30.07.2020 | Presseinfo Nr. 20

Die Auswirkungen der Corona-Krise am Arbeitsmarkt werden geringer

Zugang an Arbeitslosen und Anzeigen auf Kurzarbeit rückläufig
„Durch die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit ist der Arbeitsmarkt bisher gut durch die Corona-Krise gekommen. Im Juni haben zwar einige Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt, andere Arbeitgeber konnten Kurzarbeit zwischenzeitlich aber schon wieder reduzieren oder sogar beenden. Dennoch hat sich die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt insgesamt verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit liegt deutlich über dem Niveau des Vorjahres und die Arbeitskräftenachfrage ist stark gesunken. Es ist aber ein Ende der Talfahrt abzusehen. Erfreulicherweise ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt nach wie vor sehr gut. Es gibt deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber“, fasste Eva-Maria Kelch, Leiterin der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen, die Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsmarkt zusammen.

Die Arbeitslosigkeit ist auch im Juli im Vergleich zum Vormonat gestiegen, jedoch flacht der Anstieg deutlich ab. Mit 9.846 liegt sie um 32 höher als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 2.494 erhöht. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,7 Prozent so hoch wie im Vormonat und verzeichnet im Vergleich zum Juli des vorigen Jahres ein Plus von 0,9 Prozentpunkten.

Die Zahl der Zugänge von neu arbeitslos gemeldeten Personen seit Beginn der Corona-Krise liegt mittlerweile unter dem Vorjahresniveau. Trotzdem sind einzelne Branchen stärker betroffen als andere. Die stärksten absoluten Zuwächse an neu arbeitslos gemeldeten Personen gegenüber dem Vorjahreszeitraum kommen dabei aus den Branchen Gastgewerbe und Handel. Bei den neu arbeitslos gemeldeten Personen aus dem Verarbeitenden Gewerbe ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mittlerweile ein Rückgang festzustellen.

„Positiv ist, dass trotz der schwierigen Situation wieder mehr Menschen eine Beschäftigung gefunden haben. So konnten im Juli 920 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden. Das waren 62 mehr als im Juni und 160 mehr als im Mai“, erklärte Eva-Maria Kelch, Leiterin der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen.

 

Arbeitskräftenachfrage und Kurzarbeit

Der Bedarf an Arbeitskräften ist seit letztem Jahr deutlich zurückgegangen. Im Juli waren 2.867 Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das waren 1.336 Stellen weniger als vor einem Jahr. Insbesondere im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, im Gastgewerbe, im Bereich Lager/ Logistik, im Handel und im verarbeitenden Gewerbe war ein deutlicher Rückgang festzustellen. Im Bereich des verarbeitenden Gewerbes, im Gesundheitswesen, im Baubereich sowie im Handel und im Bereich Lager/Logistik ist der Arbeitskräftebedarf derzeit immer noch am größten.

Im Juli sind im Agenturbezirk nochmals 66 Anzeigen auf Kurzarbeit für 1.300 Personen eingegangen. Die Gesamtzahl der Anzeigen erhöhte sich damit seit März auf 4.267, die der betroffenen Beschäftigten auf 75.205. Auch wenn möglicherweise die angezeigte Kurzarbeit nicht in vollem Umfang realisiert wird, zeigen die aktuellen Daten eine im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten noch nie dagewesene Größenordnung. Sie übersteigen um ein Vielfaches den Umfang der Kurzarbeit während der Finanzkrise 2008/09. In der Spitze wurden damals 250 Betriebe und rund 26.000 Beschäftigte gezählt.

 

Der Arbeitsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Stadt Landshut

Insgesamt waren 2.201 Landshuter im Juli 2020 über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Landshut Stadt auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 2 Personen mehr als im Juni und 538 mehr als im Vorjahresmonat. In der Stadt Landshut errechnete sich im Juli 2020 eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent. Sie ist damit so hoch wie im Vormonat und um 1,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Arbeitgeber aus der Stadt Landshut haben der Agentur für Arbeit im Juli 148 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren damit 525 Stellen in der Stadt Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 236 weniger als im Vorjahresmonat.

