30.07.2020 | Presseinfo Nr. 34

Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt: Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli niedriger als im Vorjahr

Noch viel Bewegung auf dem  Ausbildungsmarkt

Wir verzeichnen aktuell 325 Arbeitlose mehr als im Vormonat. Die Dynamik des Anstiegs ist jedoch weiter abgeflacht, die Steigerung im Juli des Vorjahres war sogar höher als jetzt. Desweiteren steigt die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen seit drei Monaten kontinuierlich an, die Nachfrage bei den Arbeitgebern ist also da“, äußert sich Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, über die aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Ebenso erfreulich: Die Zahl der neu eingegangenen Anzeigen auf Kurzarbeit ist weiter stark rückläufig“, so Rademacher-Bensing weiter. 

Der Juli zeigte einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 325 (oder plus 1,3 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Juli des Vorjahres liegt die Arbeitslosigkeit um 3.558 Personen höher. Die Arbeitslosenquote im Bezirk beträgt nun 8,7 Prozent (Juni: 8,6 %; Vorjahr: 7,5%).

Kurzarbeit

Der Zugang an 71 Anzeigen zur Kurzarbeit mit 1.153 Personen im Juli* lag deutlich unter den Zahlen aus den Vormonaten (Juni: 133 Anzeigen mit 2.604 Personen; Mai: 418 Anzeigen mit 6.308 Personen; April: 3.827 Anzeigen mit 50.885 Personen).

* die Julidaten sind vorläufig mit Datenstand 26. Juli 2020

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen und Regionen

Insgesamt waren in Krefeld und im Kreis Viersen im Juli 24.862 Männer und Frauen arbeitslos. Davon werden 9.107 Männer und Frauen durch die Agentur für Arbeit Krefeld betreut (das sind 2.440 mehr als im Vorjahr), 15.755 Personen (1.118 mehr als im Vorjahr) sind in Betreuung der Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen.

Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt Krefeld mit 14.345 Menschen ohne Arbeit bei 11,7 Prozent (11,6 % im Vormonat, 10,3 % im Juli 2019). Im Kreis Viersen beträgt die Arbeitslosenquote bei 10.517 Menschen ohne Arbeit 6,5 Prozent (6,3% im Vormonat / 5,4% im Juli 2019).

Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet:

Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): 5,3 Prozent (Vorjahr:  4,1%)
Nettetal (Nettetal, Brüggen): 6,6 Prozent (Vorjahr:  5,8%)
Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal): 7,0 Prozent (Vorjahr:  5,8%)

Kräftenachfrage

Auch die Stellenseite (739 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Zugang) zeigt sich insgesamt weiter beeinträchtigt mit einer positiven Tendenz. „Die Betriebe im Agenturbezirk haben abermals mehr offene Arbeitsstellen gemeldet als noch in den Vormonaten. Zwar erreichen wir bei weitem nicht das Niveau der Vorjahre, dennoch ist der Trend hier eindeutig positiv“, so Rademacher-Bensing.    

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres sind auf dem Ausbildungsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 3.305 junge Menschen als Bewerberinnen und Bewerber um einen betrieblichen Ausbildungsplatz in der Berufsberatung gemeldet, denen bisher 3.219 angebotene Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen. Aktuell sind noch 1.082 Jugendliche auf der Suche und 1.294 Ausbildungsstellen sind noch nicht besetzt. „Die Zahlen zeigen: Der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt hat sich coronabedingt nach hinten verschoben. Es gibt weiterhin viele offene Ausbildungsstellen bei uns im Bezirk. Viele Jugendliche befinden sich derzeit in einer entscheidenden Phase. Einige schwanken noch zwischen Ausbildung, dualem Studium und Studium, andere haben noch nicht den passenden Ausbildungsberuf oder Studiengang gefunden. Bei all diesen Fragen hilft die Berufsberatung auch in der Ferienzeit weiter. Wer also Klärungsbedarf hat, sollte sich umgehend bei uns melden“, erläutert Rademacher-Bensing.  

Dafür hat die Berufsberatung eine Hotline unter 02151/92-2200 eingerichtet. Selbstverständlich können auch Eltern das Angebot für ihre Fragen nutzen.

Auch in Zeiten von Corona gilt: Verlässliche Fachkräfte für mittelständische Unternehmen zu finden, ist nicht einfach“, erläutert Detlev Krause, Geschäftsführer der Lorenzen Gebäudetechnik in Krefeld. „Nur mit Hilfe zuverlässiger und geschulter Mitarbeiter erreichen wir die Qualität, die von unseren Kunden gefordert wird. Ich habe festgestellt: Nur dann, wenn wir selber ausbilden, können wir die Stärken unserer Nachwuchskräfte früh erkennen und fördern. Ausbildung bedeutet heute zudem mehr als die Vermittlung von Fachwissen. Die Entwicklung einer persönlichen Beziehung und der Aufbau eines beidseitigen Vertrauens sind neben dem Erlernten für eine dauerhafte Zusammenarbeit wesentlich. Für uns gilt: Wir setzen weiter voll auf die Karte Ausbildung!

Das Krefelder Traditionsunternehmen Lorenzen mit Tochterunternehmen beschäftigt derzeit etwa 100 Mitarbeiter und 35 Auszubildende.