17.12.2020 | Presseinfo Nr. 73

Neue Chance nach Arbeitslosigkeit

Berufspraktische Weiterbildung eröffnet neue Perspektiven
 
 

Auch in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit kann ein beruflicher Neustart gelingen. Das zeigt das Beispiel der jüngsten Berufspraktischen Weiterbildung beim Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V. in Homberg/Efze. 13 von 16 Teilnehmerinnen der von der Arbeitsagentur Korbach finanzierten Maßnahme konnten in Arbeit vermittelt werden.

Eine von ihnen ist Elke Scholtz. Die 52-Jährige war fast zwei Jahre arbeitslos, nachdem sie vom vorherigen Arbeitgeber aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Kündigung erhalten hatte. „Ich habe gedacht, ich krieg' nichts mehr“, erzählt die Melsungerin. Zum einen wegen des Alters, zum anderen weil sie keine Ausbildung vorweisen kann. Auf Anraten ihrer Arbeitsvermittlerin nahm sie an der Berufspraktischen Weiterbildung bei der Starthilfe teil, die ihr nicht nur kaufmännische und EDV-Grundkenntnisse gebracht hat, sondern vor allem eine Vollzeitstelle im Verkauf. Für die Klabunde Melsungen GmbH & Co. KG ist Elke Scholtz jetzt von Montag bis Freitag in den Cafeterien der Radko-Stöckl-Schule und der Geschwister-Scholl-Schule im Einsatz und versorgt die Schüler mit Speisen und Getränken.

Arbeitgeberin Silke Klabunde freut sich, dass ihre Mitarbeiterin sich an etwas Neues gewagt hat und mit großem Engagement das Wissen für den Job angeeignet hat. Wesentliche Voraussetzung für die Einstellung von Elke Scholtz war für sie das Praktikum als Teil der Weiterbildung. „Da habe ich gesehen, dass es passt.“

Das bestätigt auch Gabriele Steinbach, Abteilungsleiterin bei der Starthilfe. „Das Praktikum ist mit einer Dauer von sechs Wochen so konzipiert, dass sich potenzielle Arbeitnehmer und -geber gut kennenlernen können.“ Der theoretische Teil der Weiterbildung konnte dank der Anmietung eines zusätzlichen Gruppenraums als Präsenzveranstaltung stattfinden. Dieses Gruppenerlebnis sei sehr wichtig für die Teilnehmerinnen, so Steinbach. „Sie sehen, dass sie mit ihrer derzeitigen Situation nicht allein sind, können sich austauschen und motivieren sich gegenseitig.“

„Dass der Großteil der Teilnehmerinnen im Alter von 27 bis 60 Jahre eine Stelle gefunden hat, ist ein tolles Signal und zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten berufliche Möglichkeiten für Frauen bestehen“, sagt Renate Eckhardt, Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur Korbach, die auch für den Schwalm-Eder-Kreis zuständig ist. Dem großen Engagement der Starthilfe sei es zu verdanken, dass die Weiterbildung trotz der Corona-bedingten Einschränkungen erfolgreich absolviert werden konnte. Die 13-wöchige Weiterbildung war speziell auf Frauen zugeschnitten, die sich im kaufmännischen Bereich neu orientieren wollten, und fand in Teilzeit statt. Zunächst ging es darum, sich die persönlichen und beruflichen Kompetenzen bewusst zu machen sowie sich kaufmännische Grundlagen anzueignen bzw. diese aufzufrischen. Anschließend folgte ein Praktikum in einem passend zu den Teilnehmerinnen ausgewählten Betrieb.