30.04.2020 | Presseinfo Nr. 30

Auswirkungen der Corona-Krise belasten regionalen Arbeitsmarkt

Üblicherweise ist im Jahresverlauf im Frühjahr ein saisonaler Rückgang der Ar-beitslosigkeit zu verzeichnen. In der aktuellen Lage sind jedoch die Auswirkungen der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Region zu spüren und haben die Zahl der Arbeitslosen deutlich steigen lassen.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Landau – dieser umfasst die kreisfreien Städte Landau und Neustadt sowie die Landkreise Bad Dürkheim, Germersheim und Südliche Weinstraße - waren im April insgesamt 12.573 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.624 mehr als im Vormonat, was einer Steigerung um 14,8 Prozent entspricht. Sämtliche Alters- und Personengruppen sind von dieser Entwicklung betroffen. Noch ungünstiger sieht die Situation im Vergleich zum Vorjahresmonat aus: Im April 2019 waren 2.545 Personen oder 25,4 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet.
Die Arbeitslosenquote ist entsprechend angestiegen: Sie beträgt mit aktuell 4,8 Prozent 0,7 Prozentpunkte mehr als im März. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent.
„Mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen und ein sprunghafter Anstieg der Anzeigen über Kurzarbeit zeigen, dass die Auswirkungen der Pandemie am örtlichen Arbeitsmarkt angekommen sind", fasst Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landau, die Situation kurz zusammen. So haben sich rund 1.700 Personen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, über 600 mehr als im März 2020. Dabei ist eine Zunahme von neu arbeitslos gemeldeten Personen über alle Branchen hinweg zu beobachten. Die meisten Zugänge kommen aus den Branchen Handel, Arbeitnehmerüberlassung, verarbeitendes Gewerbe sowie dem Gastgewerbe, wobei sich im Gastgewerbe der größte absolute Anstieg gegenüber dem Vormonat zeigt. „Die im März begonnene Frühjahrsbelebung endete abrupt, es haben sich deutlich weniger Menschen in Erwerbstätigkeit abgemeldet. Dennoch konnten insgesamt mehr als 600 Menschen ihre Arbeitslosigkeit mit dem Einstieg in eine neue Beschäftigung beenden. Aller-dings sind momentan deutlich weniger zuvor arbeitslose Personen als sonst üblich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, weil einige Weiterbildungen gestoppt wur-den oder Maßnahmen nicht beginnen konnten", verdeutlicht Groß-Herick.

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen wurden deutlich weniger neue Arbeitsstellen von Arbeitgebern gemeldet als im April üblich. So wurden lediglich 323 neue Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter registriert, 326 weniger als im März und 737 weniger als vor einem Jahr. „Fehlende Aufträge und ausbleibende Kunden führen in vielen Branchen zu diesem Rückgang. Zahlreiche Stellen wurden in den vergangenen Wochen storniert", erläutert die Agenturchefin.
Die Arbeitslosigkeit stieg in beiden Rechtskreisen an, wobei die Steigerungsrate bei der Agentur für Arbeit deutlich höher ausfiel als im Bereich der Grundsicherung: Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen – 6.565 und damit 52,2 Prozent – sind bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur (Rechtskreis Sozialgesetzbuch – SGB – III) in Landau, Bad Dürkheim, Neustadt, Germersheim und Kandel gemeldet. Insgesamt 6.008 beschäftigungslose Frauen und Männer werden aktuell von den drei Jobcentern in der Region (Rechtskreis Sozialgesetzbuch – SGB - II) betreut. In absoluten Zahlen sind dies 2.086 beim Jobcenter Landau-Südliche Weinstraße, 1.496 beim Jobcenter Germersheim und 2.426 beim Jobcenter Deutsche Weinstraße (Neustadt und Bad Dürkheim).
„Spürbar zugenommen hat die Zahl der bei den drei Jobcentern gemeldeten Beschäftigten, deren Erwerbseinkommen beispielsweise wegen Kurzarbeit (rund 350) - oder bei Selbständigen wegen Auftragsausfalls (rund 300) - nicht ausreicht, um das Existenzminimum zu sichern. Diese Menschen zählen trotz Leistungsbezug in der Grundsicherung nicht zum Kreis der Arbeitslosen", stellt die Agenturchefin fest.
Ähnlich wie in der Finanzkrise 2009/2010 setzen die Betriebe in der aktuellen Not-lage auf das Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung. „Sie halten dadurch die bereits an das Unternehmen gebundenen, eingearbeiteten Beschäftigten im Betrieb. Wir setzen alles daran, sowohl diese Betriebe wie auch die arbeitslosen Menschen in der Region mit der zügigen Auszahlung der Leistungen zu unterstützen. Dazu haben wir organisatorische Umstellungen vorgenommen. Allein in unserem Haus haben sich mehr als 30 Kolleginnen und Kollegen bereit erklärt, die Bereiche Kurz-arbeit und Arbeitslosengeld zu unterstützen. Sie arbeiteten bisher in vielen unterschiedlichen Teams wie beispielsweise der Berufsberatung, dem berufspsychologischen Dienst, im Controlling und in der Arbeitsvermittlung. Wir haben diese Kolleginnen und Kollegen für die Bearbeitung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld qualifiziert, und nun bearbeiten sie im Schichtbetrieb und mit Überstunden diese Leistungsanträge", so Groß-Herick weiter.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 2020 4.065 Anzeigen der Betriebe auf Kurzarbeit geprüft, darin waren rund 47.700 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt. „Die Anzeige auf Kurzarbeit stellt den ersten Schritt im Kurzarbeitsverfahren da. Ist diese bewilligt, stellt der Arbeitgeber monatlich im Nachhinein einen Antrag auf Auszahlung des Kurzarbeitergeldes und der Sozialversicherungsbeiträge, in dem der tatsächliche Arbeitsausfall dokumentiert ist. Erst dann steht fest, wie viele Personen tatsächlich Kurzarbeitergeld beziehen", stellt Groß-Herick klar.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den kommunalen Gebietskörperschaften im Bezirk der Agentur für Arbeit Landau:
Stadt Landau
In der Stadt Landau waren im April 1.554 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 175 bzw. 12,7 Prozent mehr als im März und 369 oder 31,1 Prozent mehr als im April 2019.
Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat von 5,2 Prozent auf 5,9 Prozent. Im April letzten Jahres lag sie bei 4,5 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im April 656 arbeitslose Menschen. Gegenüber April 2019 waren dies 231 bzw. 54,4 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 898 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 138 bzw. 18,2 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus der Stadt Landau 73 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 57 Stellen weniger als im März und 190 weniger als im April des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 568 An-zeigen der Betriebe mit Sitz in der Stadt Landau auf Kurzarbeit geprüft, darin waren 6.618 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt.

