31.03.2020 | Presseinfo Nr. 4

Erleichterter Zuverdienst bei Kurzarbeit

Gute Chancen im Handel und in der Landwirtschaft

Viele Beschäftigte mussten aufgrund der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen. Das geringe Kurzarbeitergeld reicht gerade für Geringverdiener häufig nicht zum Leben und sie sind dringend auf einen Zuverdienst angewiesen. Durch die aktuelle eingeschränkte Reisefreiheit besteht derzeit im Handel, in der Landwirtschaft und in der Pflege ein enormer Arbeitskräftebedarf. Die Bundesregierung hat den Zuverdienst zum Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise neu geregelt, um hier einen Ausgleich zu schaffen. „Durch die Änderung beim Zuverdienst sollen Kurzarbeiter die Möglichkeit bekommen, vorübergehend eine Tätigkeit in lebenswichtigen Bereichen aufzunehmen und um damit ihre Existenz sichern zu können. Außerdem soll sichergestellt werden, dass genügend Arbeitskräfte in wichtigen Berufen und Branchen zur Verfügung stehen. Durch die Neuregelung bleibt das erzielte Arbeitsentgelt unter Beachtung bestimmter Höchstgrenzen anrechnungsfrei“, so Eva-Maria Kelch, Leiterin der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen.

Dieser erleichterte Zuverdienst beim Kurzarbeitergeld kommt in systemrelevanten Unternehmen zum Tragen. Das sind Branchen und Berufe, die in der Krise für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens, die Sicherheit und die Versorgung der Menschen unabdingbar sind. Unverzichtbar in der aktuellen Krise ist insbesondere auch, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs in Deutschland gesichert ist. Das betrifft vor allem die Arbeitgeber im Lebensmitteleinzelhandel und in der Landwirtschaft.

Wird nach Eintritt von Kurzarbeit eine geringfügige Nebentätigkeit in einem systemrelevanten Bereich aufgenommen, wird das Entgelt daraus nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, die Nebentätigkeit ist versicherungsfrei. Bei mehr als geringfügigen Beschäftigungen in systemrelevanten Bereichen bleibt das daraus erzielte Arbeitsentgelt anrechnungsfrei, wenn die Summe aus Restlohn aus der Hauptbeschäftigung (Ist-Entgelt), Kurzarbeitergeld und Entgelt aus der Nebenbeschäftigung den bisherigen Bruttolohn (Soll-Entgelt) nicht übersteigt. Das heißt: Wer aus seiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zuvor 1.700 Euro netto bezogen hat, kann bei Bezug von Kurzarbeitergeld plus dem Entgelt aus der Nebentätigkeit ebenfalls bis zu 1.700 Euro netto erzielen, ohne dass die Nebentätigkeit auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird.

„In der Landwirtschaft werden dringend Arbeitskräfte gesucht. Über Plattformen wie www.saisonarbeit-in-deutschland.de oder www.daslandhilft.de müssen wir jetzt die Menschen und die Betriebe zusammenbringen. Außerdem werden Fach- und Hilfskräfte aus dem Gesundheitswesen, die derzeit nicht in ihrem Beruf tätig sind und keiner Risikogruppe angehören, gesucht, die sich für die Dauer der Corona-Pandemie zu einem Einsatz im Gesundheitswesen bereit erklären. Interessierte können sich über die Online-Plattform www.pflegepool-bayern.de registrieren. Auch im Einzelhandel bestehen gute Chancen auf einen Hinzuverdienst, da der Personalbedarf im Lebensmittelbereich derzeit sehr hoch ist“, so Kelch.