29.08.2019 | Presseinfo Nr. 58

Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit zeigt sich im August nahezu unverändert. Saisonbereinigt ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen.

Mit einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent ist die Arbeitslosigkeit im August gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben, jedoch um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesunken. Aktuell sind damit 21.506 Frauen und Männer in Krefeld und im Kreis Viersen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Juli sind dies 202 mehr Arbeitslose, im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen jedoch um 527 Personen.

 

In diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen ungefähr auf dem Niveau des Vormonats“, erläutert Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, die neuesten Arbeits- und Ausbildungsmarktzahlen. „Diese Entwicklung beobachten wir in jedem Jahr während der Hauptferienmonate. Das späte Ferienende in diesem Jahr verlagert diesen Trend nun bis in den August hinein“, so Rademacher-Bensing weiter. „Erfahrungsgemäß werden wir nun viele junge Fachkräfte erfolgreich wieder vermitteln können, die nach der Ausbildung nicht vom Betrieb übernommen wurden. Der Arbeitsmarkt in Krefeld und im Kreis Viersen ist aufnahmefähig. In der längerfristigen Betrachtung setzt sich der positive Trend im Agenturbezirk momentan noch fort, auch wenn die Dynamik dabei merklich abnimmt, was wir vor allem in der Stadt Krefeld spüren“.

 

Die Arbeitslosenquote in Krefeld liegt im August 2019 bei 10,4 Prozent (Juli: 10,3 Prozent, August 2018: 10,2 Prozent); die Arbeitslosenquote im Kreis Viersen liegt bei 5,4 Prozent (Juli: 5,4 Prozent, Vorjahr: 6,0 Prozent). Damit sind in der Stadt Krefeld 12.733 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 389 mehr als vor einem Jahr. Im Kreis Viersen sind nun 8.773 Männer und Frauen arbeitslos, 916 weniger als im August 2018.

 

Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 4,3 Prozent (Juli: 4,1%, August 2018: 4,8%), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 5,9 Prozent (Juli: 5,8 %, August 2018: 6,3%) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Willich) 5,8 Prozent (Juli 5,8%, August 2018: 6,4).

 

Kräftenachfrage

 

Die Kräftenachfrage bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Im vergangenen Monat wurden 1.049 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Der Bestand an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen beträgt 4.752 Stellen. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheitsberufen, Gast- und verarbeitendem Gewerbe ist weiterhin ein hoher Stellenbestand zu verzeichnen.

 

Vor allem arbeitslose Kundinnen und Kunden mit einer qualifizierten Ausbildung haben in unserer Region gute Perspektiven“, sagt Rademacher-Bensing.

 

Ausbildungsmarkt

 

Auf dem Ausbildungsmarkt ist gerade jetzt noch sehr viel Bewegung im Spiel. Ein Ausbildungsbeginn kann sogar noch bis weit in den Oktober hinein erfolgen“, macht Rademacher-Bensing all denjenigen Mut, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einem oder einer „Azubi“ sind.

 

Insgesamt sind der Agentur für Arbeit Krefeld bisher 3.689 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber liegt aktuell bei 3.988.

Zurzeit suchen in unserer Region noch 853 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Dem stehen noch 824 freie Ausbildungsstellen gegenüber.

 

Viele freie Stellen gibt es derzeit noch im Lebensmittelhandwerk (vor allem Bäckerei) im Verkauf, im Friseurhandwerk, in der Gastronomie und bei den medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten. Einzelne freie Stellen gibt es aber noch in nahezu 70 verschiedenen Ausbildungsberufen in der Region Krefeld / Kreis Viersen.

 

Manche Berufe sind einfach nur zu wenig bekannt. Informationen hierzu kann man sich im Berufsinformationszentrum (BiZ) oder im Berufenet beschaffen. Oder man spricht noch einmal mit der Berufsberatung. Einfach einen Termin unter 0800 4 5555 vereinbaren“, rät Rademacher-Bensing.

 

Zusammenarbeit in der Grenzregion

Dass der hiesige Arbeitsmarkt nicht an der Grenze zu den Niederlanden endet, ist für Rademacher-Bensing ein wichtiger Punkt: „Gerade in einer Grenzregion wie der unseren, ist der Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor, von dem beide Länder profitieren. Die enge Zusammenarbeit mit der niederländischen Arbeitsverwaltung und unser Serviceangebot für Grenzpendler stärken diese Entwicklung.“ Die Europäische Union fördert diese Zusammenarbeit. Auf lokaler Ebene existiert seit 2014 eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Agentur für Arbeit Krefeld und der UWV Noord- en Midden-Limburg.

 

Momentan pendeln etwa 1.500 Personen aus dem Agenturbezirk in die Niederlande, um dort zu arbeiten. In die Gegenrichtung sind es etwa 500 Personen.