Stadt Neustadt
In der Stadt Neustadt waren im April 1.842 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 289 bzw. 18,6 Prozent mehr als im März und 439 bzw. 31,3 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 5,3 Prozent auf 6,3 Prozent gestiegen. Im April letzten Jahres lag sie bei 4,8 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im April 801 arbeitslose Menschen. Gegenüber April 2019 waren dies 270 bzw. 50,8 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.041 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 169 bzw. 19,4 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus der Stadt Neustadt 37 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 29 weniger als im März und 56 weniger als im April des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 557 An-zeigen der Betriebe mit Sitz in der Stadt Neustadt auf Kurzarbeit geprüft, darin waren 4.309 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt.

Landkreis Bad Dürkheim
Im Landkreis Bad Dürkheim waren im April 3.075 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 345 bzw. 12,6 Prozent mehr als im März und 623 bzw. 25,4 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 3,8 Prozent auf 4,2 Prozent gestiegen. Im April letzten Jahres lag sie bei 3,4 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im April 1.690 arbeitslose Menschen. Gegenüber April 2019 wa-ren dies 448 bzw. 36,1 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zustän-digen Jobcenter sind aktuell 1.385 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 175 bzw. 14,5 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Bad Dürkheim 38 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 80 weniger als im März und 149 weniger als im April des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 1.143 Anzeigen der Betriebe mit Sitz im Landkreis Bad Dürkheim auf Kurzarbeit geprüft, darin wa-ren 8.274 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt.
Landkreis Germersheim
Im Landkreis Germersheim waren im April 3.399 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 461 bzw. 15,7 Prozent mehr als im März und 594 bzw. 21,2 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 3,9 Prozent auf 4,6 Prozent gestiegen. Im April letzten Jahres lag sie bei 3,8 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im April 1.903 arbeitslose Menschen. Gegenüber April 2019 wa-ren dies 481 bzw. 33,8 Prozent mehr. Beim für die Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.496 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 113 bzw. 8,2 Pro-zent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Germersheim 95 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 79 weniger als im März und 207 weniger als im April des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 887 An-zeigen der Betriebe mit Sitz im Landkreis Germersheim auf Kurzarbeit geprüft, darin waren 19.356 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt.

Landkreis Südliche Weinstraße
Im Landkreis Südliche Weinstraße waren im April 2.703 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 354 bzw. 15,1 Prozent mehr als im März und 520 bzw. 23,8 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 3,8 Prozent auf 4,4 Prozent gestiegen. Im April letzten Jahres lag sie bei 3,5 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im April 1.515 arbeitslose Menschen. Gegenüber April 2019 wa-ren dies 489 bzw. 47,7 Prozent mehr. Beim für die Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.188 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 31 bzw. 2,7 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Südliche Weinstraße 80 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 81 we-niger als im März und 135 weniger als im April des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im März und April 910 An-zeigen der Betriebe mit Sitz im Landkreis Südliche Weinstraße auf Kurzarbeit geprüft, darin waren 9.126 von Kurzarbeit betroffenen Personen aufgeführt.