02.12.2019 | Presseinfo Nr. 77

Leistungsstark mit Handicap

Um die Belange behinderter Menschen in den Focus zu nehmen, gibt es eine Reihe von Gelegenheiten – so zum Beispiel der 3. Dezember - der von den Vereinten Nationen ausgerufene internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Er soll sichtbare Zeichen für mehr Teilhabe setzen und die Situation von Menschen mit Behinderung ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken.
 
Leider profitieren schwerbehinderte Arbeitnehmer noch immer nicht genauso gut von der insgesamt stabilen Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt wie nicht schwerbehinderte Arbeitnehmer. „Im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung haben sie es oftmals schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und das, obwohl sie leistungsfähig, mobil und motiviert sind. In allen Berufsgruppen finden sich entsprechend gut qualifizierte Arbeitssuchende und am passenden Arbeitsplatz sind sie ebenso leistungsfähig wie nicht behinderte Menschen. Dennoch bestehen immer noch Vorbehalte und Ängste, die diesen Menschen die Arbeitsaufnahme und damit das selbstbestimmte Leben in unserer Gesellschaft um ein Vielfaches erschweren.“, erklärt Thorsten Stenger, Leiter des Teams für Rehabilitanden und Schwerbehinderte der Arbeitsagentur Landau.
 
Im Agenturbezirk Landau, zu dem neben den kreisfreien Städten Landau und Neustadt auch die Landkreise Bad Dürkheim, Germersheim und Südliche Weinstraße gehören, sind Ende November 682 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Unter ihnen sind Gehalts- und Lohnbuchhalter/innen, Leiter/innen von Altenpflegeeinrichtungen, Elektroniker und Bürokaufleute, um nur einen Teil der Berufsbilder zu nennen. Der Anteil der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk liegt derzeit bei 6,8 Prozent.
 
Menschen mit Behinderung stellen mit ihrem fachlichen und sozialen „know-how“ ein häufig unterschätztes und selten beachtetes Fachpotential als Arbeitnehmergruppe dar. „Dabei können der überwiegende Teil der arbeitslosen Schwerbehinderten eine abgeschlossene Berufsausbildung oder akademische Ausbildung nachweisen. Nahezu 40 Prozent der Schwerbehinderten ohne Arbeitsplatz sind dennoch langzeitarbeitslos. Gerade vor dem Hintergrund eines Fachkräftebedarfs dürfen wir dieses Potential nicht ungenutzt lassen. Wir brauchen daher Betriebe die bereit sind, auch diesen Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben“, so Stenger weiter.
 
Arbeitgeber, die an der Thematik oder der Einstellung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers interessiert sind, können sich jederzeit an uns wenden“, bietet Stenger an. „Es gibt eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten über die wir gerne informieren und gemeinsam mit den Beteiligten individuelle Lösungen suchen“. So kann zum Beispiel die Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes gefördert werden, indem Umbauarbeiten oder besondere Arbeitswerkzeuge finanziert oder der Technische Berater eingeschaltet wird. Außerdem kann sich der Arbeitgeber im Rahmen einer Probebeschäftigung ein genaueres Bild über die Fähigkeiten und Kenntnisse der Bewerber machen, um mögliche Einstellungsvorbehalte auszuräumen. Für eine erforderliche längere Einarbeitungszeit kann ein Eingliederungszuschuss gezahlt werden. Auch im Bereich der betrieblichen Ausbildung schwerbehinderter junger Menschen gibt es Unterstützungsangebote.
 
Weitere Informationen gibt es unter www.arbeitsagentur.de.
Ansprechpartnerin für interessierte Arbeitgeber ist Svenja Müßigbrodt unter der Telefonnummer 06341/958-316 oder per E-Mail Landau.161-Reha@arbeitsagentur.de.