 

Landkreis Landshut

2.986 Menschen (67 mehr als im Vormonat) waren im Juli auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Im Juli 2019 waren 837 Personen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Landshut betrug im Juli 2020 3,2 Prozent. Sie ist damit um 0,1 Prozentpunkt höher als im Juni dieses Jahres und um 0,9 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Landshut haben der Agentur für Arbeit im Juli 181 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 892 Stellen im Landkreis Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen, 471 weniger als im Vorjahresmonat.

 

Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn ist die Zahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli 2020 um 31 gesunken. Insgesamt waren im Juli 2020 2.468 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 654 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkt niedriger als im Juni. Im Vorjahresmonat betrug sie 2,7 Prozent.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Rottal-Inn haben der Agentur für Arbeit im Juli 223 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 931 Stellen im Landkreis Rottal-Inn über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 384 weniger als im Vorjahresmonat.

 

Landkreis Dingolfing-Landau

Im Juli 2020 waren im Landkreis Dingolfing-Landau 2.191 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 6 weniger als im Juni und 465 mehr als im Juli 2019. Im Landkreis Dingolfing-Landau ist die Arbeitslosenquote im Juli 2020 mit 3,5 Prozent so hoch wie im Juni dieses Jahres. Im Vorjahresmonat war sie um 0,7 Prozentpunkte niedriger.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Dingolfing-Landau haben der Agentur für Arbeit im Juli 135 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 519 Stellen im Landkreis Dingolfing-Landau über die Agentur für Arbeit zu besetzen, 245 weniger als im Vorjahresmonat.

 

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2019 haben sich im Agenturbezirk Landshut-Pfarrkirchen 2.284 Jugendliche als Bewerber für Berufsausbildungsstellen registrieren lassen (-116 zum Vorjahr). Von den Arbeitgebern im Bezirk wurden 3.594 Ausbildungsstellen gemeldet, 326 weniger als im letzten Jahr. Derzeit suchen noch 628 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, 1.155 Berufsausbildungsstellen sind im Moment noch unbesetzt. Damit kommen rein rechnerisch 1,84 unbesetzte Ausbildungsstellen auf einen unversorgten Bewerber.

"Ich freue mich besonders, dass trotz der Herausforderungen und der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen groß ist. Das Angebot an Ausbildungsstellen übersteigt weiterhin die Nachfrage. Junge Menschen sollten sich daher durch die aktuelle wirtschaftliche Schieflage nicht verunsichern lassen und sich weiter um eine Ausbildung bemühen. Gleichzeitig appelliere ich an die Betriebe, weiter auszubilden. Durch Ausbildung sichert man sich die Fachkräfte von morgen“, betonte Kelch.

Die meisten freien Ausbildungsstellen gibt es noch in folgenden Berufen: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (116), Verkäufer/-in (69), Handelsfachwirt/-in (Ausbildung) (48), Kaufmann/frau für Büromanagement (47), Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk- Fleischerei (41), Metallbauer/in – Konstruktionstechnik (38), Fachverkäufer/ -in im Lebensmittelhandwerk – Bäckerei (37), Fachkraft-Lagerlogistik (34), Bankkaufmann/-frau (29) und Kaufmann- Groß-/ Außenhandel (23). 673 offene Ausbildungsstellen verteilen sich auf die übrigen Berufe. Hierunter gibt es auch noch ausgefallene Berufe wie beispielsweise Süßwarentechnologe/-technologin, Produktionsfachkraft Chemie oder Geomatiker/in.

Interessierte Jugendliche können sich auch noch kurzfristig bei der Berufsberatung melden. Über die kostenfreie Hotline 0800 4 5555 00 können von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr Termine vereinbart werden.

Auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de unter der Rubrik „Schule, Ausbildung und Studium“ finden Jugendliche auch ein umfangreiches Informationsangebot zu diesem Thema.