03.06.2020 | Presseinfo Nr. 13

Corona hinterlässt deutliche Spuren am Arbeitsmarkt

Arbeitsmarktreport Mai 2020

„Die Einschränkungen der Corona-Krise haben sich auch im Mai auf dem regionalen Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die übliche Frühjahrsbelebung fiel in diesem Jahr deutlich schwächer aus, da die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern geringer ist und Betriebe derzeit kaum Einstellungen vornehmen. Auch im Mai haben weitere Betriebe Kurzarbeit angezeigt, allerdings viel weniger als im April“, so der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen Robert Maier. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hat sich weiter verschlechtert, wobei die Zunahme zum Vormonat prozentual moderat ausfiel und im Landkreis Rottal-Inn bereits saisonal bedingt rückläufig ist. Während der Bestand an Arbeitslosen im April noch um 2.032 oder 27,4 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen hatte, ist im Mai ein Plus von 2.541 oder 35,2 Prozent festzustellen.

„Die Arbeitslosenquote ist mit 3,7 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher als im April und um einen Prozentpunkt höher als im Mai letzten Jahres. In einem Mai war die Quote zuletzt im Jahr 2009 während der Finanz- und Wirtschaftskrise mit vier Prozent höher“, so Maier weiter.

 

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Mai um 316 auf 9.770 erhöht.  Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 2.541 Menschen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Mai 3,7 Prozent; sie war damit um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 6.110. Sie ist um 179 im Vergleich zum Vormonat und um 1.989 im Vorjahresvergleich gestiegen. Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) gab es 3.660 Arbeitslose. Hier war ein Anstieg von 137 gegenüber April und ein Zuwachs von 552 im Vergleich zum Mai 2019 zu verzeichnen. Nach Berufsbereichen betrachtet, ist die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich in allen Branchen angestiegen.  Im Vormonatsvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen nur im Garten-und Landschaftsbau sowie im Baubereich zurückgegangen, in allen anderen Bereichen ist sie gestiegen.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Die Unterbeschäftigung hat sich von April auf Mai um 273 erhöht. Insgesamt belief sie sich im Mai 2020 auf 12.055 Personen. Das waren 2.274 mehr als vor einem Jahr.

Bei der Unterbeschäftigung sind die Personen, die sich in Kurzarbeit befinden, nicht erfasst. Im Mai haben 346 Betriebe für 5.647 Personen Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Corona-Krise im März sind insgesamt knapp 4.100 Anzeigen auf Kurzarbeit von der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen geprüft worden. Im Agenturbezirk Landshut-Pfarrkirchen waren mittlerweile über 71.300 Personen von Kurzarbeit betroffen.

 

Arbeitskräftenachfrage

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Landshut – Pfarrkirchen waren im Mai 2.863 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber April ist das ein Rückgang von 351 oder 11 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.269 Stellen weniger (–31 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Mai 552 neue Arbeitsstellen, das waren 248 oder 31 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 3.413 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1.054 oder 24%. Der Rückgang betrifft alle Berufsbereiche. Am stärksten ist der Rückgang im Bereich Verkehr, Lager/ Logistik, Produktion und Fertigung und im Handel.

 

Der Arbeitsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Stadt Landshut

2.196 Landshuter waren im Mai 2020 über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Landshut Stadt auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 142 Personen mehr als im April und 493 mehr als im Vorjahresmonat. In der Stadt Landshut errechnete sich im Mai 2020 eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent. Sie ist damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Mai des Vorjahres betrug sie 4,1 Prozent.

Arbeitgeber aus der Stadt Landshut haben der Agentur für Arbeit im Mai 126 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 508 Stellen in der Stadt Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 288 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Mai haben 89 Betriebe aus der Stadt Landshut für 1.146 Personen Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt über 900 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben aus der Stadt Landshut von der Agentur für Arbeit geprüft. In den Anzeigen waren rund 13.400 Personen genannt.

 

Landkreis Landshut

2.852 Menschen und damit 139 mehr als im Vormonat waren im Mai auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Im Mai 2019 waren 2.036 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Landshut betrug im Mai 2020 drei Prozent. Sie liegt damit 0,1 Prozentpunkte höher als im April. Im Vorjahresmonat betrug sie 2,2 Prozent.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Landshut haben der Agentur für Arbeit im Mai 141 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren damit 854 Stellen im Landkreis Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 425 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Mai haben 112 Betriebe aus dem Landkreis Landshut für 1.823 Personen Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt über 1.200 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben aus dem Landkreis Landshut von der Agentur für Arbeit geprüft. In den Anzeigen waren rund 27.700 Personen genannt.

 

Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn ist die Zahl der Arbeitslosen von April auf Mai 2020 um 26 auf 2.489 gefallen. Im Vorjahresmonat waren 744 Personen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,7 Prozent genauso hoch wie im April. Im Vorjahresmonat betrug sie 2,6 Prozent.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Rottal-Inn haben der Agentur für Arbeit im Mai 172 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren damit 928 Stellen im Landkreis Rottal-Inn über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 343 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Mai haben 68 Betriebe aus dem Landkreis Rottal-Inn für 973 Personen Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt über 1.200 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben aus dem Landkreis Rottal-Inn von der Agentur für Arbeit geprüft. In den Anzeigen waren rund 14.000 Personen genannt.

 

Landkreis Dingolfing-Landau

Im Mai 2020 waren im Landkreis Dingolfing-Landau 2.233 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 61 Personen mehr als im April und 488 mehr als im Mai 2019. Im Landkreis Dingolfing-Landau ist die Arbeitslosenquote von April auf Mai 2020 um 0,1 Prozentpunkte leicht gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,8 Prozentpunkte höher.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Dingolfing-Landau haben der Agentur für Arbeit im Mai 113 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren damit 573 Stellen im Landkreis Dingolfing-Landau über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das sind 213 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Mai haben 77 Betriebe aus dem Landkreis Dingolfing-Landau für 1.705 Personen Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt über 720 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben aus dem Landkreis Dingolfing-Landau von der Agentur für Arbeit geprüft. In den Anzeigen waren rund 19.000 Personen genannt.