09.09.2021 | Presseinfo Nr. 38

Abenteuer Zukunft: Jugendliche entdecken ihre Stärken

„komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“: Projekt zur Berufsorientierung und Lebensplanung für Schülerinnen und Schüler mit einem innovativen Erlebnisparcours im Kreis Viersen
 

„Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probiere aus, was dir Spaß macht, zu Hause, in der Schule und im nächsten Praktikum.“ So lautet eine zentrale Botschaft des Projekts „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“, dass diese Woche im Kreis Viersen bereits zum 12. Mal umgesetzt wird. Unter der Schirmherrschaft von Sabine Anemüller (Bürgermeisterin der Stadt Viersen) entdecken rund 700 Jugendliche der 7. und 8. Klassen von Gesamt-, Haupt-, Real- und Förderschulen des Kreises vom 07. bis zum 10. September 2021 in einem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcours ihre Stärken.

Mit Tempo geht es durch sechs Stationen: Vom Reiseterminal über den Zeittunnel ins Labyrinth und von der sturmfreien Bude über die Bühne in die Auswertung. Je nach Wahl von Aufgabe und Lösungsweg vergibt die Moderation verschiedene Stärken an die Schülerinnen und Schüler. An so genannten „Stärkeschränken“ mit spannenden Materialcollagen erfahren die Jugendlichen am Schluss, welche Tätigkeiten und Berufsfelder zu ihren Stärken passen. Auf diese Weise werden Jugendliche mit schlechteren Startchancen frühzeitig und handlungsorientiert unterstützt, verschiedene Wahlmöglichkeiten für die geschlechtersensible Gestaltung ihrer beruflichen und ihrer persönlichen Zukunft zu erkennen.

Bei mehr als 330 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten ist es für Jugendliche nicht einfach, sich zu orientieren. Daher haben sich der Kreis Viersen mit den Städten Nettetal, Viersen und Willich sowie die Agentur für Arbeit Krefeld für eine erneute Projektumsetzung nach der pandemiebedingten Pause stark gemacht.

Über den Erlebnisparcours hinausgehend fördert „komm auf Tour“ eine Zusammenarbeit von Schulen, Eltern sowie außerschulischen Partner/innen der Berufsorientierung und Lebensplanung. Die Mütter und Väter der teilnehmenden Jugendlichen erfahren bei einem Informationsabend im Erlebnisparcours, wie sie ihre Tochter oder ihren Sohn bei dem Prozess der Berufswahl und Lebensplanung bis zum Schulabgang konkret unterstützen können und lernen darüber hinaus die beteiligten Partner/innen des Kreises samt Angeboten kennen. Die Lehrkräfte erhalten Anregungen, um die Themen in der Schule nachhaltig zu vertiefen.

Im Pressegespräch mit Projektkoordinator Manuel Oswald (Sinus – Büro für Kommunikation) betonen Frau Anemüller und Frau Dr. Rademacher-Bensing (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld/ Kreis Viersen), wie wichtig es vor allem nach dem Jahr „Corona-Pause“ ist, dass mit „komm auf Tour“ ein wichtiger Baustein zum Auftakt der Berufsorientierung wieder in Präsenz durchgeführt werden kann – natürlich unter Einhaltung der Hygieneschutzbestimmungen. „komm auf Tour kommt unheimlich gut – da bleibt was hängen“, ist sich Frau Anemüller sicher, insbesondere in Bezug auf den Fachkräftemangel bei gleichzeitigem Überangebot an Möglichkeiten für die Jugendlichen.

Auch Frau Dr. Rademacher-Bensing stimmt hier zu: „Es ist nicht das mangelnde Angebot an Ausbildungsplätzen, sondern die Nachfrage, die erhöht werden muss.“ Hierbei seien die virtuellen Angebote zu Pandemiezeiten zwar gut angenommen worden, doch wäre ein Mix aus praktischen Präsenz- und digitalen Angeboten ideal, damit keine/r „unbemerkt abtauchen kann“. Auch die Berufsberater/innen der Agentur für Arbeit könnten dabei in ihrer täglichen Arbeit direkt an das positive Erlebnis aus dem Projekt anknüpfen. Bei „komm auf Tour“ stehe wie in der Berufsberatung stets „die Person im Mittelpunkt und nicht nur der mögliche spätere Beruf“.

Frau Sonnenschein (Psychologische Beratungsstelle der Diakonie Viersen) führt zusätzlich die Vernetzungsmöglichkeiten für den an dem Projekt beteiligten Kooperationskreis als großen Pluspunkt ins Feld. Der direkte Kontakt zu Eltern am Elternabend sowie Lehrkräften im Lehrkräfte-Service erlaube den unmittelbaren Austausch über Beratungsangebote im Kreis Viersen, denn „hier ziehen alle an einem Strang“.

Herr Deniz (Beigeordneter der Stadt Viersen) verspricht sich von „komm auf Tour“, dass im Bestfall bei Eltern und Schüler/innen ankommt, wie passgenau und richtig es für eine/n Schüler/in sein kann, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, statt sich ohne Prüfung der vielen Alternativen allein auf Abitur und Studium zu fokussieren. „Der Ausflugcharakter des Projekts kann Jugendlichen helfen, den Anschluss zu finden“, lobt Herr Deniz.

Frau Hupe (Stadt Viersen, Soziales und Wohnen/ Bürgerarbeit) organisiert seit mehreren Jahren engagiert das Projekt im Kontakt mit den Schulen und dem Kooperationskreis. Die hohe und positive Resonanz aller Beteiligten bestätigt sie in ihrer Arbeit. Dank Frau Hupe sind auch nach zwölf Jahren „komm auf Tour“ im Kreis Viersen immer wieder neue Betriebe, Auszubildende, Beratungsstellen und Ehrenamtliche mit an Bord: „In diesem Jahr engagieren sich erstmalig die Schulpsychologie und ein Respect Coach im Projekt“, freut sich Frau Hupe. „komm auf Tour“ erneuert sich damit im Kreis Viersen stets selbst und ist ein klares Signal aller Beteiligten, dass die Zukunft der Jugendlichen einen hohen Stellenwert im Kreis Viersen sowie den beteiligten Städten und der Agentur für Arbeit einnimmt.