30.09.2020 | Presseinfo Nr. 62

Leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Saisonüblicher Rückgang: Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent

Saisonüblich belebt der Herbst den Arbeitsmarkt – das gilt auch im Corona-Jahr 2020: Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Korbach sinkt im September auf 7667, damit sind in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder 568 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im August (minus 6,9 Prozent). Der Rückgang fällt sogar etwas stärker aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahren. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk geht um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 4,1 Prozent zurück. Damit liegt die Quote jedoch weiterhin um 1 Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahres.

Laut Manfred Hamel, Geschäftsführer operativ bei der Korbacher Arbeitsagentur, hat sich der Arbeitsmarkt gegenüber dem Vormonat zwar positiv entwickelt. Es sei aber insbesondere aufgrund des Vergleichs mit den Vorjahreswerten die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten spürbar.  „Erfreulich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit, insbesondere bei den unter 25-Jährigen“, so Hamel. „Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen liegt niedriger als im August und es sind deutlich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit gewechselt. Der Bestand an offenen Stellen steigt zudem seit Mai kontinuierlich an.“ Gleichzeitig nehme aber auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen stetig zu und der Vergleich mit 2019 ergebe, dass die Arbeitslosenzahl seit Mai immer mehr als 30 Prozent über der Zahl des Vorjahres liegt. Hamel: „Das Vor-Corona-Niveau ist noch nicht in Sicht. Wir schaffen aber dank des großen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitestgehend den Spagat zwischen hoher telefonischer Erreichbarkeit, (Berufs-)Beratung und Vermittlung einerseits und der großen Unterstützung von anderen Bereichen der Bundesagentur bei der rechtzeitigen Auszahlung des Kurzarbeitergeldes andererseits.“

Im September ist die Arbeitslosenzahl bei allen Personengruppen rückläufig, am deutlichsten bei den unter 25-Jährigen (minus 11,3 Prozent auf jetzt 963) und den Ausländern (minus 9,1 Prozent auf jetzt 1761). Seit Monaten kontinuierlich steigend ist hingegen die Zahl der Langzeitarbeitslosen: In beiden Rechtskreisen zusammen (Grundsicherung nach SGB II und Arbeitslosengeld nach SGB III) liegt deren Zahl jetzt bei 1797, das sind 22 mehr als im Vormonat und 406 mehr als vor einem Jahr.  

Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk ist im September erneut gestiegen auf jetzt 2563 (plus 110 Stellen). Im Vergleich mit dem Vorjahr sind das jedoch noch 764 Stellen weniger (minus 23 Prozent).

Für die realisierte Kurzarbeit liegen nun auf Agenturebene Hochrechnungen für den Mai vor. Danach haben in 1867 Betrieben in den beiden Landkreisen 21.330 Beschäftigte kurzgearbeitet. Im April waren es im Agenturbezirk noch 2224 Betriebe mit 22196 Arbeitnehmern gewesen. Die Zahl der neu eingehenden Kurzarbeitsanzeigen liegt weiter im unteren zweistelligen Bereich, im September waren es 16.

 

Die Arbeitsmarktzahlen im Einzelnen:

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im September 3627 Menschen arbeitslos registriert, 313 weniger als im August (minus 7,9 Prozent) und 781 mehr als im September 2019 (plus 27,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte gegenüber August) und liegt damit 0,9 Prozentpunkte höher als im September 2019. Zur tatsächlichen Kurzarbeit: Nach einer ersten Hochrechnung haben im April im Landkreis 15.008 Beschäftigte in 1199 Betrieben kurzgearbeitet (März: 6617 Arbeitnehmer in 674 Unternehmen).

 

Korbach mit Bad Wildungen. 1699 Menschen ohne Arbeit waren im September in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 144 weniger als im August (minus 7,8 Prozent) und 351 mehr als vor einem Jahr (plus 26 Prozent). Die Quote sinkt um 0,3 Punkte auf 4,1 Prozent und liegt damit 0,8 Prozentpunkt höher als im Vorjahresmonat. 

 

Geschäftsstelle Frankenberg. 1143 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 71 weniger als im August (minus 5,8 Prozent). Das entspricht einem Anstieg von 349 gegenüber September 2019 (plus 44 Prozent). In Frankenberg sinkt die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent, im September 2019 waren es 2,8 Prozent.

 

Geschäftsstelle Bad Arolsen. 785 Menschen ohne Beschäftigung sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zu August sind das 98 Menschen weniger (minus 11,1 Prozent), zu September 2019 aber 81 Personen mehr (11,5 Prozent).  Die Arbeitslosenquote beträgt 4,4 Prozent, das ist ein Rückgang um 0,6 Prozentpunkte gegenüber August und ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte gegenüber September 2019.

 

 

Landkreis Schwalm-Eder. 4040 Arbeitslose waren im September im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 255 weniger als im August (minus 5,9 Prozent) und 1049 mehr als im Vorjahresmonat (plus 35,1 Prozent). Die Quote liegt bei 4,1 Prozent, das entspricht einem Rückgang von 0,3 Prozentpunkten gegenüber August und einem Anstieg von 1,1 Prozentpunkten gegenüber September 2019. Nach der Hochrechnung über die realisierte Kurzarbeit haben im April im Schwalm-Eder-Kreis 7187 Arbeitnehmer in 1025 Betrieben kurzgearbeitet. (März: 3082 Beschäftigte bei 589 Arbeitgebern).

 

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 1881 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst. Das sind 153 weniger als im Vormonat (minus 7,5 Prozent) und 551 mehr als im Vorjahresmonat (plus 41,4 Prozent). Die Quote sinkt auf 4,0 Prozent (August 4,4 Prozent). Gegenüber September 2019 ist das ein Plus von 1,1 Prozentpunkten.

 

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im September 1040 Personen arbeitslos gemeldet, 32 weniger als vor vier Wochen (minus 3,0 Prozent) und 198 mehr im Jahresvergleich (plus 23,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent und damit 0,1 Punkte niedriger als im August und 0,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

 

Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1119 Menschen auf Jobsuche zeigt die Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 70 weniger als im August (minus 5,9 Prozent) und 300 mehr als vor einem Jahr (plus 36,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,2 Prozent, im August hatte sie bei 4,5 gelegen und im September 2019 bei 3,1 Prozent.