05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarktbericht Dezember 2020

- Leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit zum Jahresende

- Corona-Pandemie prägt die Arbeitsmarktbilanz 2020

Die Arbeitslosigkeit nimmt im Dezember leicht zu: Aktuell sind 12.422 Arbeitslose bei der Agentur für Arbeit Landau und den Jobcentern der Region gemeldet – 103 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt sind knapp 23 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr.

Zum Ausklang des alten Jahres ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Mitte Dezember wurden im Bezirk der Agentur für Arbeit Landau - mit den kreisfreien Städten Landau und Neustadt sowie den Landkreisen Bad Dürkheim, Germersheim und Südliche Weinstraße – 12.422 Menschen ohne Job gezählt. Gegenüber November ist das eine Zunahme um 103 Personen oder 0,8 Prozent. Der Anstieg zum Jahresende fällt zwar geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des erneuten Lockdowns seit November sind allerdings weiterhin deutlich spürbar.

Die Arbeitslosenquote steigt von 4,6 auf 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,9 Prozent.

„Die Arbeitsmarktbilanz des zu Ende gegangenen Jahres war entscheidend durch die Auswirkungen der Pandemie geprägt", fasst die Vorsitzende der Geschäftsfüh-rung der Landauer Arbeitsagentur, Christine Groß-Herick, die Situation kurz zusammen. „Im Jahresdurchschnitt 2020 waren in unserer Region 12.597 Frauen und Männer arbeitslos und damit 2.332 mehr als im Jahr 2019. Diese Steigerung um knapp 23 Prozent ist auf die schwierige Situation der Betriebe infolge der Einschränkungen während der Lockdown-Phasen und der Zeit der pandemiebedingten Unsicherheiten

in den Sommer- und Herbstmonaten zurückzuführen". Dabei trifft die Covid-19-Krise einige Wirtschaftssektoren und Erwerbstätige stärker als andere. „In unserer Region sind vor allem der Handel, das Hotel- und Gastronomiegewerbe, die Verkehrsbranche und Teile des verarbeitenden Gewerbes betroffen. Das war neben dem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auch an der geringeren Ar-beitskräftenachfrage aus diesen Bereichen spürbar", so Groß-Herick weiter. Nach vielen Jahren des Wachstums der Beschäftigtenzahlen ist zum jetzt veröffentlichten Stand Mitte des Jahres 2020 ein Rückgang um knapp 1.400 auf 150.084 Beschäftigte im Bezirk der Arbeitsagentur Landau zu verzeichnen. Der Rückgang um 0,9 Prozent lag damit leicht über dem Durchschnitt in Rheinland-Pfalz (minus 0,5 Prozent). Gleichzeitig wurden auf das ganze Jahr gesehen rund 3.070 Stellen weniger zur Besetzung gemeldet als im Jahr 2019 – ein Rückgang um knapp 30 Prozent. Diese Entwicklung wurde sowohl durch die bereits genannten Wirtschaftsbereiche als auch durch die schwächere Nachfrage aus der Arbeitnehmerüberlassung beeinflusst.

Gleichwohl haben sich nicht alle Befürchtungen aus dem letzten Frühjahr bewahr-heitet: „Zum einen war die Situation für junge Berufseinsteiger im Sommer dank der hohen Einstellungsbereitschaft der Ausbildungsbetriebe besser als erwartet. Außerdem steigt die Bereitschaft von Arbeitslosen aber auch von Beschäftigten zur beruflichen (Teil)Qualifizierung. Hier sehen wir auch unsere Aufgabenschwerpunkte für 2021: Wir wollen denjenigen Chancen eröffnen, die sich für den Arbeitsmarkt rüsten oder sich aufgrund der sich ändernden Anforderungen weiterbilden wollen."

Einen besonders wichtigen Schutzschild für die Betriebe und Beschäftigten in der Region stellt das Kurzarbeitergeld dar. „Mit der Gewährung des Kurzarbeitergeldes und durch die während der Pandemie erleichterten Zahlungsvoraussetzungen wurde ein noch wesentlich höherer Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert", erklärt Groß-Herick. Im Jahr 2020 hat die Agentur für Arbeit Landau rund 68,2 Millionen Euro an konjunkturellem Kurzarbeitergeld inklusive der Sozialversicherungsbeiträge ausgezahlt. Dies ist ein enormer Anstieg im Vergleich zum Jahr 2019, in dem lediglich knapp 385.000 Euro zur Auszahlung kamen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den kommunalen Gebietskörperschaften im Be-zirk der Agentur für Arbeit Landau:

Stadt Landau

In der Stadt Landau waren im Dezember 1.505 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 7 bzw. 0,5 Prozent weniger als im November und 232 oder 18,2 Prozent mehr als im Dezember des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat mit 5,7 Prozent gleichgeblieben. Im Dezember letzten Jahres lag sie bei 4,8 Prozent.

Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Dezember 641 arbeitslose Menschen. Gegenüber Dezember 2019 waren dies 158 bzw. 32,7 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 864 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 74 bzw. 9,4 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus der Stadt Landau 113 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 6 Stellen weniger als im November und 6 mehr als im Dezember des vergangenen Jahres.

Kurzarbeit: Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen für die Stadt Landau derzeit nur bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli 2.003 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld ge-zahlt, nach 2.745 im Juni, 3.860 im Mai, 3.818 im April und 1.837 im März.

Stadt Neustadt

In der Stadt Neustadt waren im Dezember 1.760 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 1 bzw. 0,1 Prozent mehr als im November und 296 oder 20,2 Prozent mehr als im Dezember des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat mit 6,0 Prozent gleichgeblieben. Im Dezember letzten Jahres lag sie bei 5,0 Prozent.

Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Dezember 774 arbeitslose Menschen. Gegenüber Dezember 2019 waren dies 184 bzw. 31,2 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 986 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und da-mit 112 bzw. 12,8 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus der Stadt Neustadt 61 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 3 Stellen mehr als im November und 6 mehr als im Dezember des vergangenen Jahres.

Kurzarbeit: Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen für die Stadt Neustadt derzeit nur bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli für 1.160 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 1.506 im Juni, 2.433 im Mai, 2.585 im April und 1.261 im März.

Landkreis Bad Dürkheim

Im Landkreis Bad Dürkheim waren im Dezember 3.221 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 75 bzw. 2,4 Prozent mehr als im November und 688 bzw. 27,2 Prozent mehr als im Dezember des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 4,3 Prozent auf 4,4 Prozent gestiegen. Im Dezember letzten Jahres lag sie bei 3,5 Prozent.

Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Dezember 1.844 arbeitslose Menschen. Gegenüber Dezem-ber 2019 waren dies 511 bzw. 38,3 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsi-cherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.377 Frauen und Männer als arbeitslos regis-triert und damit 177 bzw. 14,8 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Bad Dürkheim 105 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 51 weniger als im November und 33 weniger als im Dezember des vergangenen Jahres.

Kurzarbeit: Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen für den Landkreis Bad Dürkheim derzeit nur bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli für 2.429 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 3.245 im Juni, 4.296 im Mai, 5.007 im April und 2.455 im März.

Landkreis Germersheim

Im Landkreis Germersheim waren im Dezember 3.307 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 47 bzw. 1,4 Prozent mehr als im November und 483 bzw. 17,1 Prozent mehr als im Dezember des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat mit 4,4 Prozent gleichgeblieben. Im Dezember letzten Jahres lag sie bei 3,8 Prozent.

Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Dezember 1.947 arbeitslose Menschen. Gegenüber Dezem-ber 2019 waren dies 403 bzw. 26,1 Prozent mehr. Beim für die Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.360 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 80 bzw. 6,3 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Germersheim 141 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 93 weniger als im November und ebenfalls 93 weniger als im Dezember des vergangenen Jahres.

Kurzarbeit: Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen für den Landkreis Germersheim derzeit nur bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechne-ten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli für 2.370 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurz-arbeitergeld gezahlt, nach 4.173 in Juni, 15.659 im Mai, 15.905 im April und 2.352 im März.

Landkreis Südliche Weinstraße

Im Landkreis Südliche Weinstraße waren Dezember 2.629 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 13 bzw. 0,5 Prozent weniger als im November und 500 bzw. 23,5 Prozent mehr als im Dezember des vergange-nen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist damit gegenüber dem Vormonat von 4,3 Prozent auf 4,2 Prozent gesunken. Im Dezember letzten Jahres lag sie bei 3,5 Prozent.

Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslo-senzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme ge-genüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Dezember 1.474 arbeitslose Menschen. Gegenüber Dezem-ber 2019 waren dies 405 bzw. 37,9 Prozent mehr. Beim für die Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.155 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 95 bzw. 9,0 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Südliche Weinstraße 120 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 60 weniger als im November und 13 weniger als im Dezember des vergangenen Jahres.

Kurzarbeit: Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen für den Landkreis Südliche Weinstraße derzeit nur bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochge-rechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli für 2.804 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 3.760 im Juni, 5.427 im Mai, 5.791 im April und 2.330 im März.