 765 mehr als im Vorjahresmonat (plus 22,8 Prozent). Die Quote sinkt auf 4,2 Prozent, ein Minus von 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat und ein Plus von 0,8 Prozentpunkten gegenüber März 2020.

Im Schwalm-Eder-Kreis haben 30 Betriebe für maximal 847 Mitarbeiter neu Kurzarbeit angezeigt (Februar 68 Anzeigen für bis zu 382 Beschäftigte). Nach der Hochrechnung über die tatsächliche Kurzarbeit haben im Oktober im Landkreis 2484 Arbeitnehmer in 348 Betrieben kurzgearbeitet. Im September waren es 2851 Beschäftigte in 375 Betrieben.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 1903 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst. Das sind 60 weniger als im Vormonat (minus 3,1 Prozent) und 393 mehr als im Vorjahresmonat (plus 26 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,1 Prozent. Im Februar hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen, im März vorigen Jahres bei 3,2 Prozent.

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im März 1076 Personen arbeitslos gemeldet, 59 weniger als vor vier Wochen (minus 5,2 Prozent) und 201 mehr im Jahresvergleich (plus 23 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 Prozent (Februar 4,4 Prozent, März 2020 3,5 Prozent).

Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1137 Menschen auf Jobsuche zeigt die März-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 80 weniger als im Februar (minus 6,6 Prozent) und 171 mehr als vor einem Jahr, ein Anstieg um 17,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote reduziert sich um 0,3 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent, im März 2020 hatte sie bei 3,6 Prozent gelegen.